Seite 1: Schenker Technologies XMG U726 mit GeForce GTX 980 im Test

schenker u726 teaserDas Schenker Technologies XMG U726 Ultimate ist der neueste Streich aus dem Hause des Leipziger Built-to-Order-Anbieters, der nicht nur mit einer schnellen Desktop-CPU aufwarten kann, sondern auch mit der GeForce GTX 980. Der "GTX 980 ohne M", die ihren Desktop-Geschwistern in nichts nachstehen soll. Dass bei so viel ungezügelter Leistung aber auch Abstriche gemacht werden müssen, zeigt unser Test.

Die Gerüchte kursierten schone eine ganze Weile, nicht erst seit der IFA – NVIDIA hätte ein "richtig dickes Ding" in Arbeit, das aufgrund einer für Notebooks normalerweise exorbitant hohen TDP von 200 Watt besondere Maßnahmen verlangen würde. ASUS beispielsweise kombiniert bei seinem neuen High-End-Gamer GX700, das ebenfalls auf eine GTX 980 zurückgreift, direkt eine im Desktop-Betrieb ankoppelbare Wasserkühlung mit dem normalen Notebook-Barebone, um der Wärme Herr zu werden. Bei Schenker bzw. Clevo geht man einen etwas anderen Weg, auch hier kommt die GTX 980 aber in einem speziellen Barebone, dem Clevo P870DM, zum Einsatz, der eine entsprechend potente Kühlung vorweisen kann, um auch mit stärksten Komponenten klar zu kommen. Das ebenfalls erst vor kurzem vorgestellte Ultimate-Modell XMG U706 kann nicht mit der GTX 980 ausgerüstet werden, da die Kühlung hier nicht ausreicht.

Die GeForce GTX 980 verlangt ihrem Käufer aber auch darüber hinaus einiges ab, denn NVIDIA lässt sich sein aktuelles Top-Modell gut bezahlen. Auch ohne das Top-Modell, sondern mit einem SLI-Setup bestehend aus zwei GTX 970M, liegt der Einstiegspreis für das Schenker Technologies XMG U726 aber bereits bei 2.499 Euro und legt natürlich folgende Überlegung nahe: Wer bereit ist eine solche Summe zu investieren, wird nicht auf halber Strecke aufhören, sondern auch das restliche Barebone entsprechend bestücken. So geschehen bei unserer Testkonfiguration, die mit einem schnelle Core i7-6700K und einer flotten M.2-SSD von Samsung ausgestattet wurde. Der Preis liegt bei diesem Setup bei enormen 3.371 Euro - aber zugegeben: Wir hatten in der Vergangenheit schon teurere Geräte im Test.

DTR in Reinform

Gaming-Notebooks sind in den letzten Jahren dem von Ultrabook initiierten Trend gefolgt und immer flacher geworden. Das galt in einem gewissen Rahmen sogar für die DTR-Riege, wie beispielsweise das Schenker XMG U706 zeigt. Handlich sind die Gaming-Könner oftmals zwar noch immer nicht, sie sind aber deutlich portabler als noch vor ein paar Jahren.

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Schenker Technologies XMG U726

Das Schenker Technologies XMG U726 stellt zu diesem Trend eine geradezu prototypische Gegenentwicklung dar. Der Clevo-Barebone ist groß, dick und schwer. Damit fühlt man sich ein wenig in eine andere Zeit zurückversetzt, denn sowohl das XMG U706 als auch das XMG P706 spielen in anderen Ligen. Fairerweise muss aber auch gesagt werden, dass die Konkurrenz ebenfalls noch zahlreiche große Geräte im Programm hat, die ähnlich unhandlich sind. Mit einer Bauhöhe von knapp 5 cm und einem stattlichen Gewicht von 4,8 kg (ohne Netzteil), steht aber schon nach kurzer Zeit fest: Das XMG U726 ist allenfalls so mobil, um von einem Zimmer zum anderen oder einmal zu einer LAN-Party bewegt zu werden – mehr möchte man seinem Rücken aber auch wirklich nicht zumuten.

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Schenker Technologies XMG U726

Hat sich Clevo bei seinen letzten Modellen zurückgehalten, was die Optik angeht, wählt man beim U726 wieder einen etwas anderen Weg. Das zeigt sich, wenn der High-End-Gamer auf dem Schreibtisch liegt, denn sowohl im linken als auch im rechtend Drittel gibt es geschwungene X-förmige Vertiefungen, die im Betrieb natürlich beleuchtet sind. Clevo ist beim aktuellen Design aber ein guter Mittelweg gelungen, denn der 17-Zöller wirkt weniger nüchtern als noch die aktuelle P-Serie oder das U706, gleichzeitig aber auch nicht so verspielt wie manch älteres Gerät. Wird das Gerät aufgeklappt, erweist sich der Deckel in einer weiteren Art und Weise als stilbildend, denn Clevo setzt auf ein zentral angebrachtes, breites Scharnier, zu beiden Rändern verjüngt sich der Display-Rahmen jedoch, sodass ein größerer Zwischenraum zwischen Display und Gehäuse entsteht.

