Seite 10: Fazit

Ob Raider und Twix oder auch der alte Wein aus neuen Schläuchen: Wenn ein Hersteller seine Produkte unter neuem Label weiterführt, kann das positive wie negative Folgen haben. Positiv, wenn beispielsweise gute Produkte weiter am Markt verfügbar sind - schlecht, wenn keine besseren Produkte die alten verdrängen. Bei dem Wandel von Toshiba zu Kioxia erleben wir in Bezug auf die Exceria-Reihe ein wenig beides. Die neue Staffelung in drei Reihen mit Zielgruppen von HDD-Umsteigern bis hin zu Enthusiasten ist übersichtlich und dank der ausführlichen Datenblättern transparent. 

Betrachten wir also die Exceria SATA, die als TR200 vermutlich bereits in identischer Konfiguration erhältlich war, sehen wir eine SSD, die eher am unteren Ende der Benchmarklisten zu finden ist. Ohne DRAM und ohne aktuellen NAND kann diese SSD nur über den Preis punkten. Mit aktuell unter 90 Euro für unser Testmodell mit 960 GB ist die Kioxia Exceria SATA die zum Zeitpunkt des Reviews günstigste SSD (gemessen am Preis pro Gigabyte). Und dafür macht sie ihre Sache als reiner Datenspeicher oder für Office-Systeme sicherlich gut genug.

Für die Kioxia Exceria gilt zunächst Ähnliches. Oder auch: Es galt auch schon vor dem Review selbiges. Dass wir der Toshiba RC500 einen Preis-Leistungs-Award verliehen haben und zurecht die Frage aufwarfen, ob das noch Mittelklasse ist, gilt nach wie vor. Die QLC-Konkurrenz außer Acht gelassen, gehört die Exceria sowohl mit 500 GB wie auch 1.000 GB Kapazität zu den günstigen SSDs am Markt. Unter 60 Euro für erstere, 115 Euro für letztere Variante können überzeugen und dürften potenzielle Interessenten zurecht vor die Frage stellen, ob es denn mehr sein muss. Denn dafür konnte die SSD damals wie heute zu sehr in den Alltagsbenchmarks überzeugen, auch trotz maximal 1.700 MB/s lesend und 1.600 MB/s schreibend.

Bleibt also die Exceria Plus für dann eben genau diese Fälle, wenn es in einzelnen Anwendungen doch mal etwas mehr sein darf. Diese kann zumindest in einzelnen Anfragen das Maximum von PCIe3 erreichen und entsprechend flott Daten lesen und schreiben. Wermutstropfen ist hier sicherlich der vergleichsweise kleine SLC-Cache, der diese Leistung erst ermöglicht. In den Anwendungsbenchmarks und auch dem Belastungstest haben wir hier deutlich gesehen, dass diese Leistung nicht unbedingt im Alltag einen Vorteil bietet. Hier muss allerdings auch entsprechend mehr bezahlt werden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird demnächst verbessern, denn wie uns Kioxia mitteilte, wurde für unser Testmuster mit 2 TB die UVP auf 330 Euro gesenkt. Interessierte bekommen also eine Menge fürs Geld.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass Kioxia wenig überraschend ein solides LineUp an SSDs unter dem neuen Namen Exceria geschaffen hat. Wenig überraschend deshalb, weil die Solid State Drives eben bereits unter dem Label Toshiba überzeugen konnten. Im Falle der Exceria SATA merkt man zwar mittlerweile ein wenig das Alter, doch als sehr günstiger Datenspeicher kann auch dies im jeweiligen Anwendungsfall interessant sein. 

Spannender ist da schon die Exceria Plus, die als neues-altes Spitzenmodell auch die HighEnd-Ambitionen von Kioxia unterstreicht. Dies klappt meist sehr gut, gerade in den Anwendungsbenchmarks kann die SSD durchweg überzeugen.

Doch gerade die "goldene Mitte", passend dazu mit orangenem Label in Form der Kioxia Exceria konnte uns wie schon wie RC500 davor überzeugen. Ein gutes Preisleistungsverhältnis lässt Käufer teilweise bis in die Spitzengruppe unserer Benchmarks vordringen, außerdem kann die hohe Alltagsleistung durchaus überzeugen. DRAM-Cache ist in dieser Preisklasse nicht unbedingt üblich, jedoch im Vergleich zu DRAM-less SSDs auf lange Sicht ein Vorteil. Folgerichtig gibt es also (nochmals) unseren Preis-Leistungs-Award. Das Plus-Modell bietet ebenfalls eine ganze Menge fürs Geld, weshalb wir hier ebenfalls einen Award zücken.


Positive Aspekte der Kioxia Exceria SSD:

  • Sehr gutes Preisleistungsverhältnis
  • Hohe Alltagsleistung
  • Kurze Latenzen
  • Hohe TLC-Schreibraten

Negative Aspekte der Kioxia Exceria SSD:

  • vergleichsweise geringe TBW-Angaben

Positive Aspekte der Kioxia Exceria Plus SSD:

  • Hohe Alltagsleistung
  • Kurze Latenzen
  • Hohe TLC-Schreibraten
  • Hohe Leistung in Anwendungen
  • Kaum temperaturbedingte Drosselung

Negative Aspekte der Kioxia Exceria Plus SSD:

  • Vergleichsweise kleiner SLC-Cache
  • Vergleichsweise geringe TBW-Angabe

Positive Aspekte der Kioxia Exceria SATA:

  • Günstig

Negative Aspekte der Kioxia Exceria SATA:

  • Relativ hohe Latenzen und geringe Anwendungsleistung
  • Geringe TBW-Angabe