Seite 2: Leistung, Laufzeit, Kühlung

Der Blick auf das Gehäuse zeigt, dass beim MSI GE62 7RE-088 Apache Pro keinerlei Abstriche bei der Verarbeitungsqualität gemacht werden müssen. Wie es um die Leistungsfähigkeit der Hardware bestellt ist und wie die Kühlung ausfällt, schauen wir uns nun näher an.

Systemleistung

Herzstück des MSI GE62 7RE-088 Apache Pro ist der Intel Core i7-7700HQ, den Intel erst zu Beginn des Jahres offiziell vorstellte und welcher das bisherige Skylake-Flaggschiff ablöst. Er besitzt vier Rechenkerne, die sich mit einem Basis- und Turbo-Takt von 2,8 bis 3,8 GHz ans Werk machen und dank HyperThreading bzw. SMT-Unterstützung jeweils zwei Threads gleichzeitig bearbeiten können. Im Vergleich zum Vorgänger, dem Intel Core i7-6700HQ, hat sich damit vor allem der Takt erhöht, welcher um 200 bzw. 300 MHz beschleunigt wurde. Trotzdem bleibt die maximale Leistungsaufnahme auf maximal 45 W festgesetzt. Genau wie der 6 MB große L3-Cache und der 1 MB große L2-Zwischenspeicher, wobei sich hier jeder Kern 256 KB teilen muss. Der Daten- und Instruktionscache fasst hingegen 32 KB an Daten. Gefertigt wird der Kaby-Lake-Prozessor im fortschrittlichen 14-nm-Verfahren.

msi ge62 cpuz

An den Speichercontroller schließt MSI bei seinem GE62 DDR4-RAM im SODIMM-Format an, der sich mit einer Geschwindigkeit von 2.400 MHz ans Werk machen darf. Damit erreicht unser Testmuster eine Speicherbandbreite von nur 14,52 GB/s, was verglichen mit anderen Gaming-Notebooks dieser Preis- und Leistungsklasse zu wenig ist. Andere Geräte erreichen hier gerne mal das Doppelte. Die Leistung des Intel Core i7-7700HQ liegt hingegen auf üblichem Niveau. In den beiden Cinebench-Benchmarks bringt es der Vierkerner im Multicore-Test auf 8,18 bzw. 733 Punkte. Im Komprimierungstest von 7-Zip wird mit 19.995 MIPS knapp die 20.000er-Marke erreicht. 

Cinebench 15

CPU

Punkte
Mehr ist besser

Die SSD stellt zwar 256 GB an Kapazität zur Verfügung und kommt in platzsparender M.2-Ausführung daher, wird intern allerdings nur per SATA angebunden. Das lässt die durchschnittliche Leserate auf knapp unter 530 MB/s abfallen. Für den Alltag ist das aber noch immer schnell genug. Das Betriebssystem ist binnen weniger Sekunden geladen, Programme und Spiele starten meist ohne Verzögerung. Wer PCI-Express-Anbindung haben möchte, muss selbst Hand anlegen – der Slot ist dafür aber bereits vorbereitet.

PCMark 8

Creative

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Gaming-Leistung

Das MSI GE62 7RE-088 Apache Pro ist eines der ersten Gaming-Notebooks bei uns auf dem Teststand, welches auf die Ti-Version der mobilen NVIDIA GeForce GTX 1050 zurückgreift. Bislang hatten wir überwiegend die kleinere GeFore GTX 1050 – beispielsweise in einem ASUS-Notebook – im Test. Im Gegensatz zu dieser besitzt die Ti-Version mit 768 Shadereinheiten einen Cluster mehr und damit die größere Anzahl an Recheneinheiten. Die mobile GeForce GTX 1050 Ti setzt auf die GP106-GPU mit zwei Graphics Processing Cluster sowie sechs Streaming Multiprozessoren. An jeden dieser sechs Shadercluster sind wie gewohnt acht Textureinheiten angeschlossen, womit der zweitkleinsten, mobilen Pascal-Grafikkarte 48 TMUs zur Seite stehen. Damit entspricht der mobile Ableger zumindest auf dem Papier schon einmal dem Desktop-Gegenstück. Unterschiede gibt es bei den Taktraten und die fallen zugunsten der Notebooklösung aus. Denn während sich die GeForce GTX 1050 Ti im Desktop mit einem Basis- und Boost-Takt von 1.290 bzw. 1.392 MHz ans Werk macht, bringt es der mobile Ableger auf derer 1.493 bzw. mindestens 1.620 MHz und rechnet damit ein klein wenig schneller. 

