Seite 1: Coffee Lake: Intel Core i7-8700K, i5-8600K und i5-8400 im Test

Der sechste und letzte (?) CPU-Launch in diesem Jahr kommt von Intel: Mit den unter dem Codenamen Coffee Lake zusammengefassten Core-i7- und i5-Modellen kommen bei Intel erstmals Sechskern-Prozessoren in den Mainstream-Markt. Bedanken darf man sich aber wohl nicht bei Intel, sondern bei der Konkurrenz - sonst wären diese Prozessoren sicherlich nicht in dieser Form vorgestellt worden. Wir haben gleich drei Modelle im Test: Intels Topmodell, den Core i7-8700K, den wohl für die meisten Leser interessanten i5-8600K und den kleinen Core i5-8400.

Auch diesen Launch hat Intel mehr oder weniger verstolpert: Am heutigen 5.10. sollten die Prozessoren offiziell vorgestellt werden, aber man sah sich aufgrund von einigen Leaks gezwungen, die Spezifikationen und Features bereits am 25. September freizugeben. Am Morgen beim ersten Kaffee im Büro vom Coffee-Lake-Launch überrascht zu werden, ist sicherlich nicht optimal, aber in einer News zum Start von Coffee Lake haben wir dann bis zum Austrinken des ersten Kaffees die Infos schon online gebracht. Zum 5.10. blieb deshalb noch alles über, was mit tatsächlichem Testen zu tun hat: Benchmarks, Overclocking und ähnliches stellen wir in diesem Artikel vor.

Die folgenden sechs Modelle stellt Intel vor:

Intel Core-Lineup 8. Generation
Modell Kerne / Threads Takt Boost-Takt L3-Cache TDP Preis
Intel Core i7-8700K 6 / 12 3,8 GHz 4,7 / 4,6 / 4,4 / 4,3 GHz 12 MB 95 W 359 US-Dollar
Intel Core i7-8700 6 / 12 3,2 GHz 4,6 / 4,5 / 4,3 / 4,3 GHz 12 MB 65 W 303 US-Dollar
Intel Core i5-8600K 6 / 6 3,6 GHz 4,3 / 4,2 / 4,2 / 4,1 GHz 9 MB 95 W 257 US-Dollar
Intel Core i5-8400 6 / 6 2,8 GHz 4,0 / 3,9 / 3,9 / 3,8 GHz 9 MB 65 W 182 US-Dollar
Intel Core i3-8350K 4 / 4 4,0 GHz - 8 MB 95 W 168 US-Dollar
Intel Core i3-8100 4 / 4 3,6 GHz - 6 MB 65 W 117 US-Dollar

Intel legt quasi überall zwei Kernen drauf: Der Core i7-8700K hat jetzt sechs Kerne und Hyperthreading, der Core i5-8600K sechs Kerne ohne Hyperthreading. Der Core i3-8350K hat erstmals vier Kerne ohne Hyperthreading. Entsprechend sind auch die Caches größer, denn mit mehr Kernen geht bei Intel auch immer eine größere Cache-Menge einher. Letztendlich sind auch die Taktraten etwas höher, der Core i7-8700K geht im Turbo jetzt auf bis zu 4,7 GHz hoch. Das alles schafft Intel aber bei einer TDP von 95 Watt, diese steigt also nur leicht von 91 Watt an.

Schaut man auf die Preise, so sieht man auch schnell, unter welchem Leistungsdruck Intel mittlerweile steht: Bei Kaby Lake war Anfang des Jahres zum Launch ein Preis von über 400 Euro zu zahlen, Coffee Lake mit zwei Kernen mehr soll hingegen für deutlich unter 400 Euro in den Markt starten. Zudem hat Intel seit Jahren sich mit dem Launch der Plattformen Zeit gelassen, Kaby Lake durfte aber nur knapp neun Monate bestehen bleiben.

Trotzdem: Es gibt auch kritische Dinge zu betrachten: Coffee Lake bringt eigentlich keine großen Änderungen mit, was die Architektur und Fertigungstechnik betrifft. So ist Coffee Lake nach alter, nicht mehr existierender Nomenklatur weder ein Tick, noch ein Tock, sondern eher etwas Feinschliff hier und etwas Feinschliff da. Intel verwendet die verbesserte 14++-nm-Fertigung für den Chip, die etwas höhere Taktraten bei gleichem Energieverbrauch oder etwas besseren Energieverbrauch bei niedrigerem Takt ermöglicht. Nicht nur durch diese wird es auch möglich, zwei Kerne mehr bei gleicher TDP einzusetzen. Auch in anderen Bereichen wird Feinschliff betrieben: DDR4-2666 darf jetzt auch offiziell eingesetzt werden. Die GPU wurde leicht verbessert, an welchen Stellen gab Intel aber nicht bekannt.

Auch der Chipsatz und Sockel ist eigentlich derselbe, aber mit 18 Pins Unterschied, insofern ist eine Kompatibilität zwischen dem "alten" Sockel 1151 und dem "neuen" Sockel 1151 nicht gegeben. Für Coffee Lake muss es also ein Z370-Mainboard sein, für Kaby Lake ein Z270-Mainboard.

Auf Architektur-Betrachtungen und auch Chipsatz-Betrachtungen können wir mehr oder weniger also verzichten. Wir starten deshalb gleich mit unseren Tests.