Seite 1: MSI GT73VR Titan Pro: Üppig ausgestattetes High-End-Notebook mit GeForce GTX 1080 und Core i7-7820HK im Test

msi gt73vr 7RF 296 titan proDas MSI GT73VR Titan Pro fällt zwar nicht mehr ganz so schlank wie das erst kürzlich von uns getestete GS63VR 6RF Stealth Pro aus, kann dafür aber mit einer üppigen Ausstattung punkten. Wir haben das Gerät mit Intel Core i7-7820HK, NVIDIA GeForce GTX 1080, einem flotten SSD-RAID mit 512 GB Speicher sowie mit satten 32 GB DDR4-Arbeitsspeicher auf den Prüfstand gestellt. Die übrige Gamer-Ausrüstung von MSI gibt es natürlich ebenfalls obendrauf. Wie sich der 17-Zöller schlägt, klären wir in diesem Hardwareluxx-Test.

MSI kann nicht nur schlanke Gaming-Notebooks bauen, sondern auch Geräte mit richtig üppiger Ausstattung, die keinerlei Probleme mit aktuellen und kommenden Grafikkrachern haben. Das will man mit seinem GT73VR Titan Pro beweisen, welches erst kürzlich zum Launch der neuen Kaby-Lake-Prozessoren ein Hardware-Upgrade erfahren hat. Das GT73VR gibt es wahlweise als 7RE mit NVIDIA GeForce GTX 1070 und einmal als 7RF mit schnellerer GeForce GTX 1080. Beide setzen jedoch auf einen aktuellen Kaby-Lake-Prozessor, lassen sich mit einem pfeilschnellen SSD-RAID sowie einer zusätzlichen Magnetspeicherfestplatte als Datengrab ausrüsten und besitzen ein 17,3 Zoll großes Display, welches wahlweise mit einer hohen 4K- oder der Full-HD-Auflösung aufwartet. Letzteres bietet auf Wunsch sogar eine hohe Bildwiederholrate von 120 Hz. Dazu gibt es die farbenfrohe SteelSeries-Tastatur, moderne Anschlüsse wie USB 3.1 Typ-C, Killer-Netzwerk, hochwertige Lautsprecher mit eigenem Subwoofer und eine umfangreiche Software-Ausstattung. 

Für unseren Test versorgte uns MSI mit dem Topmodell. Unser MSI GT73VR 7RF-296 Titan Pro wird von einem Intel Core i7-7820HK, einer NVIDIA GeForce GTX 1080 mit 8 GB GDDR5X-Videospeicher, satten 32 GB DDR4-Arbeitsspeicher und zwei NVMe-SSDs im RAID-Verbund sowie einer zusätzlichen 1-TB-Festplatte angetrieben. Beim Display entschied man sich für die Full-HD-Variante mit 120 Hz schnellem TN-Panel. Das hat allerdings seinen Preis: Satte 3.499 Euro will MSI für die Topausstattung haben.

Schlichtes Gamer-Gehäuse mit hervorragender Verarbeitung

Mit Abmessungen von 428 x 287 x 49 mm und einem Gewicht von rund 4,1 kg zählt das MSI GT73VR Titan Pro zu den wuchtigeren Modellen und ist daher eher als Desktop-Replacement gedacht, denn als täglicher Begleiter. Vor allem die Dicke und das Gewicht sprechen für sich. Dafür kann die Verarbeitung abermals überzeugen. Hatte MSI hier vor ein paar Jahren im Konkurrenzvergleich häufig noch das Nachsehen, hat man inzwischen deutlich aufgeholt. Das Gehäuse ist hervorragend verarbeitet, Spaltmaße sind perfekt herausgearbeitet, scharfe Kanten gibt es trotz der Materialwahl nicht. MSI setzt hier auf einen Mix aus Kunststoff und Aluminium. Während die Unterseite aus Kunststoff gefertigt ist, bestehen das Topcase sowie der Bildschirm aus gebürstetem Aluminium.

Insgesamt setzen die Taiwaner auf ein schlichtes Design. Lediglich die beiden seitlichen und rot beleuchteten LED-Streifen auf dem Displaydeckel sorgen für etwas Abwechslung zum restlichen, komplett in Schwarz gehaltenen Notebook. Auffälligkeiten gibt es außerdem unter den Scharnieren auf der Rückseite. Hier hat MSI dicke Lüftungsschlitze für die Cooler-Boost-Kühlung integriert. Insgesamt geben Verarbeitung und Design kaum Anlass zur Kritik, lediglich die Scharniere des 17,3 Zoll großen Displays könnten stabiler sein.

Punkten kann das Gerät vor allem bei seiner Ausstattung. Nicht nur die Komponenten im Inneren können einiges an Rechenpower abrufen, auch die restlichen Features können sich sehen lassen. MSI setzt hier auf die Cooler-Boost-Titan-Technologie, die trotz der leistungsstarken und hitzigen Hardware für angenehme Temperaturen und eine leise Geräuschkulisse sorgen soll. Die Kühlung arbeitet mit zwei getrennten Lüftungssystemen für Prozessor und Grafikchip. Insgesamt kümmern sich zwei Lüfter und zehn Heatpipes um die Wärmeabfuhr.

