Seite 1: MSI GS63 7RE-011 Stealth Pro: Schlankes Gaming-Notebook der Mittelklasse im Test

msi gs63 stealth pro 7re 011 teaserSchlanke Gaming-Notebooks, die auch mal als leistungsfähiges Arbeitsgerät mit ausreichender Akku-Laufzeit durchgehen können, sind spätestens seit Kaby-Lake und vor allem der Pascal-Architektur keine Seltenheit mehr. Eines davon ist das MSI GS63 7RE-011 Stealth Pro, welches wir nun mit Intel Core i7-7700HQ, einer NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti, 16 GB DDR4-Arbeitsspeicher und einer Kombination aus schneller SSD und herkömmlicher Magnetspeicher-Festplatte ausführlich auf den Prüfstand stellen durften. Wie sich das rund 1.750 Euro und gerade einmal 1,8 kg leichte Gaming-Notebook schlägt, erfährt man in diesem Hardwareluxx-Artikel auf den nachfolgenden Seiten.

Eine wirkliche Neuheit ist das MSI GS63 7RE-011 Stealth Pro zumindest mit Blick auf das Gehäuse eigentlich nicht. Schon im September konnten wir die Neuauflage des GS60 bei uns in der Redaktion auf den Prüfstand stellen. Damals allerdings noch mit Skylake-CPU und potenter NVIDIA GeForce GTX 1060. Größtes Manko der damaligen Teststellung war die Lautstärke. Hier wollen die Taiwanesen nachgebessert haben, was vor allem an der effizienteren Kaby-Lake-CPU und der etwas weniger potenten GeForce GTX 1050 Ti liegen soll. Der kleinere 3D-Beschleuniger ist etwas sparsamer, dürfte aber noch immer ausreichend schnell sein, um aktuelle Grafikkracher ohne große Anstrengung ruckelfrei auf den Bildschirm zu zaubern. Kleinere Änderungen gab es aber auch am Gehäuse.

Dazu gibt es natürlich ausreichend Arbeitsspeicher, eine schnelle SSD für das Betriebssystem und natürlich eine herkömmliche Magnetspeicher-Festplatte als zusätzliches Datengrab für die eigene Spielesammlung. Die typischen Gaming-Features, die MSI seinen höherpreisigen Modellen spendiert, sind natürlich ebenfalls wieder mit von der Partie. Hierzu zählen die RGB-hintergrundbeleuchteten Tasten der SteelSeries-Tastatur, der hochwertige Audiochip samt Nahimic-Audio-Enhancer, ein qualitativ hochwertiges Display und ein schickes, aber schlichtes Gehäuse mit einem Mix aus Kunststoff und Aluminium. Moderne Anschlüsse wie USB-Typ-C samt Thunderbolt 3, Killer-Netzwerk für WiFi und Gigabit-Ethernet sowie DisplayPort dürfen natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Im Vergleich zum Testmodell aus dem letzten Jahr hat MSI seine GS-Serie auf die neuen Kaby-Lake-Prozessoren von Intel umgestellt, welche zu Jahresbeginn vorgestellt wurden. Bei den Grafikkarten hat man das Angebt um die ebenfalls neue GeForce GTX 1050 (Ti) auch nach unten hin erweitert, verbaut die Modelle aber weiterhin bis hin zur NVIDIA GeForce GTX 1060 mit GP106-GPU. Während die Geräte der GS63-Reihe über einen 15,6-Zoll-Bildschirm verfügen, fallen die Varianten der GS73-Reihe mit einem 17,3-Zoll-Display etwas größer aus. Die Ableger der GS43-Familie sind mit einem 14-Zoll-Bildschirm wiederum etwas kleiner. Bei der Auflösung gibt es stets ein IPS-Panel mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten. Höher aufgelöste Displays oder Varianten mit schnellem 120-Hz-Panel gibt es erst bei den höherpreisigeren Gaming-Geräten. Für eine GeForce GTX 1060 oder GTX 1050 Ti, die es ja nach Typ mit 3, über 4 bis hin zu 6 GB GDDR5-Videospeicher gibt, ist das aber besser so: Für hochauflösendes 4K wären die beiden Grafikchips meist nicht schnell genug.

