Seite 1: Acer Aspire V17 Nitro Black Edition im Test: Acer zündet den Nitro-Nachbrenner

acer aspire v17 nitro black teaserDass das Acer Aspire V17 Nitro Black Edition das Zeug für ein waschechtes Gaming-Notebook hat, sieht man ihm gar nicht an. Es ist trotz seines großen 17,3-Zoll-Displays vergleichsweise schlank, dünn und optisch sehr schlicht. Im Inneren gibt es aber Hardware, die durchaus dazu in der Lage ist, aktuelle Spieletitel ruckelfrei auf den Bildschirm zu zaubern. Unser etwa 1.500 Euro teures Testmuster wird von einem Intel Core i5-7300HQ, einer NVIDIA GeForce GTX 1060 und 16 GB DDR4-Arbeitsspeicher angetrieben und besitzt neben einer flotten SSD auch eine herkömmliche Magnetspeicherfestplatte. Dass sich die Konkurrenz warm anziehen muss, zeigen wir auf den nachfolgenden Seiten.

Im Rahmen der Consumer Electronics Show in Las Vegas zu Beginn des Jahres spendierte Acer seiner beliebten Nitro-Reihe passend zum Launch von Intels Kaby-Lake-Prozessoren ein Update. Bei der Black Edition, welche sich dank ihrer leistungsfähigen Hardware auch an Gamer richtet, zündete Acer so richtig den Nitro-Nachbrenner und machte damit dem Namen der Produktreihe alle Ehre. Während der Vorgänger hier maximal mit einer GeForce GTX 960M auf Maxwell-Basis ausgerüstet war, gibt es die aktuellen Geräte nun auch mit GeForce GTX 1050 oder GeForce GTX 1050 Ti bis hin zur GeForce GTX 1060, die technisch allesamt den Desktop-Modellen entsprechen und nur wenige Prozentpunkte langsamer sind. Damit steigt die Spieleleistung trotz ähnlich kompakter Abmessungen um fast das Dreifache gegenüber des Vorjahres-Modells. Die mobile GeForce GTX 1060 hat deutlich mehr zu bieten als die GeForce GTX 960M. 

Die Grafikpower ist auch bitter notwendig, denn erst damit macht das hochauflösende 4K-Display der Nitro-Reihe Sinn. Die Geräte gibt es aber auch mit Full-HD-Panel und einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten, beim V17 Nitro aber ausschließlich mit einer Diagonalen von 17,3 Zoll. Dazu gibt es wahlweise einen Intel Core i7-7700HQ oder einen kleineren Intel Core i5-7300HQ sowie 8 bis 16 GB an DDR4-Arbeitsspeicher. Gab es den Vorgänger auch mit nur einer einzigen Festplatte, gibt es die Kaby-Lake-Generation nun ausschließlich mit einer Kombination aus SSD und 2,5-Zoll-Festplatte. In der Regel setzt man hier auf einen 256 GB großen Flashspeicher samt einer 1 TB großen HDD. Auf das optische Laufwerk muss aber vollständig verzichtet werden. Moderne Anschlüsse bis hin zu USB 3.1 Typ-C mit Thunderbolt-Protokoll, aber auch die Eytracking-Technologie von Tobii runden das Gesamtpaket weiter ab. All das verbaut Acer in einem für ein Gaming-Notebook dieser Leistungsklasse vergleichsweise kompakten und vor allem sehr schlichten Kunststoff-Gehäuse. 

Für unseren Test versorgte uns Acer mit der Full-HD-Variante, die von einem Intel Core i5-7300HQ und einer GeForce GTX 1060 samt 16 GB RAM befeuert wird. Das Betriebssystem ist auf einer 256-GB-SSD im M.2-Format vorinstalliert, als zusätzliches Datengrab gibt es auch eine 1-TB-Festplatte. Tobiis Eyetracking-Technologie ist ebenfalls mit von der Partie. Insgesamt also eine sehr solide Variante, die im Handel derzeit für knapp unter 1.500 Euro ihren Besitzer wechselt.