Mit dabei ist auch wieder die farbenfrohe RGB-Tastatur, die in Zusammenarbeit mit SteelSeries entwickelt wurde. Sie kann in drei verschiedenen Zonen eingeteilt und mit vielerlei Farben versehen werden, die Helligkeit lässt sich in mehreren Stufen regeln. Außerdem sind verschiedene Effekte möglich. Konfiguriert wird die Hintergrundbeleuchtung der Tastatur über das hauseigene Dragon Center, auf das wir später noch etwas genauer eingehen werden. Die Tasten selbst sind mit 15 x 15 mm angenehm groß dimensioniert, der Abstand beläuft sich auf etwa 3 mm. Die Tasten besitzen einen mittleren Hub, das Feedback ist gut. Auch längere Texte lassen sich problemlos auf der Tastatur des MSI GT73VR schreiben. Vielschreiber von Zahlen freuen sich außerdem über den separaten Nummernblock, dessen Tasten allerdings deutlich kleiner ausfallen.

Gewöhnungsbedürftig ist allerdings abermals das Layout. Hier setzt MSI nämlich nicht auf ein Standardlayout, sondern verschiebt einige Tasten wie beispielsweise die Windows-Taste weiter nach rechts und hat die Enter-Taste wie beim US-amerikanischen Layout deutlich verkleinert. Mit ein bisschen Umgewöhnungszeit hat man sich allerdings schnell darauf eingestellt. Rechts neben der Tastatur sind einige Funktionstasten angebracht. Hier lässt sich beispielsweise die Kühlung mittels eines einzigen Tastendrucks auf ihre maximale Leistung setzen. Alternativ wird der XSplit Gamecaster zum einfachen Streamen von Videospielen ins Internet gestartet oder aber durch die verschiedenen Modi des Beleuchtungssystems gezappt.

Sehr gutes Touchpad

Ebenfalls wenig Anlass zur Kritik gibt es beim Touchpad. Dieses ist mit 110 x 66 mm sehr groß dimensioniert, Multi-Touch-Gesten wie Pinch-to-Zoom oder das Scrollen über zwei Finger im Browser werden sehr gut und präzise umgesetzt. Die Gleiteigenschaften der leicht gummierten Oberfläche könnten allerdings besser sein. Die Tasten für den linken und rechten Mausklick werden dediziert ausgegeben. Ihr Druckpunkt ist gut.

Im Betrieb wird das Touchpad rings herum rot beleuchtet und damit optisch von der Tastatur abgetrennt. Auch die beiden Tasten für die Mausklicks werden innerhalb des Touchpads per Beleuchtung voneinander abgetrennt. 

Anschlussseitig hat das MSI GT73VR Titan Pro alles zu bieten, was sich der ambitionierte Spieler wünschen dürfte. Auf der linken Seite gibt es allerdings nur zwei USB-3.1-Schnittstellen nach Typ-A, die nach dem Gen-1-Standard arbeiten. Direkt daneben hat MSI den SD-Kartenleser untergebracht, gefolgt von dicken Lufteinlässen für die Kühlung. 

Die Unterseite ist ebenfalls von zahlreichen Lufteinlässen durchzogen, die farblich in rot hervorgehoben wurden und damit ebenfalls für etwas Abwechslung im sonst sehr schlichten Design sorgen. Eine Wartungsklappe zum schnellen Austausch der SSD oder der zusätzlichen 2,5-Zoll-Festplatte gibt es nicht, dafür lässt sich die Unterseite sehr einfach abnehmen und damit Zugriff auf die Hardware verschaffen. Auf der Unterseite ebenfalls untergebracht hat MSI einen eigenen Subwoofer für kräftige Bässe bei der Soundausgabe.

Der Akku ist fest verbaut und lässt sich nicht ohne Weiteres tauschen. Er besitzt eine Nennleistung von etwa 75 Wh und ist damit nicht ganz so leistungsstark wie bei aktuellen Gaming-Notebooks dieser Preis- und Leistungsklasse. In den meisten Konkurrenz-Geräten sind 95-Wh-Akkus verbaut – lange Laufzeiten erwarten wir vor allem im Hinblick auf die stromhungrigen Komponenten damit nicht. 

Auffällige Kühlung

Neben den zahlreichen Lüftungsschlitzen auf den beiden Seiten und der Unterseite des MSI GT73VR Titan Pro besitzt unser Testmuster auch auf der Rückseite dicke Lufteinlässe für die Kühlung. Direkt dazwischen hat MSI die Anschlüsse für die Videoausgabe, aber auch die Gigabit-LAN-Buchse untergebracht. Hier gibt es einen HDMI-Port und einen miniDisplayPort-Ausgang. Der USB-Typ-C-Port ist nach hinten gewandert.

Das externe, 330 W starke Netzteil wird ebenfalls hinter dem Display angeschlossen. Die Platzierung der einzelnen Anschlüsse ist damit sehr durchdacht. Sowohl Links- und Rechtshänder können sich freuen und eine USB-Gamermaus anschließen, ohne dabei das Kabel dafür auf dem Schreibtisch verlegen zu müssen. Sehr lobenswert!