Seite 1: HP Omen 15 mit GeForce GTX 1060 Max-Q im Test

hp omen15 1060maxq teaserZum Weihnachtsgeschäft überraschte HP mit einem preislich attraktiven Gaming-Notebook, bei welchem man eine NVIDIA GeForce GTX 1060 sinnvoll mit einem Core-i5-Prozessor kombinierte und das HP Omen 17 so mit kleiner SSD und zusätzlicher HDD für günstige 1.299 Euro über die Ladentheke schob. Nun hat HP seine Omen-Geräte abermals überarbeitet. Neben einem neuen Gehäuse gibt es im Inneren auch aktuelle Hardware. Highlight unseres heutigen Testmusters ist die NVIDIA GeForce GTX 1060 im Max-Q-Design. Wie sich das etwa 1.650 Euro teure Mittelklasse-Modell schlägt, erfährt man in diesem Hardwareluxx-Artikel auf den nachfolgenden Seiten.

Lange hat HP den Markt der Gaming-Notebooks ignoriert und sich lediglich um das Business-Segment gekümmert. Seit der letztjährigen Gamescom gibt man aber auch in diesem Sektor Gas und versucht mit preisgünstigen Geräten in den Markt zu drücken. Das absolute High-End-Segment aber überlässt man anderen Herstellern wie ASUS, MSI oder Acer, denn eine pfeilschnelle GeForce GTX 1080 oder eine vollwertige Gaming-Tastatur mit mechanischen Tasten sucht man bei HP noch immer vergebens. Die Omen-Geräte gibt es ausschließlich bis hin zur GeForce GTX 1070, womit HP maximal die Oberklasse bedient. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft überraschte man mit einer Sonderedition seines Omen 17, welches man für kurze Zeit mit einer guten Ausstattung für günstige 1.299 Euro bei Amazon über die virtuelle Ladentheke schob. Während die meisten Hersteller der NVIDIA GeForce GTX 1060 einen Core-i7-Prozessor zur Seite stellen, hat sich HP für ein günstigeres Core-i5-Modell entschieden. Der Spieleleistung tat dies keinen Abbruch, wie unsere Benchmarks zeigten – wir prämierten das Gerät deswegen mit unserem Preis-Leistungs-Award. Inzwischen hat HP noch einmal nachgelegt, die Hardware auf den neusten Stand gebracht und das Gehäuse nach nur einem Jahr komplett überarbeitet.

Highlight unseres Testmusters der Omen-15-Reihe ist die NVIDIA GeForce GTX 1060, welche im effizienten Max-Q-Design daherkommt, damit zwar etwas weniger Leistung bieten sollte als die reguläre Variante, dafür aber auch deutlich sparsamer arbeiten und kühler bleiben dürfte. Das HP Omen 15 gibt es wahlweise mit einem Intel Core i5-7300HQ oder einem Core i7-7700HQ auf Kaby-Lake-Basis, dem je nach Modellvariante zwischen 8 und 16 GB DDR4-Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Auf Seiten der Grafikkarte gibt es mit der GeForce GTX 1050, GeForce GTX 1050 Ti, GeForce GTX 1060 und der GeForce GTX 1070 vier verschiedene Modelle. Dazu gibt es eine flotte SSD für das Betriebssystem sowie für die wichtigsten Programme und ein zusätzliches HDD-Laufwerk als Datengrab. Beim Display setzt man ausschließlich auf Full-HD-Panels.

Unser HP Omen 15-14xe002ng besitzt hier ein 15,6 Zoll großes Full-HD-Display mit G-Sync, wird von einem Intel Core i7-7700HQ angetrieben und besitzt die besagte GeForce GTX 1060 im Max-Q-Design. Neben 16 GB RAM gibt es eine 256 GB große SSD sowie eine HDD mit einer Kapazität von 1 TB. All das gibt es für rund 1.650 Euro in einem 389 x 276 x 25 mm großen und rund 2,6 kg schweren Kunststoff-Gehäuse, welches teilweise auch aus gebürstetem Aluminium besteht. Im Vergleich zum ASUS ROG Zephyrus GX501, welches wir erst kürzlich auf den Prüfstand stellen konnten und eines der ersten Max-Q-Modelle (allerdings mit NVIDIA GeForce GTX 1080) ist, ist das HP-Modell ein gutes Stück größer und schwerer. Vorgaben für das Max-Q-Design macht NVIDIA ohnehin aber nur bei der Lautstärke.

