Seite 3: BIOS und Overclocking

BIOS

Auf dem MSI Z390-A Pro war die BIOS-Version 1.3 vorinstalliert. Auf der MSI-Webseite stand uns jedoch die Version 1.5 zur Verfügung. Mit dem M-Flash-Tool konnten wir das neuere BIOS ohne Probleme aktualisieren. Dabei wurden gegenüber Version 1.0 folgende Verbesserungen vorgenommen:

  • Update Intel Microcode (1.1)
  • Fix can not enter OS when connect usb device (1.2)
  • Update Intel Microcode (1.2)
  • Fix S4 resume issue (1.2)
  • Improve USB KB compatibility (1.3)
  • Improve M.2 Genie function (1.3)
  • Update Microcode (1.3)
  • Improved memory compatibility (1.4)
  • Improved the adaptive rule of Intel Thermal Velocity Boost when overclocking (1.4)
  • Optimized CPU Vcore voltage under Offset Mode for 9th CPU (1.4)
  • Improved M2 Genie function (1.4)
  • Improved S5 wake up funktion (1.4)
  • Add "Intel Optane Memory H10 with Solid State Storage" setting (1.5)
  • Optimize M.2 Genie (1.5)
  • Improve S4 resume issue (1.5)
  • Improve Intel 750 nvme compatibility (1.5)

Bei der UEFI-Oberfläche orientiert sich MSI am bekannten Bild. So gibt es passend zur Pro-Serie eine Schwarz-Weiß-Optik. Unterschieden wird weiterhin Zwischen dem EZ- und Advanced-Modus. Auf dieser Übersichtsseite (EZ-Mode) erhält der Anwender Informationen über die CPU, den installierten Arbeitsspeicher, die angeschlossenen Storage-Geräte und über die Lüfter. Zusätzlich existieren Shortcuts zum M-Flash-Feature, zur Favorites- und Hardware-Monitor-Seite und zusätzlich Buttons, um LAN-ROM, Fast Boot, AHCI, den Audio-Codec und die CPU-Fan-Warnung zu aktivieren beziehungsweise zu deaktivieren. Außerdem lässt sich bei Problemen das "BIOS Log Review" einsehen. Die breite Leiste oberhalb vom EZ-Mode wird auch im Advanced-Mode angezeigt, zu dem wir nun kommen.

Bei der Advanced-Oberfläche befindet sich mittig das Pro-Series-Logo. Oben links hat MSI neben der Uhrzeit und dem Datum den OC-Genie-Button hinzugefügt. Rechts benachbart ist der XMP-Button, wie wir es bei MSI bereits gewohnt sind. Beim jeweiligen Mainboard-Modell können sich rein die Menüpunkte unterscheiden. Ganz oben auf der rechten Seite werden zu jedem Zeitpunkt das installierte Prozessormodell, dessen Taktfrequenz und die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Takt angezeigt. Unter der Uhrzeit und dem Datum kann die aktuell vorliegende BIOS-Version abgelesen werden. Darunter lassen sich ganz bequem die Boot-Prioritäten per Drag & Drop-Verfahren festlegen. Auf der linken Seite erhält der Anwender einen ersten Überblick über die CPU- und Mainboard-Temperatur. Der virtuelle "Game Boost"-Button ist dabei mit der Maus klickbar, sodass vom Hardware- in den Softwaremodus gewechselt werden kann. Ergänzt wurde noch ein weiterer virtueller Knopf, mit dem die XMP-Funktion direkt aktiviert werden kann.

Der erste Punkt der insgesamt sechs "Settings" stellt neben dem "System Status" die "Advanced"-Einstellungen bereit. Letzteres ist bereits grundlegend bekannt. Dort lassen sich alle Board-bezogenen Einstellungen finden, die die Onboard-Komponenten betreffen. Die Punkte "Boot", "Security" und "Save & Exit" sind dabei selbsterklärend. Das Hauptaugenmerk des Boards ist zweifelsohne das Overclocking. Die extrem umfangreichen OC-Funktionen sind im Menüpunkt "OC" zu finden. MSI lässt für den Overclocking-Enthusiasten kaum Wünsche offen. Dazu aber gleich mehr. Das integrierte M-Flash-Feature hat auch beim heutigen Testkandidaten einen eigenen Menüpunkt erhalten. Entweder lässt sich das aktuelle BIOS auf einen Datenträger speichern oder andersherum von einem Datenträger aus aktualisieren. Genau so ist es den Overclocking-Profilen ergangen. Insgesamt können sechs verschiedene OC-Konfigurationen hinterlegt werden. MSI hat auch dieses Mal an eine Import- und Export-Funktion gedacht.

