Seite 2: Leistung, Laufzeit, Kühlung

Der Blick auf das Gehäuse zeigt, dass beim Gigabyte P56XT keinerlei Abstriche bei der Verarbeitungsqualität gemacht werden müssen. Wie es um die Leistungsfähigkeit der Hardware bestellt ist und wie die Kühlung ausfällt, schauen wir uns nun näher an.

Systemleistung

Wie bei nahezu jedem aktuellen Gaming-Notebook der Ober- und High-End-Klasse, bildet auch hier ein Intel Core i7-7700HQ das Herzstück. Der Kaby-Lake-Prozessor setzt auf vier Rechenkerne, die sich mit einem Basis- und Turbo-Takt von 2,8 bis 3,8 GHz ans Werk machen und dank SMT-Support jeweils zwei Threads und damit in der Summe acht Threads gleichzeitig bearbeiten können. Gegenüber dem Skylake-Vorgänger ist das immerhin ein Zugewinn des Taktes von rund 200 MHz und das obwohl Intel die maximale Leistungsaufnahme weiterhin mit 45 W angibt. Zum Vergleich: Der Intel Core i7-7700K im Desktop genehmigt sich mit 91 W deutlich mehr.

Dazu gibt es einen klassenüblichen 6 MB L3-Cache sowie einen 1 MB großen L1-Cache, wobei sich hier jeder Core 256 KB teilen muss. Der Daten- und Instruktions-Cache in erster Reihe stellt 32 KB an Datenspeicher zur Verfügung. 

cpuz

An den Speichercontroller der Kaby-Lake-CPU bindet Gigabyte bei seinem P56XT natürlich zwei SODIMM-Module im schnellen Dual-Channel-Modus an. Zusammen mit einem Takt von 2.400 MHz wird so eine Speicherbandbreite von sehr guten 24,31 GB/s erreicht. Zur Verfügung stehen bei unserem Testmuster 16 GB an Arbeitsspeicher. Theoretisch sind per Aufrüstung bis zu 32 GB möglich. Zusammen mit der SSD, welche es in unseren Tests auf eine durchschnittliche Leserate von 2.028 MB/s bringt, werden im Komprimierungstest von 7-Zip fast 21.000 MIPS erreicht. Andere Geräte dieser Preis- und Leistungsklasse schaffen nur rund 20.000 MIPS. Der Intel Core i7-7700HQ liegt auf üblichem Leistungsniveau und schließt die beiden Rendervorgänge der Cinebench-Benchmarks mit 8,16 und 741 Punkten ab.  

Cinebench 15

CPU

Punkte
Mehr ist besser

Die 256 GB Speicherplatz der SSD dürften selbst für das Betriebssystem und die wichtigsten Programme schnell eng werden, weshalb Gigabyte seinem P56XT ein zusätzliches Magnetspeicher-Laufwerk mit einer Kapazität von 1 TB spendiert hat. Das 2,5-Zoll-Laufwerk ist natürlich nicht mehr ganz so flott unterwegs, gibt mit einer durchschnittlichen Datenübertragungsrate von knapp unter 140 MB/s für seine Art aber eine sehr gute Performance ab. 

PCMark 8

Creative

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Gaming-Leistung

Für Spieler viel wichtiger ist die Grafiklösung. Hier hat Gigabyte bei seinem P56XT hoch gegriffen und die derzeit zweitschnellste Notebook-Grafikkarte verbaut. Die NVIDIA GeForce GTX 1070 setzt wie ihr Desktop-Modell auf die GP104-GPU und soll ihrem Desktop-Ableger leistungsmäßig in nichts nachstehen. Möglich wird dies dank einer hohen Anzahl an Shadereinheiten. Während die Desktop-Variante derer 1.920 zur Verfügung stellt, stehen der mobilen Fassung 2.048 Rechenwerke zur Seite. Die Taktraten für Chip und Speicher hat NVIDIA allerdings deutlich nach unten korrigiert. Im Basis und Boost sollen immerhin noch 1.443 bzw. mindestens 1.645 MHz erreicht werden. In der Praxis waren bei unserem Testgerät sogar über 1.700 MHz drin, wobei im absoluten Worst-Case-Szenario der Takt auf nur etwa 1.202 MHz absinkt. 

Beim Speicherausbau gibt es gegenüber der Desktop-Variante keinerlei Anpassungen. Beide Ableger können auf einen 8 GB großen GDDR5-Videospeicher zurückgreifen, welcher über ein 256 Bit breites Interface angeschlossen wird. Zusammen mit einem Takt von 2,0 GHz erreicht die NVIDIA GeForce GTX 1070 so eine Speicherbandbreite von bis zu 256 GB/s. Gefertigt wird der Chip im 16-nm-FinFET-Verfahren bei TSMC.

gpuz

Aktuelle Spieletitel wie Grand Theft Auto 5, DiRt Rally, The Witcher 3 oder Shadow of Mordor stellen für die NVIDIA GeForce GTX 1070 und damit für das Gigabyte P56XT keine Probleme dar. Spiele wie Grand Theft Auto 5 oder The Witcher 3 laufen mit flüssigen 80 bis 265 Bildern pro Sekunde über den Bildschirm. Zu beachten ist dabei allerdings, dass unser Testmuster über eine native Full-HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten verfügt und es das Gigabyte P56XT auch mit hochauflösenderem 4K-Display gibt. Anspruchsvollere Spieletitel wie Total War Attilla werden immerhin noch mit knapp 50 FPS dargestellt, was meist noch für einen ruckelfreies Spielevergnügen bei diesem Titel sorgt. 

