Seite 1: Lenovo Legion Y520: Preisgünstiges Erstlingswerk der Gaming-Klasse im Test

lenovo legion y520 teaserOb HP, Acer, ASUS oder Dell: Sie alle haben vor einiger Zeit ihre eigenen Gaming-Brands ins Leben gerufen. Zu Beginn des Jahres tat dies im Rahmen der CES 2017 in Las Vegas auch Lenovo, als eines der letzten verbleibenden Schwergewichte der Branche. Unter dem Legion-Label verkauft man seit Januar Geräte, die speziell an die Bedürfnisse der Spieler angepasst wurden. Wie sich einer der neuen Gaming-Boliden schlägt, das schauen wir uns nun in unserem neusten Hardwareluxx-Artikel einmal genauer an. Wir haben das Lenovo Legion Y520 mit 15-Zoll-Display, Kaby-Lake-CPU, Pascal-Grafik und PCI-Express-SSD für gerade einmal 999 Euro ausführlich auf den Prüfstand gestellt. 

Der Gaming-Sektor ist für viele Hersteller zu einem der wichtigsten Marktsegmente geworden. Während der Verkauf von normalen Notebooks und Desktop-Rechnern stetig zurückgeht bzw. inzwischen stagniert, entwickelt sich das Gaming-Segment entgegen des allgemeinen Trends noch immer positiv und erfreut stets mit wachsenden Umsätzen. Dazu beigetragen haben nicht nur die wachsende Begeisterung an Computerspielen, sondern mit Intel, NVIDIA und AMD auch die Hersteller selbst, die ihre Hardware in den letzten Jahren und Monaten trotz der verengten Platzverhältnisse in einem Notebook deutlich effizienter und vor allem performanter gestalten konnten. Musste es im letzten Jahr noch mindestens eine GeForce GTX 970M für ein ruckelfreies Spielvergnügen sein, kann man nun mit zwei Modellnummern kleiner schon einiges anfangen. Mit den aktuellen High-End-Modellen ist sogar ein Spielen abseits von Full-HD problemlos möglich. Hinzu kommen zur Freude der Spieler Technologien wie G-Sync, FreeSync, RGB-Beleuchtung, mechanische Tasten oder schnelle 120-Hz-Panels, welche sich meist gegen Aufpreis zur Basis-Version hinzubuchen lassen. 

Doch auch preislich hat sich viel getan. Schon mit Geräten für unter 1.000 Euro lässt sich einiges anfangen. Auf diesen Zug ist nun auch Lenovo mit seiner Legion-Reihe aufgesprungen. Die Geräte gibt es wahlweise mit 17,3-Zoll- oder kompakteren 15,6-Zoll-Display, lassen sich mit einem Kaby-Lake-Prozessor bis hin zum Intel Core i7-7700HQ bestücken, nehmen je nach Modell gerne auch mal eine GeForce GTX 1060 auf und lassen sich mit einer schnellen PCI-Express-SSD ausrüsten. 

Dass es preislich attraktiv geht, versuchen die Chinesen mit unserer Teststellung zu beweisen. Für gerade einmal 999 Euro gibt es einen Intel Core i5-7300HQ, 8 GB DDR4-Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von 2.400 MHz, eine NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti mit 4 GB GDDR5-Videospeicher und eine schnelle PCIe-SSD mit 128 GB für das Betriebssystem und die wichtigsten Programme. Als zusätzliches Datengrab für die eigene Spielesammlung gibt es obendrein natürlich auch eine 2,5-Zoll-Festplatte mit einer Kapazität von 1 TB. Das Display unseres Lenovo Legion Y520 misst 15,6 Zoll in seiner Diagonalen und löst mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten auf.

Schlichtes Gamer-Gehäuse

Ein schwarzes Kunststoff-Gehäuse, ein paar Bügelfalten mit Hersteller-Logo auf dem Bildschirm-Deckel und ein paar rote Farbakzente im Bereich des Topcases – mehr gibt es beim Lenovo Legion Y520 nicht. Auf ein aggressives Gaming-Design, wie es vor wenigen Jahren im Bereich der Gaming-Notebooks noch üblich war, hat Lenovo verzichtet. Der Kunststoff auf dem Bildschirmdeckel ist leicht geriffelt, was der Haptik sehr zugute kommt, jedoch ist die Beschichtung auch sehr anfällig für Fingerabdrücke und Fettflecken. Das Plastik im Bereich des Tastaturbetts ist matt gehalten und leicht gummiert. Trotz des günstigen Preises konnten wir bei unserem Testmodell bei der Verarbeitungsqualität keine Mängel feststellen. Das Gehäuse gibt auch nach stärkerem Druck an keiner Stelle nach, scharfe Kanten gibt es keine und auch Spaltmaße sind sehr gut herausgearbeitet. Die Verarbeitung ist für den Preis angemessen. 

