Seite 1: Die Exceria-Reihe von Kioxia im Test: So wie Raider und Twix?

kioxia ssd roundup 05 6bf37fb1618a45a2994adbfab273f71cDass Toshiba seine Speichersparte Anfang 2019 ausgegliedert und umbenannt hat, dürfte sicherlich den meisten Lesern bekannt sein. Ebenfalls dass damit einige Verwirrung um die korrekten Produktbezeichnungen entstand. So bekamen wir zu Beginn des Jahres noch die Toshiba OCZ RC500 von Kioxia, die einfach direkt alle drei bekannten Herstellernamen beinhaltete. Damit soll nun Schluss sein, nachdem die Umbenennung zunächst im Business-zu-Business-Geschäft vollzogen wurde, trifft es nun den Endkundenmarkt. Kioxia bietet daher künftig unter der einheitlichen Exceria-Reihe drei Speicherlösungen an, die mit den Endungen "SATA", "Plus" oder eben nur Exceria ihre jeweilige Ambition unterstreichen. Ob dabei allerdings nur das Label geändert wurde und die SSDs alte Bekannte sind, klären wir in unserem Review. 

Tatsächlich drängte sich schon im Vorfeld des Reviews der Verdacht auf, dass Kioxia hier außer dem Label gar nicht viel veränderte. Das wäre auch zunächst nicht schlimm, konnte doch beispielsweise die Toshiba OCZ RC500 in unserem Review zuletzt durchaus überzeugen. Zurecht vergaben wir hier unseren Preis-Leistungs-Award, da die SSD unter anderem durch ihren schnellen BiCS4-NAND überzeugen konnte. Auch die Exceria SATA stand daher zunächst unter Verdacht, als Toshiba TR200 bereits in unserem Testsystem Gast gewesen zu sein. Und die Speerspitze des neuen LineUps, die Exceria Plus zeigte ebenfalls eine auffällige Ähnlichkeit zur Toshiba RD500, die wir allerdings noch nicht getestet hatten. Nach Rücksprache mit Kioxia wurde uns auch direkt bestätigt, dass es sich bei der Exceria Plus tatsächlich um die RD500 handelt, die Exceria selbst auch die RC500 ist. Lediglich bei der SATA-Variante konnte uns der Verdacht weder bestätigt noch verneint werden. Hierauf gehen wir im Detail im Verlauf des Reviews ein.

Eine Änderung abseits von Namen und Design ergibt sich in jedem Fall bei den Kapazitäten: Gab es die RC500 noch mit maximal 250 GB und 500 GB Speicherplatz, wurde nun auch eine Variante mit 1 TB vorgestellt. Die Exceria Plus ist nur mit der jeweils doppelten Kapazität, also 500 GB, 1 TB und 2 TB erhältlich, während die Exceria SATA bei den selben Speichermassen wie schon die TR200 bleibt, also 240 GB, 480 GB und 960 GB. Für unser Review betrachten wir nun die jeweils größten Modelle.

Wie bereits die einheitliche Namensgebung vermuten lässt, zielt Kioxia mit den drei SSD-Serien auf unterschiedliche Kundenprofile. Dies zeigt sich deutlich in den Herstellerangaben:

Exceria SATA
ExceriaExceria Plus
SchnittstelleSATANVMe (PCIe Gen3 x4)
NVMe (PCIe Gen3 x4)
Kapazität240 GB, 480 GB, 960 GB250 GB, 500 GB, 1.000 GB500 GB, 1.000 GB, 2.000 GB
Cache-DRAM
DRAM (SK Hynix)
NANDBiCS3(?)BiCS4BiCS4
ControllerToshiba TC58NC1010GSBToshiba TC58NC1202GSTToshiba TC58NC1201GST-00-BB
Max. sequenzielle Lese-/Schreibgeschwindigkeit555/540 MB/s1.700/1.600 MB/s3.400/3.200 MB/s
Max. zufällige Lese-/Schreibgeschwindigkeit82.000/88.000 IOPS350.000/400.000 IOPS680.000/620.000 IOPS
Formfaktor2,5 Zoll
M.2 2280
M.2 2280
TBW240 TB (960 GB)
400 TB (1 TB)
800 TB (2 TB)
Garantie3 Jahre
5 Jahre
5 Jahre

Auf einen ersten Blick wirken die Daten stimmig. Die Angaben zur Exceria und Exceria SATA kommen uns, wie bereits erwähnt, durchaus bekannt vor. Die Exceria Plus verspricht als Spitzenmodell fast doppelte Transferraten als das Basis-Modell, was es durchaus zu beweisen gilt. Die verwendeten Controller werden jeweils als Toshiba-Modelle benannt, sind jedoch eigentlich bekannte Phison-Varianten, die etwas angepasst wurden. Leider konnte uns Kioxia an dieser Stelle keine Angabe zum Verhältnis zwischen Kapazität und DRAM geben, da jedoch bereits die RC500 beim Modell mit 500 GB auch 512 MB DRAM bot, gehen wir also bei den NVMe-Vertreterinnen von einem solchen Verhältnis (1 GB DRAM / 1 TB Kapazität) aus.