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Google: Alphabet macht wegen US-Steuerreform Milliardenverlust

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alphabetViele Anleger blicken im ersten Monat eines neuen Jahres gespannt auf die Jahresberichte der Konzerne. In dieser Woche veröffentlichten unter anderem AMD, Apple, Facebook, Nintendo, Microsoft und Samsung ihre neusten Kennzahlen und gaben einen Ausblick auf die kommenden zwölf Monate. Nach US-Börsenschluss hat nun auch die Google-Mutter Alphabet ihren Finanzreport für 2017 vorgelegt.

Demnach konnte der Konzern im Zeitraum von November bis Dezember ein kräftiges Umsatzwachstum verbuchen. Im Jahresvergleich kletterte der Umsatz um 24 % auf 32,323 Milliarden US-Dollar. Operativ blieben Alphabet 7,664 Milliarden US-Dollar, ganz unter dem Strich steht allerdings ein dickes Minus in Milliardenhöhe. Der Grund: Aufgrund Trumps Steuerreform mussten Rückstellungen in Höhe von 9,9 Milliarden US-Dollar gebildet werden, womit sich ein Nettoverlust von 3,020 Milliarden US-Dollar ergab. Ein Jahr zuvor belief sich der Nettogewinn noch auf über 5 Milliarden US-Dollar. 

Wichtigster Umsatz- und Gewinnbringer ist weiterhin das Suchmaschinengeschäft von Google. Alleine die Werbeerlöse beliefen sich im letzten Quartal auf 27,227 Milliarden US-Dollar, was operativ zu einem Gewinn von fast 8,8 Milliarden US-Dollar führte, womit Google im Jahresvergleich um gut 12 % zulegen konnten. Zwar sind die Einnahmen pro Klick weiter gefallen (minus 14 %), jedoch konnte Google dies abermals durch deutlich höhere Klickzahlen ausgleichen. Google verzeichnete im Jahresvergleich gut 43 % mehr Klicks auf seine Anzeigen. 

Welchen Anteil die Streaming-Plattform YouTube beiträgt, darüber schweigt sich der Konzern gewohnt aus. An seine Partner will die Google-Sparte jedoch über 6,450 Milliarden US-Dollar überwiesen haben, was einem Plus von 24 % entspricht. Die anderen Geschäftsbereiche des Alphabet-Konzerns schreiben weiter Verluste. Das Geschäft der selbstfahrenden Fahrzeuge oder der Smart-Home-Geräte führte zu einem operativen Verlust in Höhe von 916 Millionen US-Dollar. Immerhin: Das Minus konnte leicht eingedämmt werden. Ein Jahr zuvor waren es noch fast 1,1 Milliarden US-Dollar.

Im Gesamtjahr 2017 setzte Alphabet 110,885 Milliarden US-Dollar um und strich trotz der hohen Steuerbelastung zum Jahresende hin einen Nettogewinn in Höhe von 12,662 Milliarden US-Dollar ein. Damit konnte Alphabet seinen Umsatz im Vergleich zu 2016 zwar weiter deutlich steigern, der Nettogewinn brach jedoch um fast 6 Milliarden US-Dollar ein. Das liegt nicht nur an der US-Steuerreform, sondern vor allem auch an den drastisch gestiegenen Kosten des Konzerns. 

Da Analysten von einem höheren Umsatz ausgingen, schickten die Anleger die Aktie nachbörslich im niedrigen einstelligen Prozentbereich ins Minus.