TEST

ECS Liva P500 H610 im Test

Mini-PC mit Desktop-Hardware und viel möglicher Performance - Die Hardware-Ausstattung

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Der ECS Liva P500 H610 verfügt über einen Sockel LGA1700 und nimmt somit theoretisch alle Prozessoren der 12., 13. und 14. Core-Generation auf, wobei diese mit Blick auf das Kühlsystem und die Stromversorgung auf 65 W TDP eingebremst werden. Es rentiert sich also, ggf. zu einem kleineren Modell zu greifen. Für unseren Test haben wir uns für einen Intel Core i5-14400F entschieden und damit für einen Mittelklasse-Chip der Raptor-Lake-Generation. Er sortiert sich exakt in der 65-W-Klasse ein und stellt insgesamt zehn Kerne bereit, die sich aus sechs schnellen Performance- und vier sparsamen Effizienz-Kernen zusammensetzen. Dabei machen sich diese mit einem Basis- und Turbo-Takt von 1,8 bis 4,7 GHz ans Werk und können auf einen 20 MB großen Smart-Cache zurückgreifen. Gefertigt wird der Chip im Intel-7-Verfahren, einem optimierten 10-nm-Prozess. 

Als klassischer Vertreter mit F-Klassifizierung verfügt der Intel Core i5-14400F über keine integrierte Grafiklösung. Hierfür gibt es im ECS Liva P500 H610 ohnehin einen PCI-Express-x16-Slot für dedizierte 3D-Beschleuniger. Dabei gilt es jedoch ein paar Größenbeschränkungen zu beachten, denn das Gehäuse nimmt Grafikkarten maximal mit Abmessungen von 225,5 x 123,2 x 40,1 mm auf und macht auch bei der Stromversorgung Einschränkungen. Wer das standardmäßig mitgelieferte 180-W-Netzteil benutzt, muss eine Grafikkarte ohne zusätzlichen PCI-Express-Stromstecker verwenden und damit ein Modell, welches maximal 75 W erreicht. Mit dem optional erhältlichen 240-W-Netzteil sind auch Modelle mit zusätzlichem 6- oder 8-Pin-Stecker möglich. Damit wären theoretisch sogar die Low-Profile-Varianten mit RTX-50-Chip, wie wir sie kürzlich im Test hatten, möglich. 

Da wir von ECS lediglich die kleine Netzteil-Variante für unseren Test erhalten hatten, mussten wir auf ein kompaktes Low-Profile-Modell ohne zusätzliche Stromversorgung zurückgreifen. Wir haben uns für die Sparkle Arc A380 Genie aus unserem Fundus entschieden. Dabei handelt es sich um ein Modell der ersten Intel-Generation, die 2022 als Alchemist auf den Markt kam. Zur Verfügung stehen insgesamt acht Xe-Cores mit 1.024 Shadereinheiten, die auf einen 6 GB großen GDDR6-Videospeicher zurückgreifen können, der über einen 96 Bit schmalen Datenbus angeschlossen ist und zusammen mit Taktraten von 1.937 MHz eine Speicherbandbreite von 186 GBit/s erreicht. Die Taktraten werden mit 2.000 MHz angegeben. Die TDB wird auf 75 W beziffert, in der Praxis erreichen solche Modelle jedoch geringere Werte.

Bei der Intel Arc A380 handelt es sich also eher um ein Einsteigermodell, welches deutlich langsamer agiert als das ursprünglich geplante RTX-50-Modell. Für grafisch weniger anspruchsvolle und für ältere Spieletitel dürfte der Chip immerhin noch für die FullHD-Auflösung schnell genug sein. Und falls nicht, hilft Intels Upscaling-Technologie XeSS nach. 

Aufseiten des Speichers haben wir auf unsere üblichen Komponenten, die wir bei aktuellen Barebones einsetzen, zurückgegriffen. Und da stießen wir bereits auf die erste Limitierung. Denn die Lexar SSD NM990 ist eigentlich ein PCI-Express-Gen5-Modell, das theoretisch Datenübertragungsraten jenseits der 14-GB/s-Marke erreichen kann. Da der Slot des ECS Liva P500 H610 lediglich die dritte Generation beherrscht, fallen die sequenziellen Lese- und Schreibraten im Test erheblich niedriger aus. Im Schnitt sind nur knapp unter 4 GB/s möglich. Die SSD wird also in ihren Möglichkeiten beschnitten. 

Gleiches gilt für den Arbeitsspeicher. Hier haben wir herkömmliche SO-DIMM-Module von Crucial verbaut. Das Kit ist eigentlich für 5.600 MHz bei CL46 und 1,1 V spezifiziert. Zu diesen Eckdaten war das System allerdings nicht zu bewegen. Lauffähig war es nur mit dem Standard-Profil mit 4.800 MHz, womit auch hier etwas Leistung verschenkt wurde. Viel schlimmer noch: Nachdem wir die eigentlich gewünschten Settings im BIOS einstellten, startete das System gar nicht mehr und spuckte lediglich ein Doppelpiepsen aus, was auf eine falsche Speicherkonfiguration hindeutete. Erst nach dem Herausnehmen der BIOS-Batterie konnten wir das System wieder lauffähig machen. Ärgerlich: Da sich die Batterie auf der Rückseite unterhalb des WiFI-Moduls befindet und nicht frei zugänglich ist, mussten wir den gesamten Aufbau zerlegen – inklusive der schmalen Flachbandkabel für das SATA-Laufwerk oder die WLAN-Antennen mit ihren filigranen Anschlüssen. Für Anfänger ist das nichts. 

Theoretisch lässt sich im ECS Liva P500 H610 ein 2,5-Zoll-Laufwerk mit SATA-Verbindung verbauen. Es gibt also durchaus einige Möglichkeiten, den Aufbau den eigenen Vorstellungen nach zu bestücken. 

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