> > > > Coffee Lake H: Intel bringt die ersten Sechskerner ins Notebook

Coffee Lake H: Intel bringt die ersten Sechskerner ins Notebook

Veröffentlicht am: von

intel coffee lake hNachdem Intel im August eine Reihe neuer Ultrabook-Prozessoren ins Rennen schickte und im Januar die ersten Core-Prozessoren mit AMD-Grafikchip folgen ließ, geht es nun endlich auch bei den High-End-Notebooks wieder einen Schritt nach vorne. Intel vollzieht bei seinen H-Prozessoren den Wechsel von Kaby Lake auf Coffee Lake. 

Damit schraubt der Chipriese wie schon bei Kaby Lake Refresh die Zahl der Rechenkerne auch im High-End-Sektor um 50 % nach oben und bringt seine ersten Sechskerner offiziell ins Notebook – das war bislang nur über Umwege bei Systembuildern wie Schenker Technologies oder MIFCOM möglich, die einfach die Desktop-Modelle in ein Replacement-Gehäuse wie beispielsweise beim XMG APEX 15 steckten. 

Möglich wird dies dank der neuen Coffee-Lake-Architektur, die man vor nicht ganz einem halben Jahr mit den ersten Desktop-Prozessoren einführte. Wirklich viel Neues zu berichten gibt es daher an dieser Stelle nicht. Die neuen Coffee-Lake-H-Prozessoren werden wie die Desktop-Modelle in der dritten Generation der 14-nm-Fertigung produziert, weshalb Intel auch hier von 14 nm++ spricht. Weitere Änderungen an der Architektur hat man dagegen nicht vorgenommen, womit sich seit Kaby Lake nur sehr wenig getan hat. Aufgrund der höheren Anzahl an Rechenkernen und auch höheren Boost-Taktraten sind trotzdem große Leistungssteigerungen zu erwarten.

Die lassen sich schon auf dem Papier erkennen: Der Intel Core i7-8750H, welcher den Intel Core i7-7700HQ als bislang beliebtesten Prozessor im Gaming-Notebook ablösen wird, legt deutlich zu. Macht sich das Kaby-Lake-Modell noch mit 2,8 bis 3,8 GHz ans Werk, sind es beim Coffee-Lake-H-Ableger nun bis zu 4,1 GHz, womit Intel satte 300 MHz obendrauf legt. Die werden jedoch nur dann erreicht, wenn lediglich ein einziger Kern belastet wird. Werden alle sechs Rechenkerne unter Last gesetzt, sind im Allcore-Turbo maximal 3,9 GHz möglich. Deutlich sinkt dagegen der Basistakt ab. Hier sind beim Intel Core i7-8750H nur noch 2,2 GHz drin, was 600 MHz unterhalb des Vorgängers liegt. Der Grund hierfür ist die gleichgebliebene TDP, die nun auf sechs statt auf vier Kerne verteilt wird. Trotzdem soll der angehobene maximale Turbo bei Anwendungen, die nicht auf den Multicore-Betrieb optimiert wurden, dies ausgleichen.

Noch schneller als der Intel Core i7-8750H, welcher wohl in den meisten Gaming-Notebooks anzutreffen sein wird, ist der Intel Core i7-8850H. Er entspricht mit sechs Rechenkernen, zwölf Threads und einem 9 MB großen L3-Cache dem kleinen Schwestermodell, dreht dafür bei den Taktraten ein wenig mehr auf. Basis- und Turbo-Takt werden auf 2,6 bis 4,3 GHz angehoben. 

Am schnellsten geht es mit dem Intel Core i9-8950HK. Erstmals klassifiziert der Chipriese sein Flaggschiff in der Core-i9-Familie ein und unterstreicht damit noch deutlicher den High-End-Sektor. Gegenüber den Core-i7-Modellen erlaubt Intel bei ihm das Hochsetzen des Multiplikators, was ein Overclocking mit passender Kühlung deutlich einfacher macht. Vor allem Hersteller wie EVGA oder Schenker Technologies dürften davon Gebrauch machen. Doch schon ab Werk dreht der Intel Core i9-8950HK noch einmal weiter auf. Der Grundtakt steigt auf 2,9 GHz, der Turbo kann laut Intel bis zu 4,8 GHz erreichen. Spannend: Die TDP-Grenze liegt weiterhin bei 45 W. 

