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Aktuell drücken die hohen Speicherpreise auf den DIY-Markt. Die Absatzzahlen bei den Prozessoren sind im Keller und das, obwohl es aktuell viele interessante Angebote gibt. Egal ob sparsamer Office-Einsatz, für Spieler oder den Nutzer, der doch einmal anspruchsvolle Anwendungen mit allen verfügbaren Kernen belastet – hier die Kaufempfehlungen der Prozessoren für den Sommer 2026.
Es muss ja auch nicht gleich der komplette Plattformwechsel sein, denn zumindest aufseiten des Sockel AM5 von AMD kann auch der Wechsel von einem Prozessor der Ryzen-7000-Serie auf ein Modell der Ryzen-9000-Serie Sinn ergeben, wenn es eine Änderung im Anwendungsprofil gegeben hat.
Wer sich aktuell für eine neue CPU entscheidet, sollte die Plattform nicht isoliert betrachten. Gerade die stark gestiegenen Speicherpreise machen deutlich, dass inzwischen das Gesamtpaket aus Prozessor, Mainboard und RAM zählt. DDR5 hat sich seit 2025 zeitweise um mehrere Hundert Prozent verteuert, sodass 32-GB-Kits im Jahr 2026 häufig zwischen 300 und mehr als 400 Euro kosten. Verantwortlich dafür sind vor allem die hohe Nachfrage aus dem KI- und Server-Umfeld sowie eine bewusst knapp gehaltene Produktion. Zwar gibt es in einzelnen Regionen erste Hinweise auf eine Stabilisierung, ein spürbarer und vor allem nachhaltiger Preisrückgang ist aber wohl erst mit zusätzlichen Fertigungskapazitäten ab Ende 2026 oder noch später zu erwarten.
Damit wird die Entscheidung zwischen AMD und Intel zunehmend zu einer Frage der Plattformstrategie. AMD setzt mit AM5 klar auf einen längeren Lebenszyklus und stellt laut Roadmap Unterstützung für mehrere CPU-Generationen mindestens bis 2027 in Aussicht. Käufer erhalten damit einen vergleichsweise langen Upgrade-Pfad. Intel bleibt dagegen bei traditionell kürzeren Plattformzyklen, was Aufrüstungen häufiger auch mit einem neuen Mainboard und unter Umständen erneutem RAM-Kauf verbindet. Gerade angesichts der derzeit hohen DDR5-Preise fällt dieser Punkt deutlich stärker ins Gewicht. Wer heute in eine moderne DDR5-Plattform investiert, fährt mit einer möglichst langlebigen Basis wirtschaftlich oft besser, weil sich künftige Prozessor-Upgrades ohne eine weitere Speicherinvestition realisieren lassen. Die Kaufentscheidung verschiebt sich damit weg von der reinen Betrachtung des Einstiegspreises hin zu einer längerfristigen Perspektive, in der Plattformstabilität und Aufrüstbarkeit wichtiger werden als der Preis des Prozessors allein.
Das Einstiegs-Segment bis 125 Euro
Den Anfang machen einmal mehr die kostengünstigen Einstiegs-Modelle. Hier allerdings bieten weder AMD noch Intel aktuell wirklich empfehlenswerte CPUs an. AMD kann immerhin noch den Vorteil für sich verbuchen, dass die AM5-Plattform zudem für mindestens eine Generation Bestand hat und es sogar darüber hinaus möglich ist, dass AMD weitere Modelle vorstellen wird. Für Intel hingegen ist die LGA1851-Plattform ein Auslaufmodell ohne Zukunftsaussichten.
Intel Core Ultra 5 225F
Der Core Ultra 5 225F (Test) bietet 6P+4E-Kerne und damit eine für dieses Segment gute Multi-Threaded-Leistung. Der nur 20 MB fassende L3-Cache zeigt sich vor allem in der Gaming-Leistung als Negativ-Effekt. Hier bietet AMD mit dem Ryzen 7 7500F das bessere Angebot. In Sachen Effizienz im Office- und nT-Betrieb kann die Arrow-Lake-Plattform hingegen wieder überzeugen. Gut ausgestattete Mainboards mit LGA1851 gibt es ebenfalls bereits ab 125 Euro.
Preislich startet der Core Ultra 5 255F aktuell ab 122 Euro.
AMD Ryzen 5 7500F
Der bereits angesprochene Ryzen 5 7500F bietet mit seinen sechs Zen-4-Kernen das angemessenere Preis/Leistungsverhältnis und macht den aktuelleren Ryzen 5 9500F quasi überflüssig. AMD hat in diesem Preissegment aktuell keine gut platzierten Prozessoren am Markt und so muss es eben die Vorgänger-Generation sein. Spieler mit knappen Budget finden im Ryzen 5 7500F aber zumindest eine Option im unteren Preissegment. Dank AM5-Sockel bieten sich eine Vielzahl von gut ausgestatteten Mainboards mit den unterschiedlichsten Chipsätzen an.
Mit 115 Euro ist der Ryzen 5 7500F im Vergleich zum Core Ultra 5 225F nur geringfügig günstiger und nur mit Spiele-Fokus empfehlenswert.
Die Mittelklasse bis 275 Euro
Mit der Core-Ultra-200S-Plus-Serie feiert Intel ein echtes Comeback. Ohne die neuen Modelle wären die Kaufempfehlungen schon nach dem Einstiegs-Segment ohne jegliche weitere Beteiligung von Intel verblieben. Den Spagat aus guter Gaming- und Multi-Threaded-Leistung schaffen beide Hersteller mit nur einem Modell aber leider nicht und so heißt es wieder: Entscheidungen müssen getroffen werden.
