Seite 2: Leistung, Laufzeit, Kühlung

Der Blick auf das Gehäuse zeigt, dass beim HP Omen 15 trotz des vergleichsweise geringen Preises keinerlei Abstriche bei der Verarbeitungsqualität gemacht werden müssen. Wie es um die Leistungsfähigkeit der Hardware bestellt ist und wie die Kühlung ausfällt, schauen wir uns nun näher an.

Systemleistung

Auch wenn es die Omen-Geräte mit kleinerem Intel Core i5-7300HQ gibt, wird unser Testmodell von einem Intel Core i7-7700HQ angetrieben und verfügt damit über die höhere Grundleistung. Wie alle aktuellen Notebook-Prozessoren von Intel entspringt auch der Intel Core i7-7700HQ der aktuellen Kaby-Lake-Architektur und wird bereits im 14-nm-Prozess gefertigt. Die vier Rechenkerne, die dank SMT-Support jeweils zwei Threads gleichzeitig bearbeiten können, machen sich dabei mit einer Geschwindigkeit im Basis- und Boost-Takt von 2,8 bis 3,8 GHz ans Werk. Im Vergleich zum aktuellen HK-Modell büßt man damit ein bisschen Takt ein, verzichtet aber auch auf den nach oben hin geöffneten Multiplikator. Übertakter als Ziel hat das HP Omen 15 aber ohnehin nicht.

Ansonsten kann der Intel Core i7-7700HQ auf einen klassenüblichen 6 MB großen L3-Cache zurückgreifen und besitzt in zweiter Reihe einen 1 MB großen Zwischenspeicher, wobei dieser unter allen vier Kernen aufgeteilt wird und sich damit pro Core auf 256 KB beläuft. Der Daten- und Instruktions-Cache fasst je Rechenkern 32 KB an Daten. Die maximale Leistungsaufnahme wird von Intel mit sparsamen 45 W angegeben. Zum Vergleich: Das Flaggschiff für den Z270-Chipsatz wird mit 91 W angegeben. 

hp omen15 cpuz

An den Speichercontroller des Kaby-Lake-Prozessors bindet HP bei seinem Omen 15 zwei SODIMM-Module nach DDR4-Standard an, die jeweils 8 GB und damit in der Summe 16 GB an RAM zur Verfügung stellen. Beide Module machen sich jeweils mit einer Geschwindigkeit von 2.400 MHz ans Werk, womit unser Testgerät es hier auf eine Speicherbandbreite von 24,25 GB/s bringt, was leicht über dem Durchschnitt unserer Vergleichsgeräte liegt. Im Komprimierungstest von 7-Zip erreicht unser Testmuster knapp über 20.780 MIPs, womit das Sample ebenfalls zu den schnelleren Modellen zählt. Der Intel Core i7-7700HQ liegt hingegen auf üblichem Niveau. Die Rendervorgänge der beiden Cinebench-Benchmarks schließt die CPU mit 8,12 bzw. 721 Punkten ab. 

Cinebench 15

CPU

Punkte
Mehr ist besser

Überzeugen kann das HP Omen 15 zudem bei der restlichen Arbeitsleistung. Dank der schnellen PCI-Express-SSD erreicht unser Testmuster eine durchschnittliche Leserate von sehr guten 2.298,52 MB/s und überflügelt damit jedes andere 2,5-Zoll-Laufwerk mit SATA-Anbindung. Einziger Wehrmutstropfen: Die Schreibrate liegt mit knapp 350 MB/s deutlich darunter. Hier bricht der Flashspeicher leider deutlich ein. Als zusätzliches Datengrab dient außerdem eine 2,5-Zoll-Festplatte, die weitere 1 TB Speicherplatz zur Seite stellt. Sie liest Daten immerhin mit einer Geschwindigkeit von rund 110 MB/s aus. Auf ein optisches Laufwerk muss man aus Platzgründen verzichten. In Zeiten von Steam, Origin, uPlay und Co. ist das aber sicherlich zu verschmerzen.

