Seite 16: Overclocking: Leben am Limit

Mit seinem Ryzen 9 3900X packt AMD stolze zwölf Kerne auf seinen über zwei Jahre alten AM4-Sockel – ab September werden es mit dem Ryzen 9 3950X sogar 16 Kerne werden. Dass man hier schnell an das eine oder andere Limit kommt, zeigen unsere ersten Overclocking-Versuche. Unsere ersten beiden Ryzen-CPUs lassen sich fast überhaupt nicht übertakten, vielmehr lediglich tweaken: In unserem Test scheinen die neuen Ryzen-CPUs also schon am Limit zu laufen. 

Im Falle des AMD Ryzen 7 3700X konnten wir zwar mit 4,5 GHz auf allen acht Kernen booten, dauerhaft stabil lief das System damit jedoch nicht. Erst als wir den Takt auf 4,3 GHz reduzierten, lief das System sauber. Gegenüber dem spezifizierten Boost sind das zwar 100 MHz weniger als von AMD angegeben, dafür liegen die 4.300 MHz auf allen Kernen stetig an, was letztendlich die Performance vor allem im Multicore-Benchmarks deutlich beschleunigt. In Cinebench R20 legt die Leistung etwa 6 % zu. Kräftig zulegen legt der so beschleunigte Ryzen 7 3700X vor allem bei der Leistungsaufnahme. Der Stromhunger kommt fast an den des großen Bruders heran und legt um fast 50 % zu. Hier wird ebenfalls deutlich, dass die neuen Ryzen-CPUs bereits an ihrem Limit laufen.

Beim Ryzen 9 3900X ist das Ergebnis noch deutlicher: Hier konnten wir keinen stabilen Betrieb jenseits des Grundtaktes auf allen zwölf Kernen ermöglichen. Auch mit 3,8 GHz auf allen Kernen war das System nicht dauerhaft stabil zu bekommen. Die Ergebnisse sind wohl auch der Grund, warum das automatische Overclocking über die Ryzen-Master-Tools nur bedingt funktioniert, bzw. schon nach wenigen Sekunden mit der Takterhöhung aufhört. Auf eine Erhöhung der Spannung haben wir mit Blick auf die 7-nm-Technik und die bereits ab Werk sehr hohe Grundspannung von etwa 1,475 V verzichtet. Ein neues BIOS-Update oder gar ein zweites X570-Mainboard konnten unsere ersten Gehversuche beim Overclocking mit Ryzen 3000 ebenfalls nicht verbessern.

Insgesamt bleibt festzuhalten: Die neuen Ryzen-CPUs arbeiten bereits an ihrem Limit und lassen sich lediglich geringfügig beschleunigen.

Cinebench R20

Multi-Threaded

Punkte
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Cinebench R20

Single-Threaded

Punkte
Mehr ist besser

AIDA64

Lese- und Schreibdurchsatz

46516 XX


25591 XX
45984 XX


25566 XX
MB/s
Mehr ist besser

V-Ray

Benchmark

Sekunden
Weniger ist besser

UL 3DMark

TimeSpy Extreme - CPU

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Battlefield V

1.920 x 1.080

159.8 XX


139 XX
158.1 XX


139 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Leistungsaufnahme

Nur CPU

in W
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