Seite 1: Die Hardwareluxx-Weihnachtsempfehlungen 2018

Als draußen noch Temperaturen von fast 20 °C geherrscht haben und die Bäume in den schönsten Herbstfarben erstrahlten, haben sich die Hardwareluxx-Redakteure auf die Suche nach den besten und interessantesten Produkten der letzten Monate gemacht, denn eine Sache ist klar: Auch 2018 kommt Weihnachten wieder einmal schneller als man denkt und natürlich sollte die neueste Hardware unter dem Weihnachtsbaum liegen. Die ausführlichen Empfehlungen unserer Fachredakteure haben wir auf den folgenden Seiten zusammengestellt und sind uns eigentlich sicher: Das ein oder andere Schmankerl für den Wunschzettel wird jeder finden.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Schmökern und ein vorweihnachtliches HOHOHO! 

Prozessor-Empfehlungen

Für viele dürfte AMD der Gewinner des Jahres sein, wenn es um Prozessoren geht. Nicht nur, dass das Unternehmen weite Teile seines Prozessorportfolios erneuert hat, in Bezug auf die Leistung konnte man Intel in ebenso weiten Teilen einholen oder gar überholen. Kein Wunder also, dass die Empfehlungen für Weihnachten 2018 in keinem Segment ohne AMD auskommen. Daran ist aber auch Intel schuld. Steigende Preise und schlechte Verfügbarkeiten aufgrund der Probleme rund um die 14-nm-Fertigung sowie eine stockende Aktualisierung der einzelnen Bereiche lassen Ryzen und Co. noch attraktiver wirken.

HEDT

AMD Ryzen Threadripper 2950X:

Das HEDT-Segment (High-End Desktop) bedient AMD mit vier Modellen der zweiten Threadripper-Generation sowie den noch verfügbaren Vorgängern. Das macht es schwer, den bestmöglichen Prozessor zu benennen. Denn die Bandbreite reicht von derzeit acht bis hin zu 32 Kernen und von etwa 290 Euro bis hin zu knapp 1.800 Euro. Dennoch gibt es so etwas wie die sprichwörtlich goldene Mitte: den Ryzen Threadripper 2950X. Mit 16 Kernen und Taktraten von 3,5 bis 4,4 GHz sowie 32 MB Level-3-Cache und einer TDP von 180 W landet der große Chip in der Mitte der Familie.

Wie auch die anderen Threadripper der zweiten Generation bietet er unter anderem 64 PCIe-3.0-Lanes und ein Quad-Channel-Speicherinterface. Das sollte für eine große Bandbreite an Anwendungsfällen reichen - angefangen von Render-Sessions über Bild- und Videobearbeitung bis hin zu Spielen. Bremsen die vergleichsweise vielen Kerne, reichen wenige Mausklicks im dazugehörigen Tool Ryzen Master, um die Kompatibilität zu verbessern.

Ein günstiges Vergnügen wird der Prozessor aber nicht. Denn etwa 900 Euro müssen eingeplant werden, hinzu kommen die ebenfalls den Geldbeutel belastenden Mainboards mit Chipsatz X399.

Intel Core i9-9920X:

Der direkte Konkurrent aus dem Intel-Lager heißt Core i9-9920X. Der Anfang Oktober vorgestellte Skylake-X-Prozessor soll rechtzeitig bis Weihnachten in den Regalen der Händler landen und dürfte als Antwort auf die zweite Threadripper-Generation verstanden werden. Auch der Core i9-9920X ist in der Mitte der neuen Modelle platziert und bietet zwölf Kerne. Die Taktraten reichen von 3,5 bis 4,5 GHz. Mit 19,25 MB fällt der Level-3-Cache kleiner als bei AMD aus, mit 165 W bewegt sich die TDP - zumindest für den Laien - auf einem ähnlichen Niveau. Die Single-Thread-Leistung dürfte angesichts der bislang bekannten Daten über der des Ryzen Threadripper 2950X liegen, im Multi-Thread-Szenario landet AMD hingegen mit hoher Wahrscheinlichkeit vorne.

Ein Quad-Channel-Speicherinterface gibt es auch hier, Abstriche muss man jedoch in Hinblick auf die PCIe-3.0-Lanes in Kauf nehmen. Denn der Core i9-9920X bietet lediglich 44, erst zusammen mit einem entsprechend bestückten Mainboard sind es am Ende 68. Letzteres muss nicht nur den Sockel LGA2066 bieten, sondern auch den Chipsatz X299. Mit nicht ganz 1.300 Euro wird der Skylake-X-Chip deutlich teurer als unsere AMD-Empfehlung.

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Desktop-Oberklasse

AMD Ryzen 7 2700X:

Fällt das Budget kleiner aus oder sind zwölf und 16 CPU-Kerne zu viel für den geplanten Einsatzzweck, bietet die Desktop-Oberklasse eine große Auswahl. Dabei hat sich vor allem der Ryzen 7 2700X als ein nicht mehr ganz so geheimer Geheimtipp entpuppt. Denn als Flaggschiff der aktuellen Ryzen-Modelle ist er nicht nur der schnellste Desktop-Prozessor für Desktop-PCs, sondern kann in vielen Fällen mit deutlich teureren Intel-Chips mithalten.