PCMark 8

Creative

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Gaming-Leistung

Ein Highlight unseres HP Omen 15 ist natürlich die Grafikkarte. Hier setzt HP nicht auf eine reguläre GeForce GTX 1060, sondern auf die effizientere Max-Q-Version. Sie soll laut NVIDIA deutlich weniger Strom verbrauchen und deutlich sparsamer arbeiten – trotzdem soll der Leistungsverlust nur etwa 10 % betragen. Bei unserem Test zur NVIDIA GeForce GTX 1080 Max-Q, welchen wir mit dem ASUS ROG Zephyrus GX501 durchführten, konnten wir dies zumindest für das Flaggschiff-Modell so bestätigen. Die NVIDIA GeForce GTX 1060 Max-Q unseres HP Omen 15 setzt hier auf den vollen Ausbau, welcher so auch schon im Desktop zum Einsatz kommt. Zur Verfügung stehen somit 1.280 Shadereinheiten, die auf einen 6 GB großen GDDR5-Videospeicher zurückgreifen können, welcher über ein 192 Bit breites Interface angebunden wird. Dazu gibt es wie gewohnt 80 Textureinheiten und 48 Rasterendstufen. 

Die Taktraten wurden ordentlich nach unten korrigiert. Laut GPUz-Screenshot soll die NVIDIA GeForce GTX 1060 Max-Q in unserem HP Omen 15 mit einem Basis- und Boost-Takt von 1.063 bzw. 1.342 MHz arbeiten, während es die Speicherchips auf ihre gewohnten 2.002 MHz bringen. Zum Vergleich: Die reguläre Variante rechnet mit 1.405 bis mindestens 1.671 MHz deutlich schneller. In der Praxis wird der versprochene Turbo-Takt problemlos erreicht, nach längerer Lastzeit mit Furmark aber sinkt er teilweise deutlich unterhalb das Basis-Taktes ab. Im absoluten Worst-Case-Szenario fällt die Geschwindigkeit auf nur noch 999 MHz ab. 

hp omen15 gpuz

Aktuelle Spieletitel wie Grand Theft Auto 5, DiRt Rally, The Witcher 3 oder Shadow of Mordor stellen für die NVIDIA GeForce GTX 1060 Max-Q und damit für das HP Omen 15 keine großen Probleme dar, vor allem dann, wenn man sie ohnehin in der nativen Full-HD-Auflösung spielt. Dann laufen Spiele wie Grand Theft Auto 5 oder The Witcher 3 mit flüssigen 51 bis 75 Bildern pro Sekunde über den Bildschirm. Anspruchsvollere Titel wie beispielsweise Total War Attilla sind immerhin noch mit 45 FPS spielbar und das selbst in den höchsten Detaileinstellungen.

Insgesamt büßt die NVIDIA GeForce GTX 1060 Max-Q gegenüber der regulären Variante etwa 10 bis 12 % an Leistung ein, bleibt dem nächst kleineren Modell aber klar überlegen. Das war bei der NVIDIA GeForce GTX 1080 Max-Q nicht der Fall. Hier fiel die Leistung trotz höherer Modellbezeichnung fast auf das Niveau einer NVIDIA GeForce GTX 1070 zurück. Die Kritik der falschen, zumindest aber nicht deutlich genug gemachten Kennzeichnung muss sich NVIDIA im Falle der GeForce GTX 1060 damit nicht gefallen lassen. Der prognostizierte Leistungsverlust von NVIDIA ist realistisch. 

Tomb Raider

Native Auflösung – High Settings

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

GTA V

Native Auflösung - High Settings

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

The Witcher 3

Native Auflösung – High Settings

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Die Software-Ausstattung

Abgesehen von der 30-Tages-Version von Microsoft Office 365 oder McAfee LiveSafe wird unser Testmuster ohne Bloatware ausgeliefert. Eine Vielzahl eigener Tools sind aber trotzdem vorinstalliert. Hier gibt HP viele Dokumentations-Tools zu den einzelnen Komponenten mit auf den Weg. Das interessanteste Tool ist sicherlich das "Omen Command Center". Darüber lässt sich nicht nur die aktuelle Auslastung von Prozessor, Grafikkarte und Netzwerk auslesen, sondern teilweise auch deren Temperaturen. Viele Einstellungsmöglichkeiten gibt es hier jedoch nicht. Vermutlich wird HP die Software in den nächsten Wochen und Monaten deutlich aufmöbeln und bei zukünftigen Geräten mehr Funktionen integrieren. Ansonsten sind Tools für die beiden Lautsprecher von Bang & Olufsen installiert.