Tomb Raider

Native Auflösung – High Settings

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

GTA V

Native Auflösung - High Settings

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

The Witcher 3

Native Auflösung – High Settings

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Die Software-Ausstattung

Wie schon bei seinem Aero 15 oder dem Gigabyte P57X v7 hat Gigabyte auch bei seinem P56XT auf die Installation unnötiger Software-Programme verzichtet und bereits einige Tools und Helfer vorinstalliert – darunter beispielsweise Adobes Acrobat Reader, Cyber Link PowerDVD 12 oder eine 30-Tages-Version von Microsoft Office 365 und eine Jahreslizenz für das Streaming-Tool XSplit Gamecaster. 

Ein Higlight ist der Smart Manager. Über ihn lassen sich so einige Einstellungen für den Gaming-Boliden tätigen. So lässt sich nicht nur die Lautstärke regeln oder die Helligkeit des Displays anpassen, sondern auch der Leistungszustand per vorgefertigtem Windows-Profil festlegen. Die integrierte HD-Webcam lässt sich ebenso abstellen, wie die Hintergrundbeleuchtung der Tastatur regulieren und die Geschwindigkeit des Mauszeigers anpassen oder das Touchpad ein- und ausstellen. Auch Einfluss auf die Lüftersteuerung kann genommen werden. Lobenswert: Wer das Gerät im Silent-Modus einsetzt, zwingt die beiden Lüfter der Kühlung dazu, in Leerlaufphasen bei passenden Temperaturen sogar komplett ihre Arbeit einzustellen, womit das Gigabyte P56XT dann zeitweise komplett lautlos betrieben wird. Standardmäßig aber wird das Gerät im Gaming-Modus ausgeliefert. Über einen einzigen Klick lässt sich die Kühlung aber auch auf das Maximum beschleunigen.

Ansonsten hat Gigabyte ein Tool vorinstalliert, womit sich die Treiber mit nur wenigen Mausklicks auf den neusten Stand bringen lassen. Das ist zwar sehr komfortabel, aufgrund langsamer Download-Server aber dauert dies sehr lange. Zu guter Letzt ist ein Tool zur Erstellung eines Wiederherstellungs-Datenträgers vorhanden, welches allerdings wie schon bei den anderen Gigabyte-Modellen, welche wir kürzlich im Test hatten, lieblos übersetzt ist und an vielen Stellen noch mit chinesischen Schriftzeichen glänzt. 

Teilweise hohe Oberflächen-Temperaturen

Eine NVIDIA GeForce GTX 1070 und ein Intel Core i7-7700HQ sind für die Kühlung keine leichte Aufgabe. Das gilt auch für das Gigabyte P56XT. Unter absoluter Volllast, die wir gewohnt mit Prime95 und Furmark simulieren, erreichen die Temperaturen im Inneren für Prozessor und Grafikkarte bis zu 77 bzw. 88 °C. Zu einem Thermalthrottling kommt es aber nicht, wenngleich die Grafikkarte ihren Takt etwas unterhalb des Niveaus ihres Basis-Taktes ansetzt. In der Praxis werden solch hohe Werte aber nicht erreicht, deutlich höhere Taktraten bei der GPU sind möglich, wie wir bereits im GPU-Part dieses Artikels geschrieben haben. Die hohen Temperaturen im Inneren werden natürlich an das Gehäuse weitergegeben.

Hier haben wir teils hohe Werte jenseits der 50-°C-Marke gemessen. Im zweiten Quadranten auf der Unterseite und damit genau zwischen CPU und GPU haben wir mit 53,6 °C den höchsten Wert gemessen. Ein Betrieb des Gigabyte P56XT ist auf dem Schoß damit zumindest unter Volllast nicht zu empfehlen. Im Schnitt aber bleiben die Temperaturen deutlich darunter. Wir haben auf der Unterseite durchschnittlich etwa 33,9 und im Bereich des Topcases etwa 31,5 °C gemessen. Im normalen Office-Betrieb fallen die Temperaturen mit durchschnittlich 27,8 und 28,0 °C ein gutes Stück geringer aus. Hier liegen die Höchstwerte nur noch bei 31,8 °C – ebenfalls gemessen auf der Unterseite. 

Leise ist das Gigabyte P56XT damit allerdings nicht. Schon im Leerlauf säuselt die Kühlung im Gaming-Modus mit 38,9 dB(A) vor sich hin, unter Volllast steigt die Geräuschkulisse auf bis zu 53,4 dB(A) an, womit unser Testmuster leider alles andere als ein Leisetreter ist. Zumindest im Office-Betrieb lässt sich das System kurzzeitig passiv und damit völlig lautlos betreiben. Hierfür muss man über den Smart Manager lediglich in den Silent-Modus wechseln.

bench temp oberseite

Gute Ausdauer trotz schneller Hardware

Da Gigabyte auch seinem P56XT einen vergleichsweise kapazitätsstarken 91-Wh-Akku spendiert, fallen die Laufzeiten überdurchschnittlich aus, vor allem, wenn man bedenkt, dass mit dem Intel Core i7-7700HQ und der NVIDIA GeForce GTX 1070 sehr leistungsstarke Hardware im Inneren steckt. Zwar hauen die knapp über zwei Stunden Laufzeit im Spielebetrieb kaum jemandem vom Hocker, die sieben Stunden im Office-Modus können sich aber durchaus sehen lassen. Voll aufgeladen ist der Stromspender innerhalb von rund zwei Stunden. Denn genehmigt sich das Gigabyte P56XT je nach Lastzustand zwischen 15,2 und 193,6 W. Dem 15,6 Zoll großen Display sei Dank.