Seite 5: Bildqualität

In unserer großen Display-FAQ gehen wir umfangreich auf verschiedene Panel-Techniken ein und erklären deren Vor- und Nachteile, die sich unmittelbar auf die Darstellungsqualität auswirken. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall.

Subjektive Beurteilung der Bildqualität

Die grundlegenden Eckdaten wirken zunächst einmal gar nicht so spektakulär. 35 Zoll werden mit 3.440 x 1.440 Bildpunkten kombiniert. Die Darstellung ist entsprechend minimal größer, als man es von den meisten 34-Zöllern kennt. Es wird aber dennoch eine angenehme Bildschärfe geboten, ohne dass skaliert werden muss. Für Games hat die Auflösung klar den Vorteil, dass die GPU weniger stark belastet wird, als es beispielsweise bei UHD-Geräten der Fall ist.

Die Darstellung fällt ab Werk sehr angenehm aus, die Farben werden sehr natürlich wiedergegeben. Gleichzeitig wirkt sich die Quantum-Dot-Technik positiv auf die Farbdarstellung aus, die sehr nuancenreich ausfällt. Damit wird eine Wiedergabequalität erreicht, die so überzeugend ist, dass nur Farbprofis nacharbeiten müssten – für die gibt es in dieser Preisklasse aber ohnehin deutlich interessantere Geräte.

Das eingesetzte Panel kann bereits bei der SDR-Wiedergabe überzeugen. Die Darstellung ist hell und kontrastreich, auch wenn das FALD nicht aktiviert wird. Ebenso liegt die Blickwinkelunabhängigkeit auf einem guten Niveau, wie man sie von hochwertigen VA-Panels gewohnt ist. Ein Backlight-Bleeding ist übrigens vorhanden, befindet sich aber noch auf dem Niveau, dass es nur bei statischen dunklen Inhalten wirklich auffällt, auf den Praxiseinsatz hat es daher kaum Auswirkungen.

Die Paradedisziplin des AG353UCG ist aber ganz klar die HDR-Wiedergabe. Die Kombination aus der sehr hohen Peak-Helligkeit, in Kombination mit dem fein gegliederten Local Dimming sorgt für ein exzellentes HDR-Feeling – wer einmal auf einem solchen Display in HDR gezockt hat, möchte zu keinem kleineren Gerät mehr zurück. Da es sich aber noch immer um eine FALD-Lösung handelt, ist auch diese am Ende physikalischen Zwängen unterworfen. Sprich: Es ist gerade auf einem homogenen dunklen Hintergrund gut zu erkennen, wenn eine Zone des Backlights ein- und ausgeschaltet wird. Dieser Halo-Effekt ist besonders gut zu erkennen, wenn mit dem hellen Mauszeiger über einen einheitlichen schwarzen Hintergrund gefahren wird. In Spielen oder Filmen fällt der Effekt hingegen meist weniger deutlicher aus. Entsprechend faszinierend ist die HDR-Wiedergabe.

Gaming-Features

Der Agon AG353UCG soll auf der ganzen Linie mit seiner Gaming-Expertise punkten. In der Praxis zahlt sich diese aus. Allein das Format in Kombination mit dem Krümmungsradius von 1.800 mm macht Spaß und sorgt für eine hohe Immersion. Allenfalls die noch extremeren 49er können hier noch eine Schippe drauflegen, können hinsichtlich der Wiederholfrequenzen aber nicht mit unserem Testkandidaten mithalten. Die Darstellung ist angenehm scharf, auch wenn natürlich nicht die Bildschärfe von UHD-Geräten erreicht wird. Dafür wird die Grafikkarte bei der nativen Darstellung weniger stark belastet, was ein klarer Vorteil ist, denn die maximal möglichen 200 Hz müssen erst einmal erreicht werden. Um eine High-End-GPU kommt man also keinesfalls herum.

Eine Pracht ist natürlich das HDR-Gaming, denn hier kann das Display, bedingt durch seine hohe Peak-Helligkeit und das Local-Dimming glänzen und für eine noch bessere Immersion und eine spektakuläre Darstellung sorgen.

VA-Panels haben grundlegend den Ruf, nicht von der schnellsten Sorte zu sein. Das gilt ein Stück weit auch für den AG353UCG, für ein VA-Gerät ist der 35er jedoch erstaunlich schnell - an den LG 38GL950G (Test) kommt er aber nicht heran. Gerade in Kombination mit der schnellen Wiederholfrequenz können so auch Freunde von schnellen Games ihren Spaß haben. Wie bereits beim PG35VQ gilt auch hier, dass mit dem 144 Hz-Setting experimentiert werden sollte. Die Geschwindigkeit leidet dann natürlich, die Bildqualität ist dafür aber etwas besser. G-Sync, das hier in der Ultimate-Version integriert wurde, macht den bekannt guten Job und sorgt dafür, dass Tearing-Effekte vermieden werden.

