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Netgear Orbi RBK20 im Test - flexibel in der Aufstellung

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Netgear baut sein Hardwareangebot für Mesh-Systeme immer weiter aus und ergänzt dieses nun mit der besonders kompakten RBK20-Variante. Vorgestellt wurde diese im Februar zum Mobile World Congress und ist nun erhältlich. Daher haben wir uns angeschaut, ob auch die kleinere Variante die Bandbreite der größeren Modelle bieten kann.

Im vergangenen Jahr startete Netgear die Orbi-Serie und gehörte damit zu den ersten Unternehmen, die vollständig auf den Mesh-Zug aufgesprungen sind. Mesh-Systeme haben sich als günstige und schnelle Netzwerkerweiterung etabliert, verwenden aber nicht in allen Ausführungen eine dedizierte Draht(los)-Verbindung, genannt Backhaul-Verbindung. Netgear tut dies sehr wohl und will damit die WLAN-Kanäle für die Clients freihalten, was in der Praxis auch immer gut funktioniert. Wie ein solches Mesh-Netzwerk aufgebaut ist, haben wir vor einiger Zeit in einem ausführlichen Artikel beschrieben.

Das große Netgear Orbi (RBK50) haben wir uns Anfang 2017 angeschaut. Mit den Modellen RBK30 und RBK40 hat Netgear die Hardware etwas geschrumpft und damit flexibler einsetzbar gemacht. Nun gesellen sich noch die Varianten RBK20 und RBK23 hinzu. Dabei handelt es sich um Systemkits, also eine Kombination aus Router und Satellit.

Die technischen Daten der Orbi-Systeme
Modell RBK50 RBK40 RBK30RBK20
kombinierte WLAN-Geschwindigkeit 3.000 MBit/s (1733 + 866 + 400 MBit/s) 2.200 MBit/s (866 + 866 + 400 MBit/s) 2.200 MBit/s (866 + 866 + 400 MBit/s)2.200 MBit/s (866 + 866 + 400 MBit/s)
Abdeckung 350 m² 250 m² 200 m²250 m²
Backhaul 4x4 (1,7 GBit/s) 2x2 (867 MBit/s) 2x2 (867 MBit/s)2x2 (867 MBit/s)
Antennen 6 4 44
MU-MIMO Ja Ja JaJa
Beamforming Ja Ja JaJa
Ethernet (Router) 3x LAN
1x WAN
3x LAN
1x WAN
3x LAN
1x WAN
1x LAN
1x WAN
Ethernet (Satellit) 4x LAN 4x LAN Nein2x LAN
USB 1x USB 2.0 Nein NeinNein
Speicher 4 GB Flash
512 MB RAM
4 GB Flash
512 MB RAM
4 GB Flash und 512 MB RAM256 MB Flash und 512 MB RAM
Abmessungen Router & Satellit: 163 x 79 x 203 mm Router & Satellit: 163 x 79 x 203 mm Router: 163 x 79 x 203 mm
Satellit: 84 x 76 x 161 mm
Router & Satellit: 142 x 61 x 168 mm

Mit dem RBK20-System aus Router und Satellit geht Netgear den Mittelweg aus kompaktem RBK30 und dem größere RBK40, ohne dass dabei Abstriche bei der Leistung gemacht werden sollen. Ob dies gelingen wird, wird sich in den Messungen zeigen müssen. Das RBK20 soll eine Fläche von bis zu 250 m² abdecken können, wobei dies immer stark abhängig von den Gegebenheiten vor Ort ist. Stärke und Beschaffenheit von Mauern und Decken spielen dabei ebenso eine Rolle wie die übrige WLAN-Umgebung.

Zusammengenommen soll das RBK20 2.200 MBit/s erreichen können. Wirklich nutzbar sind 866 MBit/s über das 5-GHz-Netz und 400 MBit/s über das 2,4-GHz-Netz. Die weiteren 866 MBit/s stehen für die dedizierte Backhaul-Verbindung bereit und verbinden die Satelliten und Router untereinander.

Die Abmessungen sollen das wichtige Argument für das Orbi-System RBK20 sein. Router und Satellit schrumpfen von 163 x 79 x 203 mm des RBK40 auf 142 x 61 x 168 mm. Dafür schrumpft auch das Angebot an Ethernet-Ports sowohl am Router als auch am Satelliten von drei bzw. vier auf einen bzw. zwei. Es können also nicht mehr so viele Geräte per Ethernet angebunden werden.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass sich alle Orbi-Systeme miteinander kombinieren lassen. So kann ein bereits bestehendes Mesh weiter ausgebaut werden. Dabei sollte allerdings klar sein, dass beim Einsatz der schnellen RBK50 mit einer Backhaul-Verbindung von theoretischen 1,7 GBit/s, dies je nach Einsatz weiterer Satelliten einer kleineren Serie auf den kleinsten gemeinsamen Nennen aller Systeme reduziert wird.

