Seite 1: Test: Schenker XMG U706 - Performance-Monster mit Skylake-Desktop-CPU

schenker u706 teaserSchenker Technologies nutzt den Herbst, um sein gesamtes Line-up zu aktualisieren. Grund dafür ist natürlich der Launch von Intels Skylake-Prozessoren, die nach und nach in allen Geräten Einzug halten. So auch beim neuen XMG U706, das auf den ersten Blick ein einfaches Facelift des überzeugenden Vorgängers ist, unter der Haube aber doch noch etwas mehr zu bieten hat. Ob am Ende ein ähnlich überzeugendes Modell wie vor einem Jahr herauskommt, klärt unser Test.

Für Built-to-Order-Anbieter wie Schenker Technologies aus Leipzig hat sich in den letzten Jahren einiges geändert. Früher konnten „einfach“ Barebones bezogen werden, die dann möglichst individuell mit verschiedensten Komponenten bestückt wurden. Durch die zunehmende Integration der Komponenten erweist sich dies im Bereich von Prozessor und Grafikkarte aber als immer schwieriger. Bei der P-Serie, den Vorzeige-Modellen aus Leipzig sind CPU und GPU in der Zwischenzeit fest verlötet, was die Konfigurationsmöglichkeiten deutlich einschränkt – bei der letzten Generation wurde beispielsweise nur noch eine Wahlmöglichkeit für den Prozessor angeboten. Die BTO-Fahne soll hingegen die U-Serie hochhalten. Waren U-Modelle früher einzig und allein Desktop-Replacement-Modelle, die alles waren, nur nicht mobil, hat sich auch hier etwas getan. Der Clevo-Barebone P771DM bietet zwar ebenfalls Platz für Desktop-Prozessoren fällt gleichzeitig aber deutlich flacher aus. Auf diesem Wege bietet das U706 eine Mobilität, wie sie bei Gaming-Notebooks noch im normalen Rahmen liegt, gleichzeitig aber die mehr Flexibilität, wenn es um die Prozessor-Auswahl geht.

Entsprechend bietet Schenker auch beim U706 wieder eine vergleichsweise große Auswahl an CPUs – unsere Testkonfiguration setzt auf einen Intel Core i7-6700K und damit das Top-Modell. Dank Skylake können SSDs nun direkt via PCI-Express angebunden werden, während beim Speicher natürlich DDR4 zum Einsatz kommt. Keine Änderungen gibt es bei den Grafikkarten – wie bereits vor einem Jahr kommt in unserem Setup eine GeForce GTX 980M zum Einsatz.

Unauffälliges Powerhouse

Liegt das U706 zunächst auf dem Schreibtisch, fallen zwei Dinge auf. Erstens: Auf den ersten Blick ist es kaum möglich das neue Modell vor Vorgänger zu unterscheiden. Zweitens: Es handelt sich um ein klassisches Schenker-/Clevo-Modell. Das gesamte Erscheinungsbild wird von mattschwarzem Softtouch-Kunststoff dominiert. Der fasst sich angenehm an, sieht schick aus, erweist sich aber leider als recht anfällig auf fettige Fingerabdrücke. Eine Besonderheit ist auf dem Deckel zu erkennen, denn anders als alle anderen deutschen BTO-Anbieter schafft es Schenker sich ein Stück weit zu differenzieren. Auf dem Deckel wurde ebenfalls in Schwarz ein XMG-Logo aufgebracht. Dass es sich um ein Gaming-Notebook mit Desktop-Prozessor handelt, sieht man dem U706 auf den ersten Blick nicht an, denn mit einer Bauhöhe von 38,7 mm ist es nicht höher als manch aktuelles Gaming-Modell, das MSI GT72 ist beispielsweise noch einmal einige Millimeter dicker. Gleiches gilt auch für das Gewicht. Mit 3,9 kg ist der 17-Zöller in der heutigen Zeit sicherlich kein Leichtgewicht mehr, schwerer als die Gaming-Konkurrenz ist man aber dennoch nicht, wenn man einmal von den Slim-Modellen absieht.

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Schenker Technologies XMG U706

Von der P-Serie kann sich das U706 beim Design des Deckels leicht absetzen, denn es gibt zwei vertikal verlaufende Kanten, die das Design des 17-Zöllers ein wenig auflockern. Noch schlichter geht es zu, wenn der Deckel geöffnet wird, denn wenn man von der minimalen Vertiefung der Tastatur absieht, gibt es an dieser Stelle keine weiteren Auffälligkeiten.

