TEST

ECS Liva P500 H610 im Test

Mini-PC mit Desktop-Hardware und viel möglicher Performance

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Der ECS Liva P500 H610 legt einen interessanten Spagat hin: Zum einen will er ein kompakter Mini-PC mit vielen Anschluss- und Ausstattungs-Optionen sein, zum anderen aber auch ein leistungsstarkes Desktop-System für den produktiven Alltag, Multimedia und sogar fürs Gaming. Damit positioniert er sich zwischen einem reinen Office-System und einer vollwertigen Workstation bis zu einem Spielerechner, wobei letztlich die Hardware darüber entscheidet, denn verfügbar ist das System als teilbestücktes Barebone. Ob diese Mischung aufgeht, klärt unser ausführlicher Test.

Der ECS Liva P500 H610 ist ein teilbestücktes Barebone mit kompakten Abmessungen, das auf dem Intel-H610-Chipsatz aufbaut und damit sämtliche Core-Prozessoren der 12., 13. und 14. Generation in seinem LGA1700-Sockel aufnimmt – sofern diese eine TDP von 65 W nicht überschreiten. Um die Kühlung kümmert sich ein aufwendiger Heatpipe-Kühler mit drei Lüftern. Außerdem lässt sich eine kompakte Grafikkarte mit maximalen Abmessungen von 225,5 x 123 x 40,1 mm im klassischen PCI-Express-x16-Slot unterbringen und damit echte Desktop-Leistung abrufen. Theoretisch sind sogar die Low-Profile-Modelle auf RTX-50-Basis einsetzbar, wie wir sie zuletzt im Test hatten. Wer die maximale Desktop-Performance abrufen möchte, der benötigt für die zusätzliche Stromversorgung der Grafikkarte, ein separat erhältliches 240-W-Modell. Wer hingegen einen Grafikbeschleuniger mit einer TGP von maximal 75 W oder sogar eine CPU mit iGPU einsetzt, kann das standardmäßige 180-W-Netzteil anschließen.

Aufseiten des Speichers sind einige verschiedene Konfigurationsmöglichkeiten denkbar: So nimmt das System zwei SO-DIMM-Module für DDR5-Arbeitsspeicher auf und lässt sich mit einer NVMe-SSD bestücken, wobei diese maximal per PCIe-Gen3x4 angebunden wird. Dafür ist ein zusätzliches 2,5-Zoll-Laufwerk per SATA-Verbindung möglich. Zur weiteren Grundausstattung gehören ein WiFi- und Bluetooth-Modul, aber auch zahlreiche Anschlüsse und Schnittstellen wie USB-C, klassische USB-A-Ports, schnelles 2,5-GBit/s- und 1,0-GBit/s-Ethernet im Doppelpack oder HDMI und DisplayPort. Sogar ältere Schnittstellen wie ein VGA-Port oder serielle Ports für den industriellen Einsatz sind vorhanden. Bis zu drei externe Monitore können angeschlossen werden. Über den x1-Steckkartenslot lassen sich weitere Erweiterungskarten verwenden. Außerdem ist ein Nano-SIM-Kartenslot integriert. 

Insgesamt bringt es der ECS Liva P500 H610 auf Abmessungen von 250 x 200 x 95 mm und kommt somit auf ein Volumen von 4,75 l. Damit ist er zwar nicht ganz so klein wie die klassischen Mini-PCs von Geekom, MSI oder Gigabyte, für ein Desktop-System jedoch noch immer äußerst kompakt und deutlich flexibler, was die verwendete Hardware anbelangt. 

In Deutschland wird das System zunächst mit Intel Core i5, 1 TB SSD und 32 GB Arbeitsspeicher sowie mit Windows 11 Pro für 759 Euro erhältlich sein. Zu einem späteren Zeitpunkt sieht der Hersteller auch ein Leergehäuse ohne Hauptkomponenten vor, kann dafür jedoch