Schlichtes Gehäuse

Optisch hat sich im Vergleich zur Vorgänger-Generation auf den ersten Blick kaum etwas getan. Acer setzt größtenteils auf eine matte Oberfläche – passend zur Display-Beschichtung, denn das Acer Aspire V17 Nitro Black Edition gibt es ausschließlich mit mattem Displaypanel. Der Bildschirm-Deckel ist aus Kunststoff, wurde jedoch mit vielen kleinen Rillen und natürlich dem Hersteller-eigenen Logo auf der Mitte verziert. Die größten Änderungen gibt es im Inneren. Hier ist nun die geriffelte Oberfläche direkt über der Tastatur verschwunden und durch gebürstetes Aluminium ersetzt worden. Die Tastatur ist leicht eingelassen, die Infrarot-Kameras des Eyetracking-Moduls befinden sich direkt zwischen den Displayscharnieren und sind in Aluminium-Opttik gehalten. Optik deswegen, da die Täuschung erst beim Anfassen auffält. Die Scharniere sind ebenfalls nur aus Kunststoff gefertigt. 

Ähnlich ist das beim eingelassenen "Asprire V Nitro"-Schriftzug auf der Rückseite des Notebooks, direkt zwischen den beiden Display-Scharnieren. Auch hier setzt Acer auf einfachen Kunststoff in schicker Aluminiumoptik. Trotz der Materialwahl wirkt die Kaby-Lake-Ausführung sehr wertig. Anlass zur Kritik gibt es bei der Verarbeitung keine. Ungleiche Spaltmaße sind nicht vorhanden, Grate oder ähnliches fehlen ebenfalls. Der Bildschirmdeckel ist sehr stabil, die Scharniere sorgen für einen guten Halt des Bildschirms auch bei wackligem Untergrund wie beispielsweise im Flugzeug oder der Bahn. Hier hat Acer im Vergleich zum Vorgänger noch einmal nachbessern können. 

Das Display des Acer Aspire V17 Nitro Black Edition misst 17,3 Zoll in der Diagonalen und setzt auf ein mattes IPS-Panel mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten. Gegen Aufpreis gibt es das Gerät auch mit hochauflösendem 4K-Display und entsprechend 3.840 x 2.160 Bildpunkten. Optional ist auch das Eyetracking-Modul, womit sich inzwischen einige Spieletitel per Augenbewegung als Mausersatz spielen lassen. Die Infrarot-Kameras können aber auch über Windows Helo zum Login in das Gerät verwendet werden.

Insgesamt bringt es das Gehäuse auf Abmessungen von 423 x 296 x 276 mm und ist damit für ein 17-Zoll-Gerät, vor allem im Hinblick auf den Gaming-Charakter durchaus kompakt, wenngleich das Gewicht mit knapp 3,1 kg zur Portabilität nur bedingt beiträgt. Für einen Einsatz auf der nächsten LAN-Party oder aber für einen schnellen Platzwechsel vom Arbeitszimmer ins Wohnzimmer ist das Gerät bestens geeignet. 

Dank der 17-Zoll-Ausrichtung kann das Acer Aspire V17 Nitro Black Edition auf der rechten Seite mit einem eigenen Nummernblock aufwarten, was vor allem Vielschreiber von Zahlen erfreuen dürfte. Eigene Makrotasten oder Multimedia-Knöpfe gibt es jedoch nicht, genau wie eine RGB-Hintergrundbeleuchtung. Beleuchtet werden die 103 Tasten aber trotzdem: Acer setzt auf rote LEDs, deren Helligkeit sich leider nicht regeln lässt. Möglich ist nur an oder aus. Der "Black Edition"-Schriftzug befindet sich nun direkt unterhalb der Tastatur auf der rechten Seite.

Gute Tastatur, Touchpad mit Fingerabdruck-Sensor

Wenig getan hat sich bei der Tastatur. Das ist aber nicht von Nachteil, denn sowohl Hubweg wie auch Tippgefühl sind ähnlich zum Vorgänger und sind sehr angenehm. Die Tasten sind mit 15 x 15 mm sehr groß, der Abstand zwischen ihnen beläuft sich in der Regel auf 4 mm, wobei es hier und dort etwas enger zugeht. Die Pfeiltasten rücken nah aneinander, die Tasten für den Nummernblock sind ein gutes Stück kleiner. Acer setzt auf ein Standard-Layout, das dank FN-Taste auch zusätzliche Funktionen, wie das An- und Abschalten der Funkmodule oder aber die Steuerung der Display-Helligkeit und Lautstärke ermöglicht. Die rot-schwarze Farbkombination ist nicht nur ein echter Hingucker, sondern sorgt auch für einen hohen Kontrast, womit die Beschriftung der Tasten stets gut ablesbar bleibt. 