x

Gegenüberstellung der technischen Daten
Modell Kerne / Threads Takt Boost-Takt L3-Cache TDP
Intel Core i9-8950HK 6 / 12 2,9 GHz 4,8 GHz 12 MB 45 W
Intel Xeon E-2186M 6 / 12 2,9 GHz 4,8 GHz 12 MB 45 W
Intel Xeon E-2176M 6 / 12 2,7 GHz 4,4 GHz 12 MB 45 W
Intel Core i7-8850H 6 / 12 2,6 GHz 4,3 GHz 9 MB 45 W
Intel Core i7-8750H 6 / 12 2,2 GHz 4,2 GHz 9 MB 45 W
Intel Core i5-8400H 4 / 8  2,5 GHz 4,2 GHz 8 MB 45 W
Intel Core i5-8300H 4 / 8  2,3 GHz 4,0 GHz 8 MB 45 W

Ansonsten kommen alle neuen SKUs mit 2.666 MHz schnellen DDR4-Arbeitsspeicher im Dual-Channel-Modus zurecht, lassen sich je nach Belieben der OEM-Partner aber auch mit 2.400 MHz schnellen DDR3-Modulen bestücken. Eine integrierte Grafiklösung gibt es ebenfalls. Hier setzt Intel weiterhin auf die UHD Graphics 630 mit 350 bis maximal 1.150 MHz. Dank des neuen HM370-Chipsatzes können nun mehrere USB-3.1-Schnittstellen nach Gen2-Standard angebunden werden, das AC-WLAN funkt mit bis zu Gigabit-Geschwindigkeit, Intels Optane-Technik wird nun ebenfalls im Notebook unterstützt. Optimiert haben will Intel außerdem die Konnektivität von externen Grafikboxen über Thunderbolt 3 wie beispielsweise die AORUS GTX 1080 Gaming Box, die PowerColor Gaming Station oder aber die XG Station 2 von ASUS

Insgesamt verspricht Intel eine Leistungssteigerung gegenüber Kaby Lake von 29 %. Während Spiele um 41 % zulegen sollen, sollen vor allem Anwendungen, die viel Multicore-Leistung benötigen, wie in der Foto- oder Videobearbeitung, um gut 59 % zulegen. Das können unsere ersten Benchmarks eindrucksvoll beweisen: Der Intel Core i7-8750H erreicht in den beiden Cinebench-Benchmarks stolze 1.200 bzw. 175 Punkte und kann damit deutlich zulegen. Zum Vergleich: Ein Intel Core i7-7700HQ erreicht nur etwa 750 bzw. 160 Punkte. Das Gigabyte Aero 15X v8 ist das erste Gerät, welches wir mit Coffee-Lake-H-CPU pünktlich zum Fall des Intel-Embargos veröffentlichen konnten. Der Test beweist eindrucksvoll, was die neuen CPUs leisten können. 

Neben den Core-Prozessoren wird Intel auch Xeon-Ableger für leistungsfähige Workstation-Notebooks auf den Markt bringen. Sowohl der Intel Xeon E-2186M wie auch der Intel Xeon E-2176M sind Sechskern-Prozessoren mit zwölf Threads und ähneln mit Taktraten von maximal 4,8 bzw. 4,4 GHz den Core-i7-Modellen, wobei sie wie das Core-i9-Modell durchgehend mit 12 MB L3-Cache bestückt werden. Sie können mit ECC-Speicher kombiniert werden und bieten Unterstützung für die vPro-Technik. 

Zu guter Letzt führt Intel weitere U-Modelle für Ultrabooks ein, die mit der schnelleren Iris-Pro-Grafik auf sich aufmerksam machen und so vor allem bei Grafikanwendungen zulegen sollen. Sie bieten 128 MB eDRAM-Speicher. Hier wird es vier neue Modelle geben, die wir in untenstehender Tabelle ausführlich vorstellen. 

Gegenüberstellung der technischen Daten
Modell Kerne / Threads Takt Boost-Takt L3-Cache TDP
Intel Core i7-8559U 4 / 8 2,7 GHz 4,5 GHz 8 MB 28 W
Intel Core i5-8269U 4 / 8 2,6 GHz 4,2 GHz 6 MB 28 W
Intel Core i5-8259U 4 / 8 2,3 GHz 3,8 GHz 6 MB 28 W
Intel Core i3-8109U 2 / 4 3,0 GHz 3,6 GHz 4 MB 28 W

Alle neuen Prozessoren sollen ab sofort in vielen Notebooks von ASUS, MSI, Gigabyte, Schenker Technologies, Acer und HP zum Einsatz kommen. Ein paar der neuen Geräte haben wir bereits zeitgleich mit Erscheinen dieser News in unserer Berichterstattung. 