Der Achtkerner kann dank SMT 16 Threads parallel bearbeiten und erreicht Taktraten von 3,7 bis 4,3 GHz. Bietet die Kühlung genügend Reserven und das verwendete Mainboard eine großzügige Spannungsversorgung, steht leichten Takterhöhungen dank XFR 2.0 nichts im Wege. Mit Precision Boost 2.0 fallen die einzelnen Taktschritte zudem vorteilhafter aus. Gleich 24 PCIe-3.0-Lanes, eine TDP von 105 W und ein zuverlässig kühlender Boxed-Lüfter mit RGB-LED-Beleuchtung runden das Bild ab. Eingeplant werden müssen etwa 300 Euro sowie - für das Ausreizen aller Fähigkeiten - ein Mainboard mit Chipsatz X470.

Intel Core i9-9900K:

Erst sehr spät konnte Intel eine Antwort auf die zahlreichen Kerne in den Ryzen-Prozessoren liefern. Umso enttäuschter dürften viele nach den ersten Tests des Core i9-9900K gewesen sein. Denn mehr als das völlige Ausreizen der Architektur stellen Coffee Lake Refresh im Allgemeinen und das Topmodell im Speziellen nicht dar. Dass der Prozessor dennoch eine Empfehlung ist, zeigt aber eben doch der Test. Denn für Gamer führt kaum ein Weg am Core i9-9900K - oder dessen Vorgänger Core i7-8700K - vorbei.

Schließlich will vor allem NVIDIAs GeForce RTX 2080 Ti von einem schnellen Prozessor gefüttert werden. Und noch immer bevorzugen viele Spiele eher wenige hoch getaktete CPU-Kerne als viele langsamere. Beides schafft Intel mit dem Achtkerner, der Taktraten von 3,6 bis 5,0 GHz erreicht, dabei zusätzlich SMT und 16 PCIe-3.0-Lanes bietet. Die TDP wird zwar mit 95 W beziffert, doch wer die maximale Leistung abruft, muss mit deutlich höheren Watt-Werten rechnen, die sich der Prozessor genehmigt. Vor allem dann, wenn 5 GHz in der Spitze nicht genug sind, wie unser Overclocking-Guide für Coffee Lake Refresh zeigt.

Die schlechte Nachricht: Mit Preisen ab etwa 620 Euro ist der Intel Core i9-9900K spürbar teurer als AMDs Ryzen 7 2700X. Und aufgrund des Stromhungers führt an einem ebenfalls nicht günstigen Mainboard mit Chipsatz Z390 kaum ein Weg vorbei.

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Desktop-Mittelklasse

AMD Ryzen 5 2400G:

Vor allem im unteren und mittleren Preisbereich bietet AMD gleich mehrere Prozessoren an, die unter dem Weihnachtsbaum eine gute Figur abgeben würden, beispielsweise der Ryzen 5 2600. Unsere Empfehlung ist aber eine andere. Denn der Ryzen 5 2400G ist nicht nur ein paar Euro günstiger, sondern bedient eine ganz andere Geräteklasse. Schließlich ist die im Februar auf den Markt gebrachte APU der Raven-Ridge-Familie nicht nur sparsamer, sondern eignet sich hervorragend für den Aufbau eines kleinen Arbeits- oder Allround-Rechners, der keine Höchstleistung bieten muss.

Hierfür bringt der Ryzen 5 2400G vier CPU-Kerne samt SMT mit und erreicht Taktraten von 3,6 bis 3,9 GHz bei einer TDP von 65 W. Hinzu kommt eine integrierte Grafikeinheit vom Typ Vega 11 mit 704 Shadereinheiten und einem Takt von maximal 1.250 MHz. Das reicht für diverse Casual-Games, aber auch für den ein oder anderen technisch etwas anspruchsvolleren Titel, wenn auf einen hohen Detailgrad verzichtet werden kann. Anders als zum Start ist inzwischen auch der Einsatz in einem HTPC denkbar, da es nun zumindest ein wenig Auswahl bei dafür geeigneten AM4-Mainboards gibt.

Für den Ryzen 5 2400G müssen rund 130 Euro eingeplant werden.

Intel Core i3-8100:

Wird weniger GPU-, dafür aber mehr Single-Thread-Leistung benötigt, bietet sich Intels Core i3-8100 an. Der Vierkerner steht dabei fast schon sinnbildlich für die schwierige Lage des Unternehmens - immerhin war er schon vor einem Jahr dabei, ein Nachfolger ist weiterhin nicht in Sicht. Entsprechend bekannt sind die wichtigsten technischen Eckdaten. SMT alias Hyper-Threading gibt es nicht, die TDP beträgt 65 W, der Basistakt beträgt 3,6 GHz, ein Turbo fehlt. Die integrierte Grafikeinheit vom Typ UHD Graphics 630 bietet deutlich weniger Leistung als die Vega 11 des Ryzen 5 2400G, reicht für Office und Co. sowie viele Casual-Games aber aus. Der vielleicht größte Vorteil gegenüber dem AMD-Chip: Die Auswahl an Mainboards ist nahezu unüberschaubar.

Mit etwa 130 Euro bewegt sich der Intel Core i3-8100 auf einem vergleichbaren Preisniveau.

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In diesem Jahr haben sowohl Intel als auch AMD neue Mainstream-Chipsätze für ihre bestehenden Sockel LGA1151v2 und AM4 veröffentlicht. Darüber hinaus stellen beide Unternehmen aber auch weiterhin einen High-End-Sockel zur Verfügung. Bei Intel handelt es sich um den Sockel LGA2066 mit dem X299- und bei AMD um den Sockel TR4 mit dem X399-Chipsatz.