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Starkes Weihnachtsgeschäft und Steuerreform beschert Amazon Milliardengewinn

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amazonWährend Donalds Trumps Steuerreform Facebook, Alphabet und Microsoft zu teuren Rückstellungen zwingt und somit deren Quartalsergebnisse verhagelt, gibt es auch einen Gewinner der US-Steuerreform: Der Onlineriese Amazon.

Weil die Regierung von Donald Trump die Steuern für Unternehmen auf Bundesebene drastisch abgesenkt hatte, konnte sich Amazon über einen einmaligen Sondererlös in Höhe von 789 Millionen US-Dollar freuen und somit seinen Nettogewinn auf Rekordhöhe treiben. Im vierten Quartal 2017 belieft sich dieser auf fast 1,9 Milliarden US-Dollar – so hoch wie nie zuvor. Noch nie konnte der Handelsriese unter der Führung von Jeff Bezos binnen eines Jahresviertels beim Nettogewinn die 1-Milliarde-Marke knacken. 

Die guten Zahlen mögen zwar ein kleines Zusatzgeschenk sein, sind dank des starken Weihnachtsgeschäfts und der boomenden Cloud-Dienste aber teilweise auch selbst erarbeitet. Im Zeitraum von Oktober bis Dezember setzte Amazon 60,453 Milliarden US-Dollar um und konnte so im Jahresvergleich um gut 38 % zulegen. Der Online-Handel war natürlich das wichtigste Standbein. Hier setzte Amazon über 35,383 Milliarden US-Dollar um. Vor allem das Geschäft mit den Prime-Kunden wächst. Alleine im Weihnachtsgeschäft verbuchte Amazon einen kräftigen Zuwachs bei den Abogebühren von fast 50 %. Die Prime-Mitglieder bringen dem Konzern immerhin 3,177 Milliarden US-Dollar ein. Sie bestellten im letzten Quartal über fünf Milliarden Mal. 

Deutlich gestiegen sind aber auch bei Amazon die Kosten. Die Versandkosten beliefen sich im letzten Quartal auf über 7,368 Milliarden US-Dollar und stiegen damit gegenüber dem Vorjahr um weitere 31 %. Die Kosten für Lagerung, Marketing und Vertrieb sind im Jahresvergleich um bis zu 54 % gestiegen. Kräftig zulegen konnten auch die Web-Services. Die AWS-Sparte setzte im vierten Quartal rund 5,113 Milliarden US-Dollar um und wuchs damit im Vergleich zum Vorjahreszeitrum um satte 45 %. 

Den Großteil seines Umsatzes macht Amazon in Nordamerika, während das internationale Geschäft einen Teil der Gewinne aufgrund der hohen Expansionskosten aufrisst. Außerhalb Nordamerikas fuhr man im letzten Quartal operative Verluste in Höhe von etwa einer Milliarde US-Dollar ein. 

Im Gesamtjahr 2017 konnte Amazon seinen Umsatz um gut 31 % steigern. Er kletterte auf insgesamt 177,866 Milliarden US-Dollar. Unterm Strich wuchs der Gewinn von 2,371 auf rund 3,033 Milliarden US-Dollar aber nur leicht. 

Die Zahlen kamen bei den Anlegern gut an, sie schickten die Aktie nachbörslich leicht ins Plus.

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Kommentare (5)

#1
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Beiträge: 1177
Zitat HWL News Bot;26132403
Den Großteil seines Umsatzes macht Amazon in Nordamerika, während das internationale Geschäft einen Teil der Gewinne aufgrund der hohen Expansionskosten aufrisst. Außerhalb Nordamerikas fuhr man im letzten Quartal operative Verluste in Höhe von etwa einer Milliarde US-Dollar ein.


Expansionskosten sind nun aber keine operativen Kosten!
Man verliert schlicht mit der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Geld.

Mit anderen Worten, man drängt außerhalb Nordamerikas die Konkurrenz mit Dumpingpreisen aus dem Geschäft, quersubventioniert durch das US-Geschäft, wodurch man dort dann Steuern spart. Eigentlich ein Fall für die Wettbewerbsaufsicht...
#2
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Zitat smalM;26133715
Expansionskosten sind nun aber keine operativen Kosten!
Man verliert schlicht mit der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Geld.

Mit anderen Worten, man drängt außerhalb Nordamerikas die Konkurrenz mit Dumpingpreisen aus dem Geschäft, quersubventioniert durch das US-Geschäft, wodurch man dort dann Steuern spart. Eigentlich ein Fall für die Wettbewerbsaufsicht...

Also ich kann nicht wirklich sehen dass Amazon zu Dumpingpreisen verkauft. Sie sind keinesfalls grundsätzlich günstiger als andere Shops.

Womöglich in anderen Ländern? Denke mal Expansion bezieht sich auch auf mehr als Deutschland. Hier sind sie ja schon gut vertreten.

So oder so, man kann aus diesen Zahlen oft nicht sehr genaues ableiten, denn Gewinne und Verluste werden fast nach belieben herumgeschichtet um steuereffizient vorzugehen usw.
#3
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Hauptgefreiter
Beiträge: 196
Ich würde auch mal behaupten, das Amazon.de mit zu den teureren sparten gehört. Bei Amazon.fr gibt sehr häufig wirklich gute Angebote im Hardwarebereich und selbst Amazon.co.uk hatte vor einige Tage noch eine gute Gutschein Aktion. Amazon.de ist da ziemlich langweilig, die ziehen ja meistens nur nach.
#4
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Wien
Bootsmann
Beiträge: 647
Gab es eine Entlassungswelle, ah sorry Restrukturierung?
#5
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München
Banned
Beiträge: 21
"Amazon.de ist da ziemlich langweilig, die ziehen ja meistens nur nach."

Es ist üblich, dass Deutschland immer ein Nachzieher war und es auch bleiben wird. Fakt ist, dass Amazon es weltweit einfach geschafft hat, ganz vorne zu sein. Das muss man ihnen schon hoch anrechnen. Wer schafft das schon noch.
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