Beim Speicherausbau gibt es zwischen den Modellen keinerlei Unterschiede. Alle vier Ableger setzen auf schnellen GDDR5-Videospeicher, welcher über ein 128 Bit breites Interface angebunden wird und sich mit einer Geschwindigkeit von 1.752 MHz ans Werk macht. Im Gegensatz zum Desktop gibt es die Notebook-Ableger durchgehend mit einer Kapazität von 4 GB. GPUz scheint noch nicht alle Eckdaten unseres Testmodells zu kennen, weshalb die Leistungsdaten im Screenshot zur rund 3,3 Milliarden Transistoren starken GPU etwas dürftig ausfallen.

msi ge62 gpuz

Aktuelle Spieletitel wie Grand Theft Auto 5, DiRt Rally, The Witcher 3 oder Shadow of Mordor sind für die NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti größtenteils kein Problem – vor allem, da das Display nativ maximal mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten arbeitet und damit weniger Ansprüche an die Hardware stellt. Je nach Titel sind in Full HD mindestens 45 FPS drin, Titel wie Tomb Raider laufen aber gerne auch mal mit dreistelligen Frame-Werten über das Display. Insgesamt kommt die NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti der größeren GeForce GTX 1060 näher als ihrem kleineren Schwestermodell und ist damit für Spieler der interessantere GP106-Ableger.

Tomb Raider

Native Auflösung – High Settings

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

GTA V

Native Auflösung - High Settings

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

The Witcher 3

Native Auflösung – High Settings

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Die Software-Ausstattung

Wie bei so ziemlich all seinen aktuellen Gaming-Notebooks setzt MSI auch bei seinem GE62 7RE-088 Apache Pro auf eine saubere Windows-Installation und verzichtet auf unnötige Demo-Versionen oder gar Bloatware. Zwar sind eine 30-Tages-Testversion von Microsoft Office 365 und eine Demoversion eines Virenscanners vorinstalliert, weitere Testprogramme gibt es jedoch nicht. Dafür ist das hauseigene Dragon Center ein sehr mächtiges Tool. Darüber lassen sich nicht nur wichtige Parameter des Geräts wie beispielsweise die Auslastung von Prozessor, Grafikkarte und Netzwerk auslesen, sondern auch die Temperaturen und die Drehzahl der Lüfter. Ebenfalls kann die Hintergrundbeleuchtung für die SteelSeries-Tastatur eingestellt und die Lüftersteuerung sowie das Energiespar-Management ausgewählt werden. Tools für das Killer-Netzwerk oder den Nahimic Audio Enhancer sind natürlich ebenfalls bereits ab Werk installiert. Ansonsten liefert MSI eine Jahreslizenz für den XSplit Gamecaster mit, mit dem sich sehr einfach Live-Übertragungen von Spielszenen ermöglichen. 

Gute Oberflächen-Temperaturen

Ebenfalls keine Probleme während unserer Tests konnten wir bei der Kühlung feststellen. Zwar erreicht der Intel Core i7-7700HQ unter absoluter Volllast, die wir mit Furmark und Prime95 simulieren, eine Maximaltemperatur von satten 92 °C, zu einer Spannungs- und Taktabsenkung kam es in unseren Tests jedoch nicht, womit der Quadcore stets seine volle Leistung abrufen konnte. Bei Belastung aller Rechenkerne macht sich die CPU immerhin noch mit 2,9 GHz ans Werk und liegt damit leicht über dem eigentlichen Basis-Takt. Die NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti bleibt deutlich kühler. Bei ihr haben wir maximal 74 °C gemessen, wobei sie stets einen BoostTakt von mindestens 1.240 MHz hält.

Damit werden auf dem Topcase und der Unterseite des MSI GE62 7RE-088 Apache Pro Oberflächen-Temperaturen von durchschnittlich etwa 29,6 bzw. 30,9 °C erreicht, wobei wir den höchsten Wert mit 34,7 °C im siebten Quadranten auf der Unterseite gemessen haben. Ein Arbeiten und Spielen auf dem Schoß ist damit durchaus möglich. Im normalen Office-Betrieb bleiben die Gehäuse-Temperaturen deutlich darunter und erreichen maximal 32,6 °C, wobei sie meist unterhalb der 27-°C-Marke bleiben. 

Für Gaming-Notebook ist das MSI GE62 7RE-088 Apache Pro erfreulich laufruhig. Im normalen Windows-Betreib säuselt unser Testmuster mit 33,6 dB(A) leise vor sich hin, im Spielebetrieb steigt die Lautstärke auf etwa 48,3 dB(A) an. Andere Gaming-Notebooks durchbrechen hier teilweise die magische 50-dB(A)-Schallmauer und werden deutlich lauter, sind meist aber auch mit einer potenteren Grafikkarte ausgerüstet. 

bench temp oberseite

Passable Laufzeiten

Mit Strom versorgt wird das MSI GE62 7RE-088 Apache Pro wahlweise über ein externes 150-W-Netzteil, oder aber über einen integrierten 47-Wh-Akku. Dank der sparsamen Pascal-Grafik und Kaby Lake genehmigt sich das System mit vollaufgeladenem Akku im Leerlauf nur etwa 15,5 W, im Spielebetrieb steigt der Energiehunger auf immerhin 123,6 W an. Das reicht im 2D-Modus für Laufzeiten von fast vier Stunden bzw. 239 Minuten. Wer die Grafik zusätzlich beansprucht, drückt die Laufzeit allerdings auf unter eine Stunde. Dann kommt unser Testmuster nur noch 55 Minuten lang ohne Steckdose aus. Ergebnis: Gute Laufzeit unter Windows, unterdurchschnittliche im Spielemodus.