Auf der Rückseite des Routers finden wir alle Knöpfe und Anschlüsse. Von rechts wären dies der Reset-Taster, der Netzteilanschluss, der Ein/Ausschalter, einmal Gigabit-Ethernet, der WAN-Anschluss bzw. Uplink zum restlichen Netzwerk und der Sync-Taster, über den das Mesh abgestimmt werden kann.

Am Satelliten sieht dies ganz ähnlich aus. Hier wird nur der WAN-Anschluss gegen einen weiteren Gigabit-Ethernet-Port ergänzt.

Netgear bleibt dem Design der bisherigen Orbi-Systeme treu. WLAN-Hardware soll sich nicht verstecken müssen. Ein ovaler Zylinder, hochkant aufgestellt und weitestgehend weiß gehalten sollte sich relativ unauffällig in das Innendesign einer jeden Wohnung bzw. eines jeden Hauses integrieren lassen. Orbi WLAN-Router (RBR20) und Satellit (RBS20) unterscheiden sich durch den blauen (Router) und weißen Deckel (Satellit). Sicherheitshalber fügt Netgear eine Banderole bei, die beim ersten Auspacken entfernt werden sollte.

Über verschiedenfarbige LEDs gibt das System Auskunft über seinen Betriebszustand. Ein blaues Leuchten zeigt den fehlerfreien Betrieb und die bestehende Verbindung zwischen Router und Satellite an. Eine gelbe LED bedeutet, dass die Backhaul-Verbindung zwar besteht, diese aber nicht schnell genug ist und man beide Geräte anderes positionieren sollte. Bei einer roten oder magentafarbenen LED kann die Verbindung nicht aufgebaut werden.

Die Inbetriebnahme gestaltet sich recht einfach. Router und Satellit werden per Netzteil mit Strom versorgt und der Router zusätzlich noch über das Ethernetkabel mit dem bereits bestehenden Netzwerk verbunden oder aber an das Internet-Modem angeschlossen. Danach erfolgt der Aufbau der Backhaul-Verbindung automatisch. Falls nicht, reicht ein Drücken auf den Sync-Knopf bei allen eingesetzten Geräten.

Die Orbi-App

Im Grunde kann ein Orbi-System aufgestellt und mit den Werkseinstellungen betrieben werden. Es bietet sich allerdings an, zumindest den Namen des WLAN (SSID) und das Passwort zu ändern. Dies kann im Falle eines Netgear Orbi über die App geschehen. Die App ist im App-Store für iOS oder Android erhältlich und wir werfen nun einen kleinen Blick darauf.

Zunächst einmal können WLAN-Geräte über die SSID und das Passwort auf der Unterseite des Orbi-Routers verbunden werden. Danach ist es möglich, sich über die App einzuloggen und die ersten Einstellungen vorzunehmen. Dazu wird einfach der QR-Code auf der Unterseite des Routers in der App gescannt. Ist die Einrichtung beendet, können weitere Einstellungen vorgenommen werden. Dies schließt natürlich die Login-Daten sowie SSID und WLAN-Passwort mit ein.

Weitere Optionen der App sind einfache Firmware-Updates, das Einrichten eines Gast-WLANs sowie eine "Überwachung" des WLANs in Form einer Auflistung aller verbundener Clients. Wird das Mesh-Netzwerk erweitert, können weitere Satelliten über die App eingebunden werden. Viel mehr gibt es hier nicht mehr zu sagen und dies umschließt eigentlich auch schon den kompletten Funktionsumfang der App.

2,4-GHz-Band - Nachbarraum (4 m)

Netgear Orbi

MB/s
Mehr ist besser

2,4-GHz-Band - Etagenwechsel (6 m)

Netgear Orbi

MB/s
Mehr ist besser

5-GHz-Band - Nachbarraum (4 m)

Netgear Orbi

MB/s
Mehr ist besser

5-GHz-Band - Etagenwechsel (6 m)

Netgear Orbi

MB/s
Mehr ist besser

In den Standard-Messungen im 2,4- und 5-GHz-Netz liegt das kleinere RBK20-System auf Niveau des größeren RBK40/30. Die WLAN-Leistung ist durchschnittlich etwas geringer, liegt aber im Rahmen von Messungenauigkeiten (z.B. durch Änderungen der Luftfeuchtigkeit oder weiterer Umgebungsvariablen).

