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Der ECS Liva P500 H610 hinterlässt gemischte Gefühle. Zum einen, weil er dank seines Desktop-Sockels und des vollwertigen PCI-Express-x16-Grafikkartenslots potente Desktop-Hardware aufnehmen kann, zum anderen aber auch, weil er viele Upgrade-Möglichkeiten zu bieten hat. Jedoch kommt es eben darauf an, die richtige Hardware-Wahl zu treffen. Außerdem sind uns mehrere Mängel aufgefallen.
Für unseren Test haben wir uns für einen Intel Core i5-14400F und eine Intel Arc A380 sowie für insgesamt 32 GB Arbeitsspeicher und eine 2 TB fassende SSD entschieden. Letztere wird aufgrund der PCIe-3.0-Anbindung etwas ausgebremst, den RAM konnten wir leider nicht mit seinen spezifizierten 5.600 MHz betreiben, was ebenfalls in einer Performance-Absenkung resultierte. Noch störender: Nach dem Einstellen der gewünschten Taktraten und CAS-Latenzen bootete das System erst nach einem BIOS-Reset und einem Herausnehmen der Batterie. Diese ist allerdings nicht einfach zugänglich – das gesamte Mainboard muss mitsamt der Kühlung und den filigranen Kabeln und Steckverbindungen entfernt werden. Das ist nur erfahrenen Anwendern zu empfehlen und nicht besonders wartungsfreundlich.
Unsere Hardware-Auswahl sorgt für eine hohe CPU-Leistung und eine Grafikperformance, die für aktuelle Grafikkracher und die FullHD-Auflösung ausreicht. Zur Not kann man noch Intels Upscaling-Technik XeSS zur zusätzlichen Beschleunigung aktivieren. Gerne hätten wir eine NVIDIA GeForce RTX 5060 im Low Profile-Format eingesetzt, wie wir sie erst kürzlich im Test hatten. Hierfür muss allerdings ein anderes Netzteil eingesetzt werden, welches ECS nicht mitliefert. Theoretisch hat das System also noch einige Reserven, die genutzt werden können.
Insgesamt konkurriert die Performance abgesehen von der niedrigeren Speicherleistung und der hohen CPU-Performance mit einem klassischen Mini-PC und liegt in etwa auf dem Niveau des Gigabyte Brix GB-BRU7-255H mit Intel Core Ultra 7-255H oder dem Geekom A8 R7 mit integrierter Radeon-Grafik. In Sachen Leistungsaufnahme und Lautstärke fällt der ECS Liva P500 H610 mit unserer Konfiguration allerdings negativ auf. So braucht das System mit einem Stromhunger von knapp 40 bis etwa 175 W deutlich mehr als die konkurrierenden Mini-PCs, die Lautstärke fällt mit deutlich über 61 dB(A) zeitweise extrem hoch aus. Immerhin: Im normalen Office-Betrieb und bei wechselhaften Teillasten agiert die Kühlung deutlich laufruhiger. Sie bleibt jedoch äußerst unruhig und dreht gerne für ein paar Sekunden ordentlich auf. Mit manueller Anpassung kann man hier sicherlich noch einiges optimieren. Dafür gibt es keinerlei Probleme mit den Temperaturen. In unserem Test blieben alle Kernkomponenten selbst unter absoluter Volllast angenehm kühl, womit die Hardware stets ihre maximal mögliche Performance abrufen konnte.
In Deutschland soll das System zunächst für 759 Euro, dafür dann mit CPU, RAM und SSD sowie mit vorinstalliertem Windows 11 Pro, in die Läden kommen. Die Version umfasst einen Intel Core i5-14400, 32 GB RAM und eine 1-TB-SSD und damit abgesehen von der Grafiklösung über eine sehr ähnliche Konfiguration, wie wir sie letztlich im Test hatten. In etwa muss man ca. 115 Euro extra einplanen und landet somit bei 875 Euro. Dafür bekommt man bereits einen Geekom Mini IT 13 oder Geekom A8, welche beide ähnlich schnell hinsichtlich CPU und GPU sind, jedoch deutlich kompakter und teilweise sogar laufruhiger ausfallen. Dafür gibt es dann eine nicht ganz so hohe Flexibilität bei der Hardware-Auswahl und letztlich eine eingeschränktere Performance. Man muss wissen, was man braucht und möchte.
- kompaktes, zeitloses Design
- viele Hardware-Möglichkeiten
- einige Speicher-Optionen
- einfache Installation
- hohe Performance möglich
- sehr unruhige, laute Kühlung
- recht hohe Leistungsaufnahme
- Wartungsmöglichkeiten nicht gänzlich durchdacht
- Probleme mit Speicher
- Schnelle Grafikkarten nur mit separatem Netzteil