Passable Oberflächen-Temperaturen

Auch wenn das HP Omen 15 im Vergleich zum ASUS ROG Zephyrus GX501 über nicht ganz so kompakte Abmessungen verfügt, zählt es zu den eher schlankeren Gaming-Vertretern. Obwohl im Inneren ein Intel Core i7-7700HQ und eine NVIDIA GeForce GTX 1060 Max-Q stecken, bleiben die Temperaturen am Gehäuse durchaus noch im Rahmen. Wir haben Höchstwerte von bis zu 40,8 °C gemessen. Der wärmste Punkt befindet sich dabei im Bereich des Topcases direkt zwischen Prozessor und Grafikkarte. In der Regel bleibt die Arbeitsfläche rund um Tastatur und Touchpad mit durchschnittlich fast 33 °C deutlich kühler, genau wie die Unterseite, bei der wir im Schnitt etwa 32,3 °C gemessen haben.

Im Inneren herrschen aber teils sehr hohe Temperaturen. Im absoluten Worst-Case-Szenario, das wir gewohnt mit Prime95 und Furmark simulieren, heizt sich der Kaby-Lake-Prozessor auf satte 98 °C auf und bleibt damit alles andere als kühl. Sehr schade: Der Prozessor fängt dabei schon an zu throttlen, um nicht den Hitzetod zu sterben. Im Test ging der Takt auf bis zu 2,2 GHz herunter. Dieser sollte eigentlich nicht die 2,8-GHz-Marke unterschreiten. Ähnlich es ist dies bei der Grafikkarte. Hier sinkt der Takt teilweise auf 999 MHz ab und liegt damit ebenfalls deutlich unter den Hersteller-Vorgaben. Immerhin bleibt die NVIDIA-Lösung mit etwa 74 °C deutlich kühler. HP hat hier also noch Nachbesserungsbedarf. Im Spielebetrieb mit The Witcher 3 gibt es aber keinerlei Leistungseinschränkungen aufgrund hoher Temperaturen.

Ein wirklicher Leisetreter ist das HP Omen 15 damit trotz Max-Q-Design leider auch nicht. Zwar mag das Kühlsystem im Leerlauf mit etwa 38,7 dB(A) vergleichsweise leise arbeiten und tut dies teilweise sogar komplett passiv und damit völlig lautlos, unter Volllast aber steigt die Geräuschkulisse auf satte 51,3 dB(A) an. Das dürfte nicht nur nicht den NVIDIA-Vorgaben entsprechen, sondern lässt unser Testmuster damit auch zu den eher lauteren Gaming-Notebooks zählen.

bench temp oberseite

Kaum Ausdauer für Spiele

Obwohl die NVIDIA GeForce GTX 1060 Max-Q aufgrund ihrer Taktreduzierung deutlich sparsamer arbeiten soll, ist das HP Omen 15 in unserer Ausbaustufe nicht wirklich ausdauernd, wenn man spielen möchte. Im Spielebetrieb schafft es der integrierte 67-Wh-Akku gerade einmal, das Gerät rund 99 Minuten lang ohne Steckdose zu betreiben. Damit geht der Spielebildschirm schon nach etwas mehr als anderthalb Stunden aus. Im normalen Office-Betrieb hält das Gerät immerhin 250 Minuten und damit etwas mehr als vier Stunden durch. Voll aufgeladen zieht das HP Omen 15 je nach Lastbetrieb zwischen etwa 18 und 150 W aus der Steckdose. Aufgeladen ist der Akku nach ca. 100 Minuten. Damit hätte ein leistungsärmeres Netzteil mit einer Ausgangsleistung von etwa 180 W ebenfalls gereicht. HP hat sich für ein 200-W-Modell entschieden.