Seite 14: Netzwerk-Empfehlungen

Bei den WLAN-Systemen hat sich in den vergangenen 2-3 Jahren ein Trendwechsel vollzogen. Nicht mehr nur ein zentraler Access Point bzw. Router zeichnet sich für die WLAN-Versorgung verantwortlich, sondern diese Verantwortung wird via Mesh auf mehrere Systeme verteilt. Die Ansätze dieser Systeme ähneln sich, doch im Detail gibt es teilweise große Unterschiede. Daneben gibt es natürlich auch noch immer die klassischen WLAN-Router, die neben dem Aufbau eines Netzwerkes auch noch Zusatzfunktionen übernehmen.

Ein extrem schnelles Mesh-Netzwerk:Netgear Orbi RBK20

Die Orbi-Systeme von Netgear haben sich in jüngster Vergangenheit durch schnelle Dursatzraten hervorgetan und bieten zudem eine gewisse Flexibilität durch verschieden ausgestattete Satelliten. Das große Netgear Orbi (RBK50) haben wir uns Anfang 2017 angeschaut. Mit den Modellen RBK30 und RBK40 hat Netgear die Hardware geschrumpft und ermöglicht den Einsatz der Satelliten direkt an der Steckdose. Mit dem RBK20 wurde in diesem Jahr ein Kompromiss aus Größe und Geschwindigkeit vorgestellt. Der Nutzer kann so entscheiden, ob er am Satelliten zwei oder vier Ethernet-Schnittstellen benötigt oder ganz darauf verzichtet.

Je nach Kombination aus Router und Satellit steht eine dedizierte Mesh-Verbindung per WLAN zur Verfügung, welche 1,7 GBit/s oder 866 MBit/s erreicht. In unseren Tests kann gerade dieser Umstand überzeugen. Aufbau und Inbetriebnahme sind problemlos auch für den Laien möglich. Über den Einsatz mehrerer Satelliten können auch Flächen von 350 m² abgedeckt werden. Bei den Mesh-Systemen ist Netgear mit der Orbi-Produktreihe eine Empfehlung für den Weihnachtsbaum, wenn das WLAN im nächsten Jahr endlich mal schneller werden soll.

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Mesh mit Powerline-Fallback: AVM Mesh

Doch nicht immer ist ein Mesh-System mit einer WLAN-Verbindung als Rückgrat die richtige Wahl. Je nach Aufbau von Wohnung oder Haus kann eine WLAN-Verbindung kein vernünftiger Ansatz für ein solches Netzwerk sein und dann kommt eine der Alternativen ins Spiel. Eine dieser Alternativen ist das AVM Mesh. Seit einiger Zeit baut AVM seine Hardware auf den Mesh-Einsatz um und ermöglicht im Zusammenspiel aus WLAN-Router, WLAN-Repeater und Powerline-Adaptern auch einen kabelgebundenen Aufbau des Mesh-Netzwerks.

Die FRITZ!Box ist für AVMs Mesh-Struktur die Zentrale. Sie stellt den Internetzugang her, ist eine WLAN-Basis und kann ein Mesh-Netzwerk aufbauen. Alle kompatiblen FRITZ!-Produkte (WLAN-Repeater, Powerline-Adapter) tauschen sich im Mesh untereinander aus und gleichen Einstellungen ab. Das Mesh-System baut sich bei AVM automatisch zwischen der vorhandenen Netzwerk-Hardware auf, die über die entsprechende Software verfügt. Weitere Geräte können einfach eingebunden und so das Netzwerk auch nachträglich noch erweitert werden. In unserem Mesh-Vergleichstest konnte das AVM Mesh durchaus überzeugen und ist damit eine gute Alternative für ein nicht zwingend auf WLAN basierendes Mesh-Netzwerk.

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Für Enthusiasten: Ubiquiti UniFi

Wer keine Ethernet-Verkabelung im ganzen Haus installiert hat, muss auf eben erwähnte Lösungen zurückgreifen. Doch ist ein fest verbautes, kabelgebundenes Netzwerk vorhanden oder geplant, ist der Einsatz ganz anderer Hardware möglich. Eben diesen Einsatz haben wir uns ebenfalls angeschaut und ein Heimnetzwerk für Enthusiasten auf Basis der UniFi-Produkte von Ubiquiti aufgebaut. Über einen großen 16-Port-Switch, eine kleinere Variante mit acht Ports bis hin zum Gateway zur Kontrolle und Überwachung der Internetverbindung und einem Cloud Key für den Zugriff auf alle Ressourcen des Netzwerks, kann hier ein potentes und zugleich konfigurationsstarkes Netzwerk aufgebaut werden, welches allerdings auch etwas Verständnis für eine Netzwerkinfrastruktur vom Nutzer verlangt. Einfach "Aufstellen, Anschließen und los geht's" bringt hier nicht die ideale Leistung.

Dank PoE-Versorgung können die angeschlossenen Access Points über das Netzwerkkabel versorgt werden. Dabei hat der Nutzer die Wahl, ob ein UniFi AP AC Lite bereits ausreichende Abdeckung bietet oder aber ob es eine Pro-Variante sein muss. Auch für den Außeneinsatz gibt es entsprechende Outdoor-APs. Hard- und Software aus einer Hand hat auch für eine Netzwerkinfrastruktur gewisse Vorteile, wie sich in der Konfiguration zeigt. Ein Nachteil ist sicherlich der Preis eines solchen Setups und noch einmal sei erwähnt, dass eine bereits bestehende oder geplante Ethernet-Verkabelung eine Grundvoraussetzung sind. Dann aber bietet die Hardware von Ubiquiti nahezu unbegrenzte (Netzwerk)Möglichkeiten.

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