Backhaul-Verbindung (5 m)

Netgear Orbi

MB/s
Mehr ist besser

Um aufzuzeigen, welche Leistung die dedizierte Backhaul-Verbindung hat, haben wir entsprechende Messungen per Ethernet vorgenommen. Router und Satellite waren über ihre drahtlose Mesh-Verbindung miteinander verknüpft. Für das RBK50 sind wir mit etwa 750 MBit/s von den theoretischen 1.700 MBit/s ebenso weit entfernt wie von den theoretischen 867 MBit/s für die RBK40/30- bzw. RBK20-Systeme, die in der Praxis auf 250 MBit/s und etwas mehr kommen.

Fazit

Nicht immer ist es möglich Ethernet-Kabel durch die Wohnung oder das Haus zu ziehen – entweder weil es sich um eine Mietwohnung oder ein Miethaus handelt, an dem bauliche Veränderungen in dieser Form nicht erlaubt sind oder weil die Umsetzung schlichtweg nicht möglich ist. Powerline-Systeme können Abhilfe schaffen, sind aber auch nicht immer problemlos zu betreiben und erreichen auch bei weitem nicht immer die gewünschten Übertragungsraten.

Mesh-Systeme haben sich in den vergangenen Jahren als Alternative etabliert und funktionieren inzwischen meist reibungslos und ohne großes Zutun des Nutzers. Die erste Orbi-Generation (RBK50) ist noch immer die leistungsstärkste, aber auch die am wenigsten flexibelste hinsichtlich Größe und Aufstellposition. Erste Verbesserungen in dieser Hinsicht stellten sich mit dem Nachfolger RBK40/30 ein – kompakter und flexibler wird das Orbi-System damit. Allerdings wirkt sich dies auch auf dier WLAN-Geschwindigkeit bzw. die Backhaul-Verbindung aus, was nun auch für das kleine RBK20-System gilt. 400 bzw. 867 MBit/s dürfte für die meisten Clients aber noch immer mehr als ausreichend sein, denn nur in den wenigsten Fällen dürfte WLAN nach 802.11ac oder gar ad mit theoretisch weit mehr als 1.000 MBit/s auch ausgenutzt werden. Die Backhaul-Verbindung bietet theoretisch die gleiche Geschwindigkeit wie das schnellste WLAN-Netz im Mesh.

Welches Mesh-System es nun werden soll, haben wir bereits vor einiger Zeit versucht zu klären. Die Entscheidung für ein Orbi-System von Netgear zieht noch einige weitere Fragen nach sich. Sind an bestimmten Stellen ein oder mehrere Ethernet-Anschlüsse notwendig? Wenn ja, wie viele? Wie schnell soll die Backhaul-Verbindung und damit das Rückgrat des Meshes sein? Wie groß ist die Fläche, die mit dem Mesh abdeckt werden soll?

Antworten auf diese Fragen schränken auch zugleich die Auswahl der Orbi-Systeme mit ein. Das RBK50 liefert den größten Funktions- und Leistungsumfang. Maximale WLAN-Geschwindigkeit gepaart mit vier Ethernet-Anschlüssen an jedem Satelliten. Dafür aber ist das RBK50 auch nicht wirklich kompakt und lässt sich nicht mal eben im Bücherregal verstauen/verstecken. Das BK40/30 ist eine Zwischenlösung. Etwas kompakter, mit weniger Bandbreite und mit weniger Ethernet-Anschlüssen. Dafür lässt sich der kleine Satellite einfach in die Steckdose stecken.

Das RBK20 bildet nun den Mittelweg. Der Satellite kann Ethernet-Anschlüsse anbieten, Router und Satellite sind aber auch ausreichend kompakt, um überall platziert zu werden, ohne besonders auffällig zu sein. Die Kompatibilität untereinander ist aber sicherlich die Stärke des Orbi-Systems, denn die Satelliten lassen sich beliebig miteinander kombinieren, wenngleich sich die Backhaul-Verbindung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner aller Systeme einigen muss.

Der Preis für das RBK20-Kit, bestehend aus Router und einem Satelliten, liegt bei 199 Euro. Damit liegt es preislich auf Niveau des RBK30, mit den erwähnten Unterschieden in Funktion und Leistung. Je nach Abdeckung müssen noch weitere Satelliten angeschafft werden, die etwa 140 Euro kosten.

Positive Aspekte des Netgear Orbi RBK20:

  • einfache Installation und Inbetriebnahme
  • gute Software
  • gute Reichweiten
  • einfach erweiterbares Mesh-System
  • 2x Ethernet am Satelliten

Negative Aspekte des Netgear Orbi RBK20:

  • nicht ganz günstig


y

Preise und Verfügbarkeit
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