Es sollte aber auf das Overdrive-Feature zurückgegriffen werden, denn die Schlierenbildung kann so noch einmal deutlich minimiert werden. Das stärkste Setting "Strong" sollte unseres Erachtens aber vermieden werden, denn dieses für zu einem Overshooting und greift recht stark ein. Besser gefällt uns das mittlere Setting, denn hier wird ein guter Kompromiss und noch eine recht natürliche Darstellung geboten.

Messwerte

Helligkeit, Ausleuchtung und Kontrastverhältnis

Helligkeit

maximal

867 XX


590 XX


555 XX


509 XX


490 XX


465 XX


457 XX


433 XX


431 XX


416 XX


414 XX


408 XX


401 XX


398 XX


393 XX


393 XX


388 XX


388 XX


384 XX


377 XX


371 XX


370 XX


369 XX


366 XX


360 XX


344 XX


343 XX


340 XX


337 XX


335 XX


335 XX


335 XX


331 XX


328 XX


327 XX


327 XX


321 XX


317 XX


313 XX


312 XX


307 XX


304 XX


304 XX


300 XX


298 XX


291 XX


289 XX


277 XX


271 XX


266 XX


265 XX


cd/m²
Mehr ist besser

Homogenität

maximal

96 XX


95 XX


95 XX


94 XX


94 XX


94 XX


93 XX


92 XX


92 XX


92 XX


91 XX


91 XX


91 XX


91 XX


91 XX


91 XX


91 XX


90 XX


90 XX


90 XX


89 XX


89 XX


89 XX


89 XX


88 XX


88 XX


88 XX


87 XX


87 XX


87 XX


87 XX


87 XX


86 XX


86 XX


86 XX


86 XX


84 XX


82 XX


82 XX


82 XX


81 XX


80 XX


78 XX


Prozent
Mehr ist besser

Anders als man von den meisten anderen Monitoren kennt, wird die Helligkeit im OSD nicht in Prozent eingestellt, sondern es lassen sich die "Peak White Nits" für den SDR-Betrieb direkt einstellen. Das Maximum im OSD liegt bei 500 cd/m², wir konnten in unseren Messungen aber sogar eine lokale Spitzenhelligkeit von 555,5 cd/m² messen. Über das Panel gemittelt sind wir auf einen Wert von 505,7 cd/m² gekommen, sodass die OSD-Angabe im Grunde genommen stimmt. Nicht vollumfänglich kann die Ausleuchtung überzeugen, für die wir einen Wert von 86 % ermittelt haben. Das dunkelste Segment in unseren Messungen lag bei 477,2 cd/m². Unterschiede sind so mit dem bloßen Auge wahrnehmbar, fallen aber gerade bei bewegten Inhalten nicht auf.

Der Kontrastumfang liegt bei 2.305:1, was ein guter Wert ist, andere VA-Panels zeigen aber, dass die Technik theoretisch noch mehr kann. Wie üblich haben wir den Monitor ohne aktives Local Dimming gemessen, da ansonsten theoretisch ein unendlicher Kontrastumfang entsteht.

Im Vergleich ist das Panel des ASUS ROG PG35VQ etwas weniger leuchtstark, dafür minimal besser ausgeleuchtet.

Sehr gut gefällt der Gammaverlauf, der nur jenseits der 90 IRE einen leichten Ausschlag aufweist.

Farbdarstellung

Ab Werk kommt das 35-Zoll-Display mit einem Weißpunkt von 6.426 K (Color Temp.: Normal) zum Nutzer. Das müssen wirklich nur Profis nachkorrigieren. Hier liegt das AOC-Display übrigens beinahe auf einem Niveau mit dem ASUS-Geschwister-Modell. Ebenso zeigt bereits ein Blick auf den Graukurven-Verlauf, dass eine ausgewogene RGB-Darstellung über das gesamte Helligkeitsspektrum geboten wird. Einzig Grün ist etwas zu stark abgestimmt, was dann auch zum minimal verschobenen Weißpunkt führt.

Bei einem Quantum-Dot-Display ist es keine große Überraschung: Der sRGB-Farbraum wird ab Werk vollständig abgedeckt, mit Erweiterungen im roten und grünen Spektrum. Entsprechend tendiert das Display in Richtung DCI-P3, was für ein HDR-Display normal ist. Vollumfänglich wird der DCI-P3-Farbraum aber nicht abgedeckt, denn dort konnten wir einen Wert von 88 % ermitteln. Wer hingegen auf eine möglichst korrekte sRGB-Wiedergabe angewiesen ist, sollte das Gerät profilieren. Der AdobeRGB-Farbraum wird von Quantum-Dot-Displays in der Regel weniger umfangreich abgedeckt, so auch beim AG353UCG, bei dem wir einen Wert von 82,7 % ermittelt haben.

Sehr gut gefällt die Farbreproduktion. Der durchschnittliche DeltaE-Wert liegt bei gerade einmal 2,5, während das Maximum bei 4,1 liegt. Das sind die besten Werte, die wir in der letzten Zeit messen konnten und auch ROG PG35VQ wird deutlich auf Distanz gehalten.