Seite 8: Fazit

Nach langer Wartezeit kamen dann nach verständlicher Ungeduld die heiß erwarteten Mini-ITX-Mainboards für AMDs Ryzen-Prozessoren. Von den insgesamt acht Stück gehört ASUS' ROG Strix X370-I Gaming zu den kostenintensivsten Modellen, bietet dafür jedoch auch einiges an Ausstattung, wie wir in unserem Test feststellen durften. So wird die eingesetzte AM4-CPU von einer 6+1-Spannungsversorgung angetrieben und hat im Overclocking-Test einen guten Eindruck hinterlassen. Mit dabei ist eine umfangreiche Anzahl an Overclocking-Settings im UEFI.

Für eine dedizierte Grafikkarte ist ein PCIe-3.0-x16-Slot an der entsprechenden Stelle zu finden, in den beiden DDR4-DIMM-Speicherbänken können hingegen bis zu 32 GB RAM verstaut werden. ASUS gibt die Slots bis DDR4-3600 frei, sodass demnach der Betrieb mit unseren DDR4-3000-Modulen ein Kinderspiel war. Erfreulich ist, dass ASUS bereits ein BIOS-Update mit der AGESA-Version 1.0.0.0a anbietet, sodass die erwarteten Ryzen-2000-Prozessoren verwendet werden können.

Zum Thema Storage halten sich neben viermal SATA 6GBit/s außerdem zwei M.2-M-Key-Schnittstellen bereit. Die Schnittstelle auf der Vorderseite arbeitet mit PCIe-3.0-x4-Anbindung (32 GBit/s) über den Prozessor, wurde auf einer gestackten Zusatzplatine zusammen mit dem ROG-SupremeFX-Audio-Feature untergebracht und wird mit einem Passivkühlkörper ausgestattet, dessen ROG-Logo von RGB-LEDs beleuchtet wird. Weitere RGB-LEDs wurden rückseitig auf Höhe der beiden DDR4-DIMM-Steckplätze verlötet. Der Anschluss auf der Rückseite des PCBs wurde mit theoretischen 16 GBit/s (PCIe 2.0 x4) an den X370-Chipsatz angebunden.

Mit sechsmal USB 3.1 Gen1 und jeweils zweimal USB 3.1 Gen2 (nativ) und USB 2.0 wird eine ausreichende Anzahl an USB-Schnittstellen bereitgestellt. Allerdings könnte dem einen oder anderen Anwender die fehlende Typ-C-Schnittstelle stören. Für den Anschluss von Audio-Equipment haben es lediglich drei beleuchtete 3,5-mm-Klinke-Buchsen auf das Mainboard geschafft. Zumindest ein TOSLink-Anschluss hätte das Ganze ordentlich abgerundet.

Der Besitzer hat bei der Netzwerkanbindung die Wahl zwischen dem Gigabit-LAN-Port über den Intel I211-AT und dem WLAN-ac- und Bluetooth-4.2-Modul. Neben einem 4-Pin-CPU-FAN- und 4-Pin-Chassis-FAN-Header ist auch ein 4-Pin-AIO-Pump-Anschluss mit an Bord. Die Leistungsaufnahme des ASUS ROG Strix X370-I Gaming liegt in einem guten Bereich.

Mit einem Minimum-Preis von 175 Euro kann sich das ASUS ROG Strix X370-I Gaming definitiv keinen Preis-/Leistungs-Vorteil sichern. Selbst beim Vergleich mit dem hauseigenen und sehr ähnlich aufgebauten ROG Strix B350-I Gaming kann eine Preisdifferenz von etwa 25 Euro ausgemacht werden. Beide Modelle bieten jedoch den Vorteil, dass sie gleich zwei M.2-Module aufnehmen können. Alternativ kann beispielsweise mit dem ASRock Fatal1ty X370 Gaming-ITX/ac etwas Geld eingespart werden, sofern eine M.2-Schnittstelle ausreicht.

Wir sind schon jetzt gespannt, wie die Mini-ITX-Mainboards mit den neuen AMD-400-Chipsätzen aussehen und ob gleich zum Marktstart neue Modelle erhältlich sein werden.

Positive Eigenschaften des ASUS ROG Strix X370-I Gaming:

  • sehr gute Leistungsfähigkeit mit einer sehr guten CPU-Spannungsversorgung
  • gute Ausstattung, u.a. vier SATA-6GBit/s-Schnittstellen, sechs USB-3.1-Gen1-Anschlüssen und zwei USB-3.1-Gen2-Buchsen
  • sehr gute Gesamtperformance und gute Stabilität
  • zwei M.2-M-Key-Schnittstellen (32 GBit/s und 16 GBit/s)
  • WLAN-ac und Bluetooth 4.2

Negative Eigenschaften des ASUS ROG Strix X370-I Gaming:

  • hoher Preis
  • TOSLink-Anschluss fehlt

Wer ein Mini-ITX-System mit einem AMD Ryzen-Prozessor aufbauen möchte, bekommt mit dem ASUS ROG Strix X370-I Gaming ein technisch gutes Mainboard, sollte jedoch beachten, dass die neuen Mainboards zusammen mit den Ryzen-2000-Prozessoren demnächst veröffentlicht werden.

Persönliche Meinung

Beim ASUS ROG Strix X370-I Gaming hat mir besonders die kleine Zusatzplatine gefallen, die für den M.2-Steckplatz und für den Audio-Bereich dienlich ist und in gestackter Art und Weise über dem X370-Chipsatz montiert wurde. Auch die restliche Ausstattung weiß zu gefallen, mir persönlich wäre allerdings der Preis zu hoch.