Social Links

Kommentare (4)

#1
customavatars/avatar8899_1.gif
Registriert seit: 13.01.2004

Flottillenadmiral
Beiträge: 4240
Das Notebook-Kühlsystem, welches mit diesen Teilen klarkommt, muss aber noch erfunden werden.
#2
customavatars/avatar67285_1.gif
Registriert seit: 02.07.2007
Wonfurt
Kapitän zur See
Beiträge: 3403
6x 3,9 Ghz allturbo.Wirds dazu ne Wasserkühlung geben? 😁
#3
customavatars/avatar73342_1.gif
Registriert seit: 22.09.2007

Admiral
Beiträge: 20745
Häh, wieso? Die CPUs müssen ihre TDP einhalten, sprich, die Taktraten liegen mal kurz an, das wars. Bei längerer Last wird das niemals klappen, aber 45W TDP ist doch kein Ding.
Das Problem ist eher der Trend zu diesen flachen Flundern.

Wenn man ein Notebook noch bauen würde wie das IBM Thinkpad G40 wären selbst noch mehr Watt kein Thema. Nur wer will sowas noch rumtragen?

http://thinkwiki.de/G40
#4
customavatars/avatar151613_1.gif
Registriert seit: 11.03.2011
Leipzig
Flottillenadmiral
Beiträge: 4781
Wie sollen die minderwertigen und abgesepckten Single-VRMs von den Mobile-Mainboards, vor allen von dem billig konstruierten OEM/Bulk-Schund, die 3,9 GHz @All-Core stemmen? 6C/12T @3,9 Ghz resultieren in geschätzten 115-120 Watt - OHNE AVX!

Edit: Ich zweifle die Behauptung von 3,9 GHz @All-Core vehement an, andernfalls resultiere der Single-Core-Turbo nicht bloß in lächerlichen 4,2 GHz, denn die 3,9 GHz @All-Core übertreten die TDP um ein Vielfaches mehr, definitiv in mindestens 110 Watt, wie für 1C/2T @ 4,2 GHz + 5C/10T @ 2,2 GHz anfallen.
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

Coffee Lake: Intel Core i7-8700K, i5-8600K und i5-8400 im Test

Logo von IMAGES/STORIES/2017/INTEL8GEN

Der sechste und letzte (?) CPU-Launch in diesem Jahr kommt von Intel: Mit den unter dem Codenamen Coffee Lake zusammengefassten Core-i7- und i5-Modellen kommen bei Intel erstmals Sechskern-Prozessoren in den Mainstream-Markt. Bedanken darf man sich aber wohl nicht bei Intel, sondern bei der... [mehr]

Intel kämpft mit schwerer Sicherheitslücke (Update: Intel veröffentlicht...

Logo von IMAGES/STORIES/2017/INTEL

Vor, während und zwischen den Feiertagen herrschte ein wildes Treiben in der Linux-Community. Zunächst war nicht ganz klar, was hier genau vor sich geht, inzwischen aber scheinen die Auswirkungen deutlich zu werden: Intel hat nach einer Lücke in der Management Unit eines jeden... [mehr]

Coffee Lake: Overclocking-Check

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2016/KABYLAKE

Nach dem ausführlichen Overclocking-Check für Skylake-Prozessoren sowie dem Overclocking-Check für Kaby Lake-Prozessoren ist es nach Veröffentlichung der neuen Generation mit Codenamen Coffee-Lake erneut Zeit für einen Overclocking-Check. Wir werfen einen Blick auf die Übertaktbarkeit... [mehr]

Gelungener Feinschliff: AMD Ryzen 7 2700X und Ryzen 5 2600X im Test

Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD_RYZEN_7_2700X

Rund ein Jahr nach dem Start der Ryzen-Prozessoren legt AMD nach und bringt die zweite Generation in den Handel. Die soll schneller und effizienter arbeiten und den Druck auf Intel weiter erhöhen. Allerdings lautet die Devise Evolution statt Revolution, statt gravierender Änderungen gibt es vor... [mehr]

AMD Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G im Test: Die Lücke ist gestopft

Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD_RYZEN_5_2400G

Während Notebook-Käufer sich bereits seit einigen Wochen von den Vorzügen der Zen-basierten Raven-Ridge-APUs überzeugen können, musste sich das Desktop-Lager noch gedulden. Nun aber heißt es auch hier: Intel erhält neue Konkurrenz. Und die könnte einen noch größeren Einfluss als die... [mehr]

AMD Ryzen Threadripper 2990WX und 2950X im Test: Mit Vollgas an Intel vorbei

Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD_THREADRIPPER_2950X

Pünktlich zum ersten Geburtstag startet AMD den Ryzen-Threadripper-Generationswechsel. Und wie schon im Frühjahr beim Sprung von Ryzen 1 zu Ryzen 2 vertraut man auf zwei Dinge: mehr Kerne und einen geringeren Preis. Beide sollen dabei helfen, dem Dauerrivalen Intel im... [mehr]