Der vorletzte Punkt ist der "Hardware Monitor", der wichtige ausgelesene Daten aufzeigt, wie eben die Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehgeschwindigkeiten. Zusammen mit dem CPU-FAN-Header können in der Summe fünf Lüfter gesteuert werden. Jeder Lüfter kann in vier Stufen einer automatischen oder manuellen Lüfterkurve angepasst werden. Der letzte Menüpunkt umfasst den "Board Explorer", der übersichtlich aufzeigt, in welchem Slot oder an welchem sonstigen Anschluss welche Komponente installiert ist. Dies erspart den Blick ins eigene Gehäuse und dient rein dem Komfort. Generell ist es auch möglich, die meistgenutzten Funktionen auf insgesamt fünf Favoritenseiten abzuspeichern. Mittels eines Rechtsklicks auf die jeweilige Funktion wird ein kleines Kontextmenü geöffnet, wo der Anwender anschließend diese Funktion auf eine der fünf Seiten ablegen kann.

Auch dieses Mal konnte das UEFI von MSI auf ganzer Linie überzeugen. Sämtliche ausgewählte Einstellungen wurden problemlos und korrekt umgesetzt. Der Anwender hat dabei die Auswahl, ob er sich per Maus und/oder mit der Tastatur durch die Menüs bewegt.

Overclocking

Das MSI Z390-A Pro ist hervorragend für das Overclocking vorbereitet, sei es von der Hardware oder von der Software aus. Neun CPU-Spulen feuern die Coffee-Lake-S-CPU an und bekommen ihren Strom-Input von einer 8-Pin-EPS12V-Buchse. Zusammen mit den UEFI-Einstellungen kann der LGA1151v2-CPU mit K-Suffix also auch ordentlich Beine gemacht werden.

MSI erlaubt beim Z390-A Pro eine Veränderung des BCLK von 97,50 MHz bis 538,25 MHz. Die Intervalle betragen feine 0,01 MHz. In Sachen CPU-Spannung hat der Anwender jede Menge Optionen. So stehen ihm die Modi Override, Adaptive und Offset zur Verfügung. Mit den ersten beiden Modi lässt sich die Spannung von 0,600 Volt bis 1,520 Volt fixieren.

Der Adaptive-Mode erlaubt die Nutzung eines Offsets und gleichzeitig eine feste Spannung für den Turbo-Modus, sprich für die Last-Situation. Im Offset-Modus fällt der Spielraum mit 0,005 Volt bis 0,600 Volt in beide Richtungen ebenfalls sehr ansprechend aus. In allen Fällen betragen die Intervalle 0,005 Volt. 

Alle weiteren Overclocking-Funktionen können der folgenden Tabelle entnommen werden.

Die Overclocking-Funktionen des MSI Z390-A Pro in der Übersicht
Base Clock Rate 97,50 MHz bis 538,25 MHz in 0,01-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,600 V bis 1,520 V in 0,005-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,600 V bis +0,600 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,600 V bis 2,200 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SA-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-PLL-Spannung 0,600 V bis 2,200 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen CPU PLL OC, CPU PLL SFR, RING SFR, SA PLL SFR, MC PLL SFR, CPU ST
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 99 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und fünf optionale Fans,
CPU Current Capability, CPU Power Thermal Control, CPU Input Boot Voltage,
CPU Load-Line Calibration Level 1-8

Wir hatten nicht damit gerechnet, doch war es für das MSI Z390-A Pro ohne Probleme möglich, den Core i7-8700K stabil mit einer Taktfrequenz von 5 GHz zu betreiben. Hierzu mussten wir im UEFI eine VCore von 1,320 Volt anlegen.

Absolut problemlos war auch die Temperatur des VRM-Kühlers, der stets unter 50 °C lag. Demnach ist das MSI Z390-A Pro beim Thema CPU-Overclocking eine regelrechte Überraschung - und zwar eine positive.

Absolut problemlos und wie es zu erwarten war, konnte der effektive RAM-Takt von 3 GHz erreicht werden. MSI gibt das Board bis DDR4-4400 frei, im BIOS reichen die RAM-Teiler gar bis DDR4-6000.