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Erfolgreiche Sanierung: 15-Facher Quartalsgewinn für Sony

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sonyAls Kazuo Hirai vor etwa sechs Jahren den Chefposten bei Sony übernahm, hatte er ein ambitioniertes Ziel: Den angeschlagenen Konzern so umzubauen, um ihn nach einer Serie von hohen Verlusten wieder auf die Gewinnerseite lenken zu können. Die Folge waren der Verlust von zehntausenden Arbeitsplätzen sowie der Ausstieg aus dem Computer-Geschäft. Wenn Hirai den Posten zum 1. April an den bisherigen CFO abgeben wird, ist dieses Ziel geschafft – das zeigen jetzt zumindest die jüngsten Quartalsergebnisse.

Nach AMD, Alphabet, Microsoft, Apple, Nintendo, Samsung, Amazon und Facebook hat am Freitag auch Sony seine neusten Unternehmenskennzahlen für das dritte Quartal des Fiskaljahres 2017 vorgelegt. Demnach konnte der japanische Elektronikriese im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2,672 Billionen Yen umsetzen, was umgerechnet etwa 19,5 Milliarden Euro entspricht. Im Jahresvergleich konnte Sony seinen Umsatz um gut 11,5 % steigern. Viel beeindruckender ist der Gewinnanstieg, der im dritten Fiskalquartal auf 295,9 Milliarden Yen, bzw. etwa 2,1 Milliarden Euro kletterte. Ihn konnte Sony um satte 1.407,3 % steigern, was fast dem 15-Fachen gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Das wichtigste Standbein für Sony sind die Game-&-Network-Services, zu denen unter anderem die PlayStation zählt. Das zeigt sich nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch bei den Zuwächsen, denn mit einem Umsatz von 718 Milliarden Yen trägt die Sparte nicht nur den Löwenanteil zum Konzernumsatz bei, sondern konnte ihren Anteil im Vergleich zum Vorjahr sogar mehr als verdoppeln. Operativ bringt das PlayStation-Geschäft mit etwa 85,4 Milliarden Yen 35 % mehr ein als noch im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2016. Während des Weihnachtsquartals verkaufte Sony fast neun Millionen PlayStation-4-Konsolen und schlug damit die ebenfalls sehr erfolgreiche Nintendo Switch, die sich innerhalb der gleichen Zeit mehr als sieben Millionen Mal verkaufte.

Ebenfalls kräftige Zuwächse verbuchen konnte Sony im Musikgeschäft. Hier verbuchte der Konzern ein Umsatzplus in Höhe von fast 40 % und setzte rund 281,4 Milliarden Yen um. Der Verkauf von Kamera-Modulen für Smartphones läuft ebenfalls hervorragend. Hier setzte Sony gut 181,4 Milliarden Yen, was einer Steigerung von 14 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zwar schafft man es, seine Kameralinsen an Hersteller wie Apple  und damit an die direkte Konkurrenz zu verkaufen, das eigene Smartphone-Geschäft ist aber weiterhin rückläufig. Sowohl Umsatz wie auch das operative Ergebnis sind rückläufig. Sie gingen um 31,4 bzw. 5,4 % auf 217,5 Milliarden Yen respektive 15,8 Milliarden Yen zurück. Die Sanierung Hirais hat bei den Hollywoodstudios ebenfalls schon Früchte getragen. Musste man hier im Vorjahr noch einen operativen Verlust in Höhe von 106,8 Milliarden Yen verbuchen, steht nun ein schmales Plus von 10,5 Milliarden Yen unter dem Strich. 

Für das laufende Fiskaljahr 2017 rechnet Sony mit einem Gewinn von rund 480 Milliarden Yen und zeigt sich damit etwas optimistischer als noch vor drei Monaten. Die Prognose für den Gesamtumsatz reduzierte man allerdings leicht auf rund 8,5 Billionen Yen. Zum positiven Ergebnis dürften Sony aber auch Währungseffekte in die Karten spielen, da im Ausland mehr verdient werden kann. 

Für Kazuo Hirai ist es vermutlich die beste Zeit, den Chefsessel nach seinem Umbau zu verlassen. Die Sanierungen haben Früchte getragen und den Konzern zu neuen Rekordgewinnen verholfen. Ab dem 1. April übernimmt der bisherige Finanzchef Kenichiro Yoshida den Posten als CEO. Hirai wird Sony als Vorsitz im Verwaltungsrat erhalten bleiben.