Seite 4: Bildqualität und Messergebnisse

In unserer großen Display-FAQ gehen wir umfangreich auf verschiedenen Panel-Techniken ein und erklären deren Vor- und Nachteile, die sich unmittelbar auf die Darstellungsqualität auswirken. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall.

Subjektive Beurteilung der Bildqualität

Wie bereits angesprochen, nutzt der AOC Agon AG352QCX eine vergleichsweise niedrige Auflösung von 2.560 x 1.080 Bildpunkten. Trotz der Diagonale von 35 Zoll werden in der Höhe also nicht mehr Bildpunkte als oftmals bei 24-Zoll-Geräten geboten, während die 2.560 Pixel seit vielen Jahren repräsentativ für das 27-Zoll-Segment sind. Das führt dazu, dass AOCs Gaming-35-Zöller nicht besonders viel Platz auf dem Desktop, respektive eine sehr große Darstellung bietet. Entsprechend fällt die Bildschärfe nicht allzu hoch aus. Anwender, die auf der Suche nach einem möglichst guten Allrounder sind, sollten daher zu einem Gerät mit 3.440 x 1.440 Bildpunkten greifen.

AOC setzt auf MVA-Panel, das mit einer Krümmung von 2.000 mm recht stark gekrümmt ist. Das bietet gerade für Multimedia-Anwendungen und Games große Vorteile, denn es wird eine deutlich größere Immersion als bei planen Geräten ermöglicht: Der Anwender fühlt sich deutlich stärker in das Geschehen hineinversetzt, als es bislang der Fall war. Auch gegenüber Curved-Monitoren der ersten Generation gibt es merkliche Vorteile, denn die wirken im Vergleich mit der aktuellen Generation vergleichsweise plan.

Wie es für MVA-Geräte typisch ist, kann der AG352QCX mit einem sehr kontrastreichen Bild aufwarten. Weniger gut gefallen hingegen die Blickwinkel. Die sind zwar deutlich größer, als man es üblicherweise von TN-Geräten kennt, könnten aber gerne noch etwas größer ausfallen. Solange man aber ziemlich direkt vor dem Display sitzt, fallen Einschränkungen nicht auf. Problematischer wird es da schon, wenn beispielsweise in größerer Runde ein Film betrachtet werden soll.

Gaming-Einschätzung

Schon die Optik macht klar: AOC will keinen Allrounder, sondern einen waschechten Gaming-Könner präsentieren. Vor diesem Hintergrund kann die nicht allzu hohe Auflösung durchaus Vorteile haben. Zwar geht etwas Bildschärfe verloren, dafür wird die Grafikkarte aber gegenüber Modellen mit 3.440 x 1.440 Bildpunkten deutlich entlastet. Entsprechend muss weniger oft in einen neuen Grafikbeschleuniger investiert werden.

Ein anderer Vorteil der gewählten Auflösung liegt in der Wiederholrate. So ist die höher auflösende Konkurrenz aktuell auf 100 Hz limitiert – mehr Bandbreite gibt der DisplayPort aktuell nicht her. Anders sieht das beim AG352QCX aus, der maximal mit 200 Hz befeuert werden kann. Das klappt in der Praxis gut und resultiert in einem schnellen und extrem direkten Spielgefühl. Allerdings erweist sich das MVA-Panel nicht als idealer Spielgefährte für das High-Speed-Gaming. VA-typisch neigt auch unser Testkandidat zu einer störenden Schlierenbildung. Da können zwar die Overdrive-Einstellungen bis zu einem gewissen Level helfen, bei den extremen Einstellungen kann es aber zu Overshooting kommen. Keine Auffälligkeiten gibt es beim Input-Lag: Alle Eingaben werden unmittelbar umgesetzt.

Wie üblich gut gefallen kann die FreeSync-Technik, die Tearing konsequent unterbindet – ein Vorteil, den man einmal in der Praxis erlebt haben muss.

Das OSD bietet zwar eine eigene Gaming-Sektion, in der beispielsweise die Presets gewählt werden können, was fehlt sind hingegen weitere Features wie ein zuschaltbares Fadenkreuz oder eine FPS-Anzeige – hier bietet die Konkurrenz teils mehr.

Helligkeit, Homogenität und Kontrast

Helligkeit

maximal

cd/m²
Mehr ist besser

Homogenität

maximal

Prozent
Mehr ist besser

Kontrast

maximal

2715 XX


2418 XX


2110 XX


1772 XX


1419 XX


1369 XX


1283 XX


1257 XX


1076 XX


1024 XX


1022 XX


1013 XX


1009 XX


938 XX


925 XX


870 XX


832 XX


807 XX


763 XX


505 XX


Wert:1
Mehr ist besser

Es ist bei einem MVA-Panel keine große Überraschung: Das Kontrastverhältnis ist die Paradedisziplin in unseren Messungen. Mit einem Wert von 2.715:1 gehört der 35-Zöller klar zu den besten bislang getesteten Geräten. Auf einem überzeugenden Level befindet sich auch die Helligkeit. Im Maximum konnten wir 393 cd/m² messen, während es im Mittel 338 cd/m² waren. Es zeigt sich bereits hier: Die Homogenität gehört auf der anderen Seite nicht zur Stärke des AG352QCX. Es liegen 85 cd/m² zwischen dem hellsten und dunkelsten Sektor – das kann auch mit bloßem Auge so erkannt werden. Die Homogenität liegt damit bei 78 %.

Weißpunkt und Farbreproduktion

Weißpunkt

7179 XX


6973 XX


6866 XX


6803 XX


6754 XX


6717 XX


6713 XX


6712 XX


6699 XX


6691 XX


6661 XX


6582 XX


6576 XX


6465 XX


6404 XX


6397 XX


6347 XX


6335 XX


6323 XX


6299 XX


6226 XX


5877 XX


Farbtemperatur in Kelvin
Idealwert: 6.500 Kelvin

Farbreproduktion

1.72 XX


2.17 XX


3.7 XX


3.89 XX


4.38 XX


4.38 XX


4.54 XX


4.57 XX


4.61 XX


4.66 XX


5.14 XX


5.45 XX


5.46 XX


5.67 XX


5.7 XX


6.07 XX


6.13 XX


7.09 XX


7.98 XX


8.26 XX


9.47 XX


10.37 XX


13.41 XX


DeltaE
maximales DeltaE

Wer sich beim AOC AG352QCX für die Farbeinstellung „normal“ entscheidet, muss eigentlich nicht mehr viel machen, denn dann kommt der 35-Zöller auf einen Weißpunkt von 6.582 Kelvin, was sehr nah am Idealwert dran ist.

Mit einem über alle Farben gemittelten DeltaE von 1,01 kann das Display auch bei der Farbreproduktion punkten.