Neues Gehäuse mit besserer Materialwahl

Im Vergleich zum Skylake-Vorgänger hat HP seine Omen-Familie nach nicht einmal einem Jahr schon wieder komplett überholt. Aus dem optisch sehr schlichten Kunststoff-Gehäuse ist das Design nun aggressiver, die Materialwahl hochwertiger. Denn während man bislang ausschließlich auf ein günstiges Kunststoff-Gehäuse setzte, welchem der geringe Gesamtpreis teilweise anzumerken war, hat man nun nachgebessert. Zwar setzt man größtenteils weiter auf Kunststoff, im Bereich des Topcases kommt nun aber auch hochwertiges Aluminium zum Einsatz, welches obendrein zur Kühlung beiträgt.

Die größten Änderungen gibt es beim Design. Das Gehäuse ist kantiger geworden und mit vielen carbon-ähnlichen Design-Elementen versehen. Auf dem Display-Deckel ziert natürlich das Omen-Logo, der dazugehörige Schriftzug und ein rotes X, welches die Unterteilung aus Carbon- und Plastik-Optik vornimmt, aber auch als Fadenkreuz – passend für ein Gaming-Notebook – angesehen wird. Ähnliche Designsprache findet sich auf der Unterseite des HP Omen 15. 

 

Hatte die erste Omen-Generation noch mit kleineren Mängeln bei der Verarbeitung zu kämpfen, hat man kräftig nachgebessert. Das Gehäuse ist deutlich stabiler geworden und gibt nun auch nach stärkerem Druck an keiner Stelle mehr nach. Einzig die beiden Displayscharniere könnten verwindungssteifer sein. Scharfe Kanten gibt es keine, Spaltmaße sind hervorragend herausgearbeitet. HP setzt also nicht nur auf ein optisch aggressiveres Gehäuse, sondern auch auf eines, das bei der Verarbeitungsqualität deutlich zulegen konnte. 

Als Max-Q-Vertreter aber hätten wir kompaktere Abmessungen und vielleicht ein geringeres Gewicht erwartet. Das HP Omen 15 stemmt rund 2,6 kg auf die Waage und bringt es auf Abmessungen von 389 x 276 x 25 mm. Zum Vergleich: Das ASUS ROG Zephyrus GX501, welches wir erst vor wenigen Tagen testen konnten und welches mit einer deutlich potenteren NVIDIA GeForce GTX 1080 Max-Q ausgerüstet ist, ist hier mit 379 x 262 x 17,8 mm vor allem im Bereich der Bauhöhe kompakter und mit 2,24 kg ein gutes Stück leichter. 

HP setzt bei seinem Max-Q-Vertreter auf einen klassischen Aufbau im Bereich des Topcases. Das Touchpad ist im unteren Bereich mittig angebracht, direkt darüber gibt es die Tastatur samt Nummernblock. HP setzt auf eine kontrastreiche Farbgebung aus Schwarz und Rot und setzt somit seine gewählte Designsprache weiter fort. 

Wie es sich für ein Gaming-Notebook gehört, hat HP die für Spieler wichtigen WASD-Tasten farblich hervorgehoben und insgesamt auch das Tastatur-Layout verbessert. Setzte man bei der ersten Generation noch auf vergleichsweise kleine Pfeiltasten, sind diese nun deutlich größer und etwas von der eigentlichen Tastatur abgegrenzt worden. Die kleine Return-Taste wie beim US-Amerikanischen Layout gibt es aber leider weiterhin. Eine Hintergrundbeleuchtung gibt es zwar ebenfalls, diese verzichtetet jedoch auf farbenfrohe RGB-LEDs und lässt sich lediglich in wenigen Stufen in der Helligkeit anpassen oder komplett abstellen. Etwas ungewöhnlich ist die Schriftart der Tasten-Beschriftung.

