Seite 4: Besonderheiten des AOC Agon AG353UCG

Die Komprimierung stört nicht beim Zocken

Eine Sache hat sich seit dem Test des ASUS PG27UQ im Sommer 2018 nicht verändert. Die aktuellen Anschluss-Standards sind auch im Frühjahr 2020 noch immer nicht darauf ausgelegt, mit den Datenmengen umzugehen, wie sie bei modernen High-End-Gaming-Displays anfallen. Daher muss eine andere Lösung her. Bei UHD kommt dieser Effekt aber noch deutlich stärker zum Tragen, als es beim Agon AG353UCG der Fall ist.

Im PC-Bereich ist es der gewohnte Weg, Farbsignale nach dem RGB-Standard zu übertragen. Es werden also pro Pixel die Anteile der Farben Rot, Grün und Blau übertragen. In der Mischung der Subpixelfarben entsteht schlussendlich die Farbe, die wir auf dem Monitor zu sehen bekommen. 

Es gibt aber noch einen anderen Weg, Farben zu übertragen. Das Bildsignal kann für jeden Pixel in Kontrastwert, Farbton und Sättigung aufgeteilt werden. Um die maximale Qualität zu bieten, muss der Modus 4:4:4 gewählt werden. Dann enthält jeder Pixel die vollen Informationen. Bandbreite kann so jedoch nicht eingespart werden. Dafür gibt es aber den Modus 4:2:2. Dann enthält immer noch jeder Pixel die volle Helligkeitsinformation, aber nur noch jeder zweite Pixel die Farbdifferenzsignale. Mit eben jenem Modus muss der AG353UCG betrieben werden, wenn 144 Hz mit 12 bit an Farbe kombiniert werden oder 180 Hz bzw. 200 Hz mit 10 bit – 8 Bit klappt weiterhin ohne Komprimierung. Das bedeutet aber auch: Für viele Anwender spielt Chroma Subsampling keine allzu große Rolle bei unserem Testkandidaten. Wer beispielsweise ein Setup nutzt, mit dem 200 fps nicht wirklich zu erreichen sind, fährt mit dem 144 Hz-Setting ebenfalls sehr gut. Ebenso besteht die Möglichkeit bis auf 10 Bit zu schalten.

Am Ende zählt an dieser Stelle natürlich, wie sich diese Komprimierung auf die Bildqualität auswirkt – und an dieser Stelle muss differenziert werden. Wird auf dem Desktop gearbeitet, gibt es im 4:2:2-Modus eine deutlich sichtbare Verschlechterung der Bildqualität. So möchte man nicht mehrere Stunden vor dem PC sitzen. Gerade feine Linien leiden deutlich unter dem sogenannten Chroma-Subsampling. Ganz anders sieht es bei der Wiedergabe von Filmen oder Spielen aus. Hier konnten wir keinen Unterschied zwischen 4:4:4 und 4:2:2 feststellen.

Auch 2020 gilt also noch: Es wird Zeit, dass endlich die aktuelleren Schnittstellen-Standards integriert werden, sodass bei einem Monitor der 3.000-Euro-Klasse keine Kompromisse mehr eingegangen werden müssen.

Ein Monitor der Krach macht

Blicken wir zurück auf den ROG PG27UQ, waren die integrierten Lüfter bei dem 27-Zöller damals die größten Diskussionspunkte. Auch die HDR1000-Riege im 35-Zoll-Format kommt nicht ohne Lüfter aus – und das wird dem AGON AG35UCG bei vielen Interessenten leider zum Verhängnis.

Leider macht der Hersteller keine genaueren Angaben zum verbauten Lüftungskonzept, leise ist der 35-Zöller aber auf keinen Fall. Darum haben wir unser Lautstärke-Messgerät gezückt und konnten im normalen Windows-Betrieb eine Lautstärke von 36,3 dB(A) messen. Gerade wer ein leises PC-System sein Eigen nennt, wird den Monitor auf jeden Fall deutlich heraushören. Im Gaming-Betrieb drehte der Lüfter noch einmal minimal auf, signifikant war der Unterschied aber nicht.

Um in der Praxis überzeugen zu können, müsste eine deutlich effizientere Lüftersteuerung eingesetzt werden, denn gerade im Desktop-Betrieb stört der 35-Zöller. Bei Games sieht die Lage anders aus, denn der Sound übertönt das Lüftergeräusch schnell. Noch besser sieht es aus, wenn ein Headset genutzt wird. In dieser Disziplin hat der ASUS ROG PG35VQ aufgrund seiner besseren Steuerung aktuell die Nase vorn.