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Mit Abmessungen von 250 x 200 x 95 mm fällt der ECS Liva P500 H610 deutlich größer aus als ein klassischer Mini-PC, wie die Geekom-Modelle, welche wir regelmäßig testen. Er ist aber auch deutlich kompakter als typische Tower-PCs. Trotzdem findet im Inneren handelsübliche Desktop-Hardware ihren Platz, womit sich je nach Auswahl ein einfacher Office-Rechner, eine leistungsstarke Workstation oder sogar ein schnelles Gaming-Setup aufbauen lässt.
Als Basis dienen ein Intel-Prozessor der 12., 13. oder 14. Core-Generation und eine vollwertige PCI-Express-Grafikkarte im Low-Profile-Design, die theoretisch auch über einen zusätzlichen Stromstecker verfügen darf, wenn man das richtige Netzteil zur Hand hat. Damit lassen sich durchaus potente Systeme bis zu einem Core i9 (mit max. 65 W) oder einer NVIDIA GeForce RTX 5060 aufziehen.
Optisch erweist sich das Barebone zurückhaltend und setzt auf einen Aluminiumaufbau, dessen Front aus einfachem Kunststoff besteht, immerhin aber im Look von gebürsteten Metall gehalten ist. Zahlreiche Luftschlitze in Meshoptik, das Serienlogo und die vielen Anschlüsse und Schnittstellen sorgen für etwas Abwechslung im schlichten Auftreten. Das lässt das System jedoch in jeder Lebenslage gut aussehen – ob auf dem Schreibtisch oder im industriellen Einsatz.
Um die 65 W und 75 W für Prozessor und Grafikkarte problemlos kühlen zu können, sind an den Seiten sowie am Boden und Deckel zahlreiche Lüftungsschlitze vorhanden, die einen vorsichtigen Blick ins Innere möglich machen. Am Boden ist eine Art Wartungsklappe eingelassen, über die man einfachen Zugriff auf das mögliche 2,5-Zoll-Laufwerk erhält oder das bereits vormontierte WiFi- und Bluetooth-Modul tauschen kann. Für die Montage aller anderen Komponenten muss der Deckel abgenommen werden. Der CPU-Sockel, die beiden SO-DIMM-Slots und der M.2-Steckplatz sowie natürlich der Steckplatz für die Grafikkarte sind dafür komfortabel erreichbar.
Bei der Kühlung setzt ECS auf eine semi-passive Lösung. Während die Grafikkarte über ihr eigenes Kühlsystem auf Temperatur gehalten wird, gibt es für den Prozessor eine Kombination aus dicker Kupferplatte und aufwendigem Heatpipesystem, das die Abwärme an zahlreiche Aluminiumfinnen an die Seite abführt, wo sie dann über drei Lüfter nach draußen befördert wird. Direkt auf dem Prozessor liegt nicht wirklich ein dicker Kühler auf. Speichermodule und SSD liegen komplett frei – je nach SSD kann diese ihren eigenen Zusatzkühler mitbringen.
Einen Teil der Anschlüsse und Schnittstellen stellt der ECS Liva P500 H610 über die Front zur Verfügung. Hier steht eine moderne Typ-C-Schnittstelle bereit, die allerdings nach dem USB-3.2-Gen2-Standard konfiguriert ist und somit Datenübertragungsraten von 10 GBit/s möglich macht. Daneben gibt es drei klassische USB-A-Schnittstellen, wovon zwei identisch konfiguriert sind, die dritte allerdings noch nach dem älteren 2.0-Standard eingelassen ist. Zwei 3,5-mm-Klinkenbuchsen für den Anschluss eines Headsets runden die I/O-Blende weiter ab. Ansonsten sind an der Front lediglich noch ein Einschaltknopf sowie zwei LEDs eingelassen, welche über den Betriebsmodus und die Laufwerksaktivität informieren.
Der überwiegende Teil der Schnittstellen wird über die Rückseite realisiert. Hier stehen vier weitere USB-A-Schnittstellen zur Verfügung, die jedoch allesamt als USB-2.0-Anschlüsse ausgegeben werden und sich somit eher für Eingabegeräte eignen. Dazu gibt es zwei Ethernet-Ports – einmal mit Gigabit-Geschwindigkeit und einmal mit schnellen 2,5 GBit/s – aber auch drei Videoausgänge in Form von HDMI, DisplayPort und sogar noch D-Sub. Sie sind für eine etwaige iGPU gedacht. Außerdem gibt es zwei serielle Ports, zwei Antennen-Anschlüsse und zwei Eingänge für die Stromversorgung. Standardmäßig liefert ECS ein externes Notebook-Netzteil mit einer Ausgangsleistung von 180 W mit. Wer eine Grafikkarte mit zusätzlichem Stromanschluss versorgen möchte, der braucht ein anderes Modell mit 240 W und eine passende 8-Pin-Verlängerung für das Innere.