Das Touchpad ist mit Abmessungen von 106 x 79 mm vergleichsweise klein, bietet dafür an der linken oberen Ecke einen Fingerabdruckscanner, womit der Zugriff auf das Gerät erschwert und das Passwort durch den Fingerabdruck beim Login-Vorgang ersetzt wird. Alternativ ist dieser über Tobiis Eyetracking-Kameras möglich, die es allerdings nur gegen Aufpreis gibt. Etwas schade: Der Sensor ist nicht berührungsempfindlich und könnte im Alltag stören. Dedizierte Tasten für den linken und rechten Mausklick gibt es nicht, ihre Ausführung wird jedoch durch einen hörbaren Klick bestätigt. In puncto Präzision gibt es keine Unauffälligkeiten, Multitouchgesten werden problemlos erkannt und umgesetzt. Die Oberfläche ist leicht angeraut und bietet gute Gleiteigenschaften. 

Wie bereits erwähnt, macht das Acer Aspire V17 Nitro Black Edition einiges her und hinterlässt insgesamt einen wertigen Eindruck. Hier wird teilweise jedoch getrickst. Die großen Lüftungschlitze auf der Rückseite unseres Testmusters, aber auch der Nitro-Schriftzug direkt dazwischen lassen zwar hochwertiges Aluminium vermuten, sind jedoch wie das gesamte Gehäuse mit Ausnahme des Topcase aus Kunststoff gefertigt. Anschlüsse auf der Rückseite gibt es keine. 

Die gibt es erst auf den beiden Seiten. Rechts stellt das Acer Aspire V17 Nitro Black Edition hier den Netzteil-Anschluss, eine Gigabit-LAN-Buchse, einen HDMI-Ausgang und zwei USB-3.1-Schnittstellen nach Typ-A bereit. Zwischen Letzteren ist zudem ein moderner Typ-C-Port untergebracht, welcher nicht nur dank USB 3.1 Gen2 Datenübertragungsraten von theoretisch 40 GBit/s ermöglicht, sondern obendrein mit dem Thunderbolt-3-Protokoll zurechtkommt. 

Gegenüberliegend gibt es zwei weitere USB-Schnittstellen, zwei 3,5-mm-Klinkenbuchsen für den Anschluss eines Headsets und einen Kartenleser. Auf ein optisches Lautwerk muss bei der Kaby-Lake-Ausgabe aber komplett verzichtet werden. Wer dennoch eines benötigt, muss über USB auf eine externe Lösung zurückgreifen. Alle Anschlüsse sind stets am hinteren Seitenteil angebracht, womit kabelgebundes Zubehör oder beispielsweise ein USB-Stick bei ihrer Nutzung weniger störend sind. 

Unauffällige Kühlung, starker Akku

Dicke Ein- und Auslässe für die Kühlung der durchaus potenten und hitzigen Hardware gibt es beim Acer Aspire V17 Nitro Black Edition lediglich auf der Rückseite sowie vereinzelt an der Unterseite. Eine Wartungsklappe hat Acer dem Gerät leider nicht verpasst, womit im Falle einer Aufrüstung des Speichers stets die komplette Unterseite abmontiert werden muss. Ebenfalls fest verbaut ist der Akku, welcher mit fast 70 Wh aber überdurchschnittlich dimensioniert ist. Acer verspricht eine Laufzeit von mehreren Stunden. 

Unser Testmuster ist durchaus solide ausgestattet. Zwar mag der Prozessor für ein Gaming-Notebook etwas schwachbrüstig sein, dass sich die Konfiguration aus Core i5-7300HQ und GeForce GTX 1060 vor allem aus Preis-Leistungs-Sicht Sinn macht, konnte bereits HP bei seinem Omen 17 beweisen. Schade, dass solche Konfigurationen nur sehr wenige Hersteller anbieten.