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Um die eigentlichen Hardware-Komponenten zu verbauen, muss die Oberseite abgenommen werden, was wie bei einem klassischen Tower-Gehäuse über eine einzelne Rändelschraube und durch das Aufziehen des gesamten Seitenteils passiert. Schon lässt sich im LGA1700-Sockel ein Intel-Prozessor der 12. bis 14. Core-Generation verbauen, genau wie zwei SO-DIMM-DDR5-Module und eine M.2-SSD. Letztere wird allerdings noch per PCIe 3.0 angebunden und damit nicht ganz so schnell wie bei aktuellen Mini-PCs von Geekom, MSI oder Gigabyte. Moderne Desktop-PCs und High-End-Laptops setzen bereits auf PCIe 5.0. Die SSD-Leistung wird dadurch erheblich eingeschränkt. Rund 4 GB/s sind für den Alltag trotzdem noch ausreichend.
Ärgerlich ist da vielmehr, dass die BIOS-Batterie für etwa 60 Sekunden entfernt werden muss, wenn man im BIOS eine falsche Einstellung tätigt und das System dann nicht mehr starten möchte. Das wäre zwar ein übliches Vorgehen und nicht weiter schlimm, wäre da nicht die ungünstige Platzierung der CMOS-Batterie. Um an diese heranzukommen, muss das Mainboard komplett aus dem Gehäuse genommen werden, was mit Blick auf die zahlreichen Flachbandkabel für SATA oder die WLAN-Antennen mit ihren filigranen Steckverbindungen eine echte Herausforderung darstellt und nur für Profis zu empfehlen ist.
Funktioniert hingegen alles einwandfrei, ist alles okay. Zu Problemen wie während unserer Tests dürfte es in den meisten Fällen nicht kommen.
Für unsere Tests haben wir einen Intel Core i5-14400F der Raptor-Lake-Generation ohne integrierte Grafiklösung verbaut und uns für zwei 16-GB-Module von Crucial entschieden. Die erlauben zwar Datenübertragungsraten von 5.600 MHz, das war bei unserem System jedoch nicht stabil einstellbar. Das System wollte schlichtweg nicht mehr booten und wir mussten das gesamte System auseinandernehmen, um das BIOS resetten zu können.
Unsere PCIe-Gen5-SSD wurde lediglich per PCIe 3.0 angesprochen und somit ausgebremst, bietet dafür recht üppige 2 TB Speicherplatz. Bei der Grafikkarte entschieden wir uns für eine dedizierte Intel Arc A380. Damit sind die Komponenten in der oberen Einstiegsklasse anzutreffen. Theoretisch wären gerade mit Blick auf die Grafikkarte noch schnellere Komponenten möglich.
Die erste Variante, welche in Deutschland erhältlich sein wird, wird mit einem Intel Core i5-14400, 32 GB RAM und einer 1 TB SSD sowie mit vorinstalliertem Windows 11 Pro daherkommen und 759 Euro kosten. Wir haben also eine recht ähnliche Konfiguration ausgewählt.
Die Grafikkarte wird im ECS Liva P500 H610 über eine Riserkarte senkrecht verbaut. Dabei werden 3D-Beschleuniger mit Abmessungen von maximal 225,5 x 123,2 x 40,1 mm unterstützt, eine zusätzliche Stromversorgung ist nur mit einem entsprechenden Netzteil möglich. Kommt lediglich eine Single-Slot-GPU zum Einsatz, lässt sich über den PCI-Express-x1-Slot noch eine Erweiterungskarte installieren.
Für die Kühlung des Prozessors liegt ein Heatpipe-Kühler mit zahlreichen Aluminiumfinnen bei. Die Abwärme wird direkt vom Heatspreader an diese weitergeführt, wo dann drei 75-mm-Lüfter die Abwärme nach außen führen. Negativ: Ab Werk ist recht viel Wärmeleitpaste vorhanden. Hier sollte man besser eine eigene auftragen, um keinen Hitzestau zu erzeugen.
Wer noch ein zusätzliches 2,5-Zoll-Laufwerk per SATA-Verbindung verbauen möchte, kann dies über den Boden des ECS Liva P500 H610 tun. Hier gibt es unter einer Abdeckung entsprechenden Platz und Anschluss. Ebenso zugänglich ist darüber das WiFi- und Bluetooth-Modul, genau wie der SIM-Kartenslot für eine mobile Datenverbindung. Die BIOS-Batterie befindet sich in der Front und ist nur zugänglich, wenn der gesamte Aufbau auseinandergenommen wird. Wirklich wartungsfreundlich ist das System damit nur bedingt.
Ursprünglich wollten wir eine ZOTAC GeForce RTX 5060 Low Profile aus unserem letzten Test für den Test-Aufbau verwenden. Doch der Hersteller schickte uns lediglich das Standardnetzteil mit 180 W ohne den zusätzlichen GPU-Stecker. Wir mussten daher auf eine andere Grafikkarte aus unserem Fundus ausweichen, die ohne zusätzliche Stromversorgung auskommt. Die Wahl fiel hier auf eine Sparkle Arc A380 Genie, die auf einen Alchemist-Chip mit 1.024 Shadereinheiten und 6 GB Videospeicher setzt. Das sollte für FullHD-Gaming ausreichen. Natürlich wird dabei auch Intels Upscaling-Technik XeSS unterstützt.