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Schenker Technologies XMG U706

Die Verarbeitungsqualität befindet sich auf einem guten Niveau. Alle Spaltmaße sind gleichmäßig ausgeführt, das Top-Case gibt auch unter Last nur minimal nach. Nichts zu beanstanden gibt es auch hinsichtlich der Materialgüte, die als unauffällig eingestuft werden kann. An den von Alienware verwendeten Kunststoff oder die Alu-Lösungen der Konkurrenz reicht aber auch die neue Generation nicht heran. Nachdem Clevo hier vor einigen Jahren einen guten Schritt nach vorn gemacht hat, ist es langsam wieder einmal an der Zeit, dass es weiter vorangeht.

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Schenker Technologies XMG U706

Ein neuer Anschluss macht den Unterschied

Ein Blick auf das Anschlusspanel zeigt, dass es auch an dieser Stelle kaum Unterschiede gibt. Insgesamt gibt es vier USB-3.0-Anschlüsse, von denen drei auf der linken Seite des Chassis positioniert wurden. Einer davon wird mit einem betagten eSATA-Anschluss kombiniert. Ein Nachteil ist das natürlich nicht, wirklich relevant ist der Anschlussstandard in der heutigen Zeit aber auch nicht mehr. Deutlich interessanter ist der Anschluss, der zwischen den beiden USB-3.0-Anschlüssen und dem ebenfalls an dieser Stelle integrierten Card-Reader zu finden ist. Es wurde, Skylake macht es möglich, eine Thunderbolt-3-Schnittstelle integriert, die einen Typ-C-Anschluss besitzt. Die vierte USB-Schnittstelle wurde auf der rechten Seite untergebracht, sitzt aber so weit hinten, dass es in den meisten Fällen keine Probleme geben sollte, wenn auch eine Maus genutzt wird. Ebenfalls auf der rechten Seite wurden die vier Anschlüsse des Soundsystems untergebracht.

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Schenker Technologies XMG U706

Interessant wird noch einmal ein Blick auf die Rückseite des Notebooks, denn dort wurden gleich drei Monitor-Ausgänge untergebracht. Es gibt zwei DisplayPort-Ausgänge und einen HDMI-Out. Leider verpasst es Clevo erneut an dieser Stelle einen USB- oder RJ45-Anschluss auf der Rückseite unterzubringen, was das Kabelchaos auf dem Schreibtisch reduzieren würde.

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Schenker Technologies XMG U706

Mit der Außenwelt kann das Schenker Technologies XMG U706 entweder über einen RJ45-Anschluss per kabelgebundenem Gigabit-LAN oder kabellos nach dem AC-Standard kommunizieren. Für beide Kommunikationswege zeichnen sich Killer-NICs aus dem Hause Qualcomm verantwortlich.

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Schenker Technologies XMG U706

Erfreulicherweise unverändert

Im Bereich der Tastatur kann Clevo schon seit geraumer Zeit überzeugen, stellte sich mit seinem Tastaturlayout aber lange selbst ein Bein. Seit dem letzten Jahr hat sich das zum Glück aber geändert, denn aktuell kommt ein Standard-Layout zum Einsatz, was den Umstieg vom Desktop doch deutlich vereinfacht. Darüber hinaus kann das Keyboard noch immer mit einem erstklassigen Tippverhalten aufwarten. Der Anschlag ist knackig präzise, gleichzeitig aber nicht zu hart. Kombiniert wird das mit einem gut dimensionierten Hub, sodass auch in hektischen Gaming-Situationen nie die Kontrolle verloren geht. Der Steelseries-Gaming-Lösung, wie sie bei MSI-Notebooks genutzt wird, steht man damit in nichts nach. Gleichzeitig kann die Tastatur natürlich auch beleuchtet werden. Per Software kann das Keyboard in drei Zonen und in zahlreichen Farben konfiguriert werden.

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Schenker Technologies XMG U706

Nichts verändert hat sich beim gut dimensionierten Touchpad. Entsprechend könnte gerade das Gleitverhalten noch einen Tick besser sein, die Präzision geht aber in Ordnung. Die Maustasten sind bei diesem Modell noch dediziert ausgeführt und besitzen einen etwas zu weichen Druckpunkt. All das wird aber nur in wenigen Fällen stören, denn als DTR-System wird das U706 wohl in den meisten Fällen mit einer dedizierten Gaming-Maus kombiniert.

Eine kleine Besonderheit ist zwischen den Maustasten zu finden, denn dort sitzt ein Fingerprint-Reader – ein Security-Merkmal, das sich leider noch immer nicht im Gaming-Bereich durchgesetzt hat. 

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Schenker Technologies XMG U706