Für unseren Test versorgte uns MSI mit dem GS63 7RE-011 Stealth Pro. Dieses kann auf einen Intel Core i7-7700HQ sowie auf eine NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti mit 4 GB Videospeicher zurückgreifen. Dazu gibt es 16 GB an DDR4-Arbeitsspeicher, welcher mit einer Geschwindigkeit von 2.400 MHz befeuert wird, und eine 256 GB fassende SSD im M.2-Format für das Betriebssystem sowie eine zusätzliche 1-TB-Festplatte im 2,5-Zoll-Format als Datengrab. Rund 1.750 Euro kostet unsere Testausstattung bei den einschlägigen Onlineshops.

Schlichtes, gut verarbeitetes Gehäuse

Gegenüber dem Vorgänger auf Skylake-Basis, welchen wir erst im September des vergangenen Jahres auf den Prüfstand stellten, hat sich auf den ersten Blick nur sehr wenig getan. Lediglich das Drachenlogo auf dem Bildschirm-Deckel verrät, dass es sich beim MSI GS63 7RE-011 Stealth Pro um ein waschechtes Gaming-Notebook handelt, ansonsten ist es weiterhin sehr schlicht gehalten. Während die Unterseite aus Kunststoff gefertigt ist, ist der Bildschirmdeckel aus gebürstetem Aluminium gefertigt, was dem Gerät insgesamt einen sehr wertigen Eindruck verleiht. Das Topcase ist ebenfalls aus dem kühlen und stabilen Material gefertigt. 

Keine großen Mängel gibt es bei der Verarbeitungsqualität des MSI GS63 7RE-011 Stealth Pro. Zwar lässt sich der Bildschirm mit nur einer Hand öffnen, die Scharniere könnten jedoch verwindungssteifer sein – bei Bewegungen des Untergrunds wackelt das Display vergleichsweise stark, was vor allem auf Bahnreisen störend sein kann. Scharfe Kanten oder schlecht ausgearbeitete Spaltmaße gibt es bei unserem Testmuster nicht, jedoch gibt das Gehäuse vor allem im unteren Bereich des Topcase direkt neben dem Touchpad etwas nach, was im Hinblick auf die schlanke Bauweise aber zu verschmerzen ist. Schaden nimmt es dadurch nicht. 

Wie bei seinen hochpreisigen Gaming-Geräten ist mit der Schlichtheit des Äußeren jedoch vorbei, wenn man das Notebook aufklappt und anschaltet. Dann erstrahlt die SteelSeries-Tastatur mit ihrer RGB-Hintergrundbeleuchtung standardmäßig in allen erdenklichen Farben. Sie lässt sich per Software-Tool weiter individualisieren. Möglich sind nicht nur eine einfarbige Hintergrund-Beleuchtung, sondern auch ein Aufleuchten jeder einzelnen Taste in unterschiedlicher Farbe und mit unterschiedlichen Effekten. Möglich ist neben einem dauerhaften Aufleuchten auch ein Pulsieren der LEDs. 

Das Display misst bei unserem GS63 über 15,6 Zoll in der Diagonalen, gibt es innerhalb der Modellfamilie aber auch als größeres und kleineres 17,3- bzw. 14-Zoll-Modell. In allen Fällen verbaut MSI ein IPS-Panel mit Full-HD-Auflösung und damit mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten. Andere Feinheiten wie beispielsweise G-Sync, ein schnelles 120-Hz-Panel oder die hohe 4K-Auflösung gibt es erst bei den höherpreisigen Modellen. 

Insgesamt bringt es das Gerät auf Abmessungen von 380 x 249 x 17,7 mm und stemmt nur rund 1,8 kg auf die Wege. Damit zählt es klar zu den eher kompakteren und leichteren Gaming-Notebooks, kommt an die ersten Geräte mit effizientem Max-Q-Design aber nicht heran. Erste Ableger davon wurden von MSI allerdings schon angekündigt und dürften in Kürze offiziell auf den Markt kommen. Für den Einsatz auf der nächsten LAN-Party, aber auch als mobiles Arbeitstier ist das MSI GS63 7RE-011 Stealth Pro damit durchaus zu empfehlen. 