 

Die Kennzeichnung des neuen Legion-Labels ist unauffällig und lediglich im unteren, rechten Bereich des Topcases zu finden. Hier machen andere Hersteller viel deutlicher auf ihr Gaming-Label aufmerksam. Eine RGB-Hintergrundbeleuchtung gibt es beim Legion Y520 nicht, die 97 Tasten des Keyboards sind lediglich einfarbig beleuchtet. Die roten LEDs lassen sich nicht in ihrer Helligkeit regeln – die Hintergrundbeleuchtung kennt ausschließlich an oder aus. Eingeschaltet sein sollte sie aber in jedem Fall, denn die Farbwahl der Beschriftung aus Rot und Schwarz ist nicht wirklich kontraststark und ohne Beleuchtung teilweise sehr schlecht ablesbar. 

Insgesamt bringt es das Lenovo Legion Y520 auf Abmessungen von 380 x 256 x 25,8 mm und bringt ein Gewicht von rund 2,4 kg auf die Waage, was es etwas schwerer macht als vergleichbare Geräte, die meist nur knapp über 2,0 kg wiegen. Dafür ist die Bauhöhe – abgesehen von den kommenden Max-Q-Modellen – relativ gering. Der Ethernet-Port muss erst aufgeklappt werden, um den dicken Stecker einstecken zu können.

Dass das Legion Y520 für Spieler gemacht ist, zeigt sich bei der Tastatur. Die für Gamer wichtigen WASD-Tasten sind farblich hervorgehoben. Etwas ungewöhnlich ist die Anordnung der Tasten im Bereich des Nummernblocks. Die Num-Lock-Taste findet sich nicht wie gewohnt über den Ziffern-Tasten, sondern direkt darunter. Das sorgt anfangs für etwas Verwirrung und bedarf einiges an Umgewöhnungszeit.

Gute Tastatur, hevorragendes Touchpad

Dafür verfügen die Tasten über einen mittleren Hub mit einem sehr guten Feedback und einem geringen Tippgeräusch. In der Regel sind die Tasten 16 x 16 mm groß und im Abstand von etwa 3 mm angebracht.

Das Touchpad bringt es auf großzügige 105 x 60 mm, ist aufgrund der Optik mit Blick auf die spitz zulaufenden Ränder im unteren Bereich aber etwas kleiner. Die Gleiteigenschaften können mit einem Touchpad aus Glas zwar nicht mithalten, für ein Kunststoff-Modell sind sie jedoch nahezu perfekt. Multitouch-Gesten werden problemlos verstanden, Eingaben präzise umgesetzt und auch an den Rändern, wo einige Touchpads gerne mal etwas an Zuverlässigkeit verlieren, gibt es keine Probleme. Die Tasten für den linken und rechten Mausklick werden nicht dediziert ausgegeben, sondern sind jeweils separat direkt unter dem Touchpad angebracht. Ihr Feedback ist insgesamt sehr gut. 

Um den Intel Core i5-7300HQ und die NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti ausreichend und vor allem leise kühlen zu können, hat Lenovo im Inneren nicht auf teures und schweres, aber sehr leitfähiges Kupfer verzichtet. An den hinteren Luftauslässen sind einige Kupfer-Finnen zu erkennen. Auf rückseitige Anschlüsse hat man dafür verzichtet. 

Die sind auf die beiden Seitenteile des Lenovo Legion Y520 verteilt worden. Rechts finden sich hier zwei USB-3.0-Schnittstellen nach Typ-A sowie eine moderne Typ-C-Buchse, welche allerdings nicht als Thunderbolt-Anschluss fungieren kann. Dazu gibt es einen Kartenleser sowie einen HDMI-Port für die Videoausgabe. Über eine kleine LED informiert das Gerät über seinen aktuellen Betriebszustand. Blinkt sie beispielsweise, befindet sich das Gerät im Standby-Modus.

Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es eine weitere USB-Schnittstelle sowie eine 3,5-mm-Klinkenbuchse für den Anschluss eines Headsets und die Gigabit-Ethernet-Schnittstelle sowie den Anschluss für das externe Netzteil. Auf einen Kensington-Lock braucht man natürlich ebenfalls nicht zu verzichten. Insgesamt ist die Positionierung der Anschlüsse gut gewählt. Besonders große Schnittstellen wie eben Gigabit, HDMI oder der Netzteilstecker werden stets im hinteren Bereich angeschlossen.

Dicke Lüftungsschlitze

Nicht nur auf der Rückseite des Lenovo Legion Y520 gibt es eine Vielzahl von Lüftungsschlitzen, worüber der Gaming-Bolide entweder seine Frischluft bezieht oder aber die Abwärme wieder los wird. Die Unterseite wurde ebenfalls mit einigen Lüftungsschlitzen versehen, zu deren Gunsten die Chinesen leider auf eine Wartungsklappe verzichtet haben. Wer später den Arbeitsspeicher aufrüsten oder den Massenspeicher austauschen möchte, der muss die komplette Unterseite abnehmen. 

Mit Strom versorgt werden der Intel Core i5-7300HQ, die NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti und der 15,6 Zoll große Full-HD-Bildschirm nicht nur über ein externes 135-W-Netzteil, sondern auch über einen 45 Wh starken Akku, welcher fest verbaut ist.