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Schenker Technologies XMG U726

Nachdem sich Clevo zuletzt verstärkt auf Softtouch-Kunststoff konzentriert hat, besitzt das Schenker Technologies XMG U726 nun wieder eine harte, glatte Oberfläche, die leicht glänzend ausgeführt wurde - bei Deckel und Top-Case setzt man auf Aluminium. Positiv ist  zu erwähnen, dass Fingerabdrücke nicht allzu deutlich zu erkennen sind. Dennoch liegt hier eines der Probleme des U726: Wer ein sündhaft teures Gerät wie unsere Testkonfiguration erwirbt, erwartet Perfektion an jeder Ecke – und da kann der Clevo-Barebone nicht vollends mithalten, denn das Aluminium könnte gerne eine noch etwas hochwertigere Haptik besitzen, der Deckel könnte noch etwas verwindungssteifer sein. Erfreulich ist, dass die eigentliche Verarbeitungsqualität punkten kann. Alle Teile sind sauber zusammengefügt und auch ungleichmäßige Spaltmaße sucht man vergebens.

Vollgepackt bis oben hin

Geht es um das Anschlussportfolio, macht dem Schenker Technologies XMG U726 so schnell niemand etwas vor. Clevo nutzt den reichlich vorhandenen Platz aus und verbaut alle Buchsen, die sich der Anwender aktuell nur wünschen könnte – und das oft in mehrfacher Ausführung.

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Schenker Technologies XMG U726

So gibt es insgesamt fünf USB-3.0-Ports, von denen sich drei auf der linken, einer auf der rechten und einer auf der Rückseite befinden. Die seitlich platzierten Schnittstellen wurden dabei gut positioniert, sodass es zu keinen Problemen mit einer Maus kommt. Noch besser gefällt uns aber, dass nun auch endlich ein Port auf die Rückseite gewandert ist. So kann über einen Hub eine saubere Lösung auf dem Schreibtisch ermöglicht werden. Aber auch hinsichtlich aktueller Schnittstellen zeigt sich die Schenker offen, denn es gibt einen USB-3.1-Port. So können auch große Datenmengen schnell transferiert werden. Aber auch wenn Daten über das Netzwerk kommen, muss sich das XMG U726 nicht verstecken, denn es bietet zwei RJ45-Ports, die Gigabit-LAN über zwei Killer-NICs realisieren.

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Schenker Technologies XMG U726

Volles Programm bietet der große 17-Zöller aber auch dann, wenn ein externes Display angeschlossen werden soll. So gibt es auf der Rückseite einen HDMI-Port, während auf der rechten Seite zusätzlich zwei MiniDisplayPort-Anschlüsse zur Wahl stehen. Weniger gut gelungen ist die Positionierung der insgesamt vier Klinke-Anschlüsse, die entsprechend auch die Verkabelung eines großen Soundsystems ermöglichen. Leider sind vier Anschlüsse aber zu weit vorn auf der linken Seite platziert, sodass es hier zu Problemen kommen kann, wenn die Maus auf der gleichen Seite des Notebooks platziert wird.

Clevo-typisch besitzt das Gehäuse eine gute Wartbarkeit. Die Unterseite kann abgenommen werden und ermöglicht Zugriff auf CPU, GPU sowie die Laufwerke und den Speicher. Auch an das WLAN-Modul kommt man so heran.

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Schenker Technologies XMG U726

Altbekannt

Keine großen Überraschungen gibt es bei einem Blick auf die Tastatur. Clevo verbaut sein aktuelles, in mehrere Zonen beleuchtetes, Modell, das auch bei anderen Barebones zu Einsatz kommt. So wartet das XMG U726 mit einem sehr guten Tippverhalten auf. Der Druckpunkt ist knackig präzise, der Hub ist gut dimensioniert und weder zu kurz, noch zu lang. Die Tasten sind leicht nach innen gewölbt, was ein angenehmeres Schreibverhalten ermöglichen soll. Ob dies wirklich einen großen Einfluss hat, ist fraglich, schaden tut es aber keinesfalls. Damit steht das XMG U726 der Konkurrenz in Nichts nach und positioniert sich klar in der Spitzengruppe.  

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Schenker Technologies XMG U726

Erfreulich ist auch, dass Clevo auf ein normales Tastatur-Layout setzt, nachdem man über lange Jahre an einem stark abweichenden Layout festgehalten hat – MSI tut dies beispielsweise noch immer.

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Schenker Technologies XMG U726

Abstriche müssen hingegen wieder einmal beim Touchpad akzeptiert werden. Der Mausersatz ist rauer als das eigentliche Top-Case und damit nicht so gleitfreudig, wie man sich das wünschen würde. Die Präzision geht hingegen in Ordnung. Die dedizierten Maustaten weisen hingegen einen etwas zu langen Druckpunkt auf. Die meisten Anwender wird das aber kaum stören, denn in der Regel wird ein Gaming-Notebook vom Schlage eines XMG U726 natürlich mit einer dedizierten Maus genutzt.