Intel Core Ultra 5 250K Plus
Der Core Ultra 5 250K Plus (Test) bietet mit 6P+12E-Kernen eine in diesem Segment ausgezeichnete Multi-Threaded-Leistung, die sich der Konkurrenz aus dem Hause AMD erst ab der Ryzen-9-Serie, die deutlich teurer sind, geschlagen geben muss. Die Nachlässigkeiten der ersten Arrow-Lake-Generation hat Intel hinter sich gelassen – beiseite lassen müssen wir an dieser Stelle dann aber auch, dass Intel gleich von Anfang an dieses Niveau hat erreichen wollen. Die Beseitigung der Latenz-Probleme macht den Core Ultra 5 250K Plus auch für Gelegenheitsspieler interessant.
Ab 220 Euro ist der Core Ultra 5 250K Plus zu bekommen. Auch hier gilt, dass gut ausgestattete LGA1851-Mainboards bereits ab 125 Euro zu finden sind.
AMD Ryzen 7 9700X
Das Duett aus Multi-Threaded-Anwendungen und Spielen vereint sich auch in diesem Segment nicht in einem Prozessor und so gilt es für Spieler den Ryzen 7 9700X (Test) in den Fokus zu nehmen. Die acht schnellen Zen-5-Kerne bieten gemeinsam mit den 32 MB an L3-Cache die beste Gaming-Leistung ohne 3D-V-Cache-Unterstützung. Den Vorteil der ausgereiften und im Zweifel günstigeren AM5-Plattform hat dieses Modell ebenfalls auf der Habenseite.
Mit 275 Euro ist der Ryzen 7 9700X abermals etwas teurer als der Intel-Konkurrent und glänzt fast ausschließlich im angesprochenen Gaming-Fokus.
Multi-Threaded-Allrounder für 320 Euro
Die Core-Ultra-200S-Plus-Serie sorgt mit dem Core Ultra 7 270K Plus für eine in der Namensgebung etwas ungewöhnliche Speerspitze Intels.
Intel Core Ultra 7 270K Plus
Schneller als das Core-Ultra-9-Modell bietet der Core Ultra 7 270K Plus (Test) 8P+16E-Kerne und liefert damit die höchste aktuell verfügbare Multi-Threaded-Leistung (abseits des Workstation-Bereichs). Auch im Hinblick auf den Boost-Takt muss sich der Core Ultra 7 nicht hinter dem bisherigen Angebot verstecken. Mit seinen 36 MB an L3-Cache und den verbesserten Latenzen werden auch Spieler nun deutlich zufriedener sein, als dies bisher bei Arrow Lake der Fall war.
Mit einem aktuellen Preis von 320 Euro lässt sich so auch eventuell darüber hinwegsehen, dass die LGA1851-Plattform bereits ihr Lebensende erreicht hat.
High-End-Gaming startet ab 400 Euro
Wer die Zeit vor dem PC fast ausschließlich in Spielen verbringt, für den gibt es aktuell nur eine Wahl: AMD Ryzen und damit eines der X3D-Modelle. Natürlich darf man dabei auch den Preis nicht außer Acht lassen, und so haben wir über die bisherigen Kategorien auch immer die Gaming-Leistung mit in die Bewertung einfließen lassen.
AMD Ryzen 7 9850X3D/Ryzen 7 9800X3D
Geht es nun also darum, eine Empfehlung für den schnellsten Gaming-Prozessor auszusprechen, führt kein Weg am Ryzen 7 9850X3D (Test) oder Ryzen 7 9800X3D (Test) vorbei. Die acht Zen-5-Kerne sind im Hinblick auf die Compute-Leistung im Jahr 2026 noch immer ausreichend (einige Ausnahmen mag es geben), vor allem aber profitieren diese Modelle vom zusätzlichen L3-Cache und sind dahingehend mit 96 MB mehr als ausreichend versorgt. Mehr geht hinsichtlich der Gaming-Leistung aktuell nicht und dem hat Intel derzeit auch nichts entgegenzusetzen.
Die rund 10 % Leistungsunterschied zwischen dem Ryzen 7 9850X3D und 9800X3D lässt sich AMD aktuell mit 50 Euro Aufpreis anständig bezahlen. So ist der Ryzen 7 9800X3D ab 400 Euro die vernünftigere Wahl, während der Ryzen 7 9850X3D für 450 Euro einfach das Nonplusultra darstellt.
Für die Workstation-Plattform wird es teuer
Einzig der enorme Bedarf an Host-CPUs durch den KI-Boom hält Intel und dessen Workstation-Segment aktuell über Wasser. Ansonsten hat man AMD dieses Segment in den vergangenen Jahren fast allein überlassen und diese Dominanz zeigt sich auch in den Preisen, die AMD aufrufen kann. Schon die von uns getesteten Modelle mit 32 und 64 Kernen stellten alles in den Schatten, was Intel zu bieten hat. In der Ryzen-Threadripper-9000-Pro-Serie setzt AMD dem mit 96 Kernen dann auch noch die Krone auf.
Zu der Vielzahl an schnellen Zen-5-Kernen gesellt sich zudem eine entsprechend umfangreiche Plattform. Je nach Anwendungsbereich bietet diese vier oder acht DDR5-Speicherkanäle für eine extrem hohe Speicherbandbreite. Hinzu kommen bis zu 128 PCI-Express-5.0-Lanes, zahlreiche Management-Funktionen und umfangreich ausgestattete Mainboards.
Allerdings kosten nicht nur die Prozessoren im Falle des 96-Kerners weit über 10.000 Euro, auch die Mainboards sind nicht ganz günstig – von 8x DDR5-Modulen mit hoher Kapazität brauchen wir in der aktuellen Situation gar nicht erst zu sprechen.




