Dafür ermöglichen die meist 16 x 16 mm großen Tasten, welche in der Regel im Abstand von 3 mm angebracht wurden, ein gutes Tippgefühl. Der Druckpunkt der Chiclet-Tasten ist angenehm, das Feedback insgesamt sehr gut und das Tippgeräusch vergleichsweise leise. Einen eigenen Nummernblock gibt es ebenfalls, genau wie eine Omen-Taste, mit der sich das hauseigene Controll-Center mit nur einem Tastendruck starten lässt – doch dazu später im Abschnitt "Software" mehr.

Angerautes Touchpad

Nachgebessert hat HP außerdem beim Touchpad. Fiel unser Fazit im Dezember aufgrund der leichtgängigen Oberfläche mit schlechten Gleiteigenschaften noch sehr dürftig aus, hat man deutlich nachgebessert. Nun gibt es für den linken und rechten Mausklick wieder dedizierte Tasten, welche über einen angenehmen Druckpunkt verfügen, allerdings noch immer etwas zu leichtgängig sind. Die Gleiteigenschaften fühlen sich zwar besser an, die Oberfläche ist aber noch immer stark angeraut. Mit Abmessungen von 103 x 53 mm wurde es in der Breite kleiner, dafür in der Höhe größer. Eingaben werden zwar sehr präzise umgesetzt, Multitouchgesten versteht das Touchpad aber leider nicht immer einwandfrei.

Insgesamt haben andere Hersteller beim Touchpad somit die Nase vorne. Ambitionierte Spieler dürften aber ohnehin einen richtigen Gaming-Nager per USB anschließen. Schade, dass sich das Touchpad dann nicht auch komplett per Software abschalten lässt.

Anschlüsse sind beim neuen HP Omen 15 reichhaltig vorhanden. Auf der linken Seite stellt unser Testmuster für die Videoausgabe einen miniDisplayPort- sowie einen HDMI-Ausgang bereit, gefolgt von einer Gigabit-Ethernet-Schnittstelle, einem USB-3.1-Port nach Typ-A sowie von einer modernen Typ-C-Schnittstelle, welche sogar das Thunderbolt-3-Protokoll unterstützt und damit Übertragungsraten von bis zu 40 GBit/s ermöglicht. Ein Headset lässt sich über die beiden 3,5-mm-Klinkenbuchsen ebenfalls anschließen, genau wie das Gerät per Kensington-Look gegen Diebstahl absichern.  

Gegenüberliegend stellt das HP Omen 15 zwei weitere Typ-A-Schnittstellen und einen SD-Kartenleser zur Verfügung. Das externe 200-W-Netzteil wird hier ebenfalls angeschlossen. Zwei LEDs informieren über den Ladezustand und die Festplatten- bzw. SSD-Aktivität. 

Während die Anschlüsse hier jeweils ganz hinten untergebracht sind, hat HP den Kartenleser ganz nach vorne rücken lassen. Lufteinlässe für die Kühlung gibt es an den beiden Seitenteilen keine, die Platzierung ist insgesamt gut gewählt.

Unauffällige Kühlung

Trotz des Intel Core i7-7700HQ und der NVIDIA GeForce GTX 1060 Max-Q besitzt das HP Omen 15 auf den ersten Blick nur sehr wenige Lüftungsschlitze. Gerade mal auf der Rückseite – direkt hinter dem Displayrahmen und der beiden Lautsprecher von Bang & Olufsen – sind einige dieser Luftein- und -auslässe vorzufinden, worüber die Kühlung für Prozessor und Grafikkarte ihre nötige Frischluft bezieht. 

Mit Strom versorgt wird das HP Omen 15 im Netzbetrieb über ein externes 200-W-Netzteil. Für unterwegs steht ein 67 Wh starker Akku bereit, der im Gehäuse fest verbaut wurde. Eine Wartungsklappe auf der Unterseite, über die man auch einen schnellen Zugriff auf den Arbeits- und Massenspeicher hätte bekommen können, gibt es beim neuen Omen-Modell leider nicht.