Trotz der vergleichsweise kompakten Abmessungen hat es auch ein eigener Nummernblock in das Topcase des MSI GS63 geschafft. Die Tasten fallen hier jedoch kleiner aus als die restlichen, welche es meist auf großzügige 16 x 16 mm bei einem Abstand von etwa 4 mm bringen. Der Hub ist angenehm, das Feedback gut und das Tippgeräusch leise. Kein Wunder, schließlich hat sich MSI hier abermals die Expertise von SteelSeries zur Seite geholt. Gewöhnungsbedürftig: MSI setzt abermals nicht auf ein Standard-Layout – einige Tasten sind ausgespart worden oder deutlich kleiner als gewohnt.

Gutes Touchpad ohne Zusatzfunktionen

Das Touchpad verfügt über gute Gleiteigenschaften, die sich – obwohl das Touchpad leicht angeraut wurde – fast nicht von der Aluminium-Oberfläche des Topcases unterscheiden. Multi-Touchgesten werden präzise umgesetzt, Eingaben werden an Rändern und Ecken ebenfalls tadellos akzeptiert. Dedizierte Tasten für den linken und rechten Mausklick gibt es nicht, sie werden direkt innerhalb des Touchpads ausgeführt. Um sie auszulösen, muss jedoch vergleichsweise fest auf das Touchpad gedrückt werden, was auf Dauer anstrengend ist. 

Mit Abmessungen von 106 x 70 mm befindet sich die Fläche im guten Durchschnitt und ist sogar etwas größer als bei so manch einem 17-Zoll-Gerät, wie beispielweise dem erst kürzlich von uns getesteten Alienware 17. Auf weitere Features wie einen Fingerabdruck-Scanner muss man verzichten. 

Mit einer Bauhöhe von 17,7 mm ist das MSI GS63 7RE-011 Stealth Pro erstaunlich kompakt. Besonderheiten oder gar Anschlüsse gibt es auf der Rückseite keine, hier gibt es lediglich einige Lüftungsschlitze für die Kühlung der Hardware. Auch das externe 180-W-Netzteil wird über eine der beiden Seiten angeschlossen.

Den Großteil der Anschlüsse gibt es auf der linken Seite. Hier stellt unser Testmuster zwei vergoldete 3,5-mm-Klinkenbuchsen für den Anschluss eines Headsets, drei USB-3.1-Schnittstellen nach Typ-A, einen Kartenleser und eine Gigabit-Ethernet-Schnittstelle mit Killer-Funktionalität sowie den Kensington-Lock zur Diebstahlsicherung bereit. Lobenswert: Alle Anschlüsse sind jeweils ganz nach vorne gerückt, klobige Ports wie Ethernet sind eher im hinteren Teil anzutreffen, was das Kabelmanagement auf dem Schreibtisch einfacher macht. 

Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es ganz vorne den Einschalt-Knopf, was etwas ungewöhnlich ist, lassen sich die meisten Gaming-Notebooks doch über einen Power-Button direkt auf dem Topcase im Bereich der Tastatur ein- und ausschalten. Ansonsten gibt es eine moderne Typ-C-Schnittstelle mit Thunderbolt-3-Protokoll, einen HDMI-Port und eine zusätzliche USB-Typ-A-Schnittstelle, welche allerdings noch nach dem älteren 2.0 Standard arbeitet. Vor den Lüftungsschlitzen ist lediglich noch der Anschluss für die Stromversorgung untergebracht.

Unauffällige Kühlung

Mit einer Bauhöhe von nur 17,7 mm ist das MSI GS63 7RE-011 eine eher schlankes Gaming-Notebook, was das Gerät insgesamt aber vor Herausforderungen bei der Kühlung und vor allem der Lautstärke stellen dürfte. Das Vorgänger-Modell auf Skylake-Basis hatte zwar keine Probleme bei den Temperaturen, erkaufte sich dies jedoch auch mit einer hohen Lautstärke – ein Leisetreter war das MSI GS63 bislang nicht. Da diese Testversion nun über einen effizienteren Kaby-Lake-Prozessor und obendrein über eine nicht ganz so leistungsfähige Grafiklösung verfügt, dürfte die Abwärme geringer ausfallen und damit vielleicht auch die Lautstärke, was wir auf den kommenden Seiten natürlich noch ausführlich durchleuchten werden. 

Mit Strom versorgt wird das Gerät wahlweise über ein externes Netzteil mit einer Ausgangsleistung von 180 W oder mobil über einen 65 Wh starken Akku. Eine Besonderheit: Die Unterseite ist mit einem stoffähnlichen Überzug versehen, was das Gerät rutschfest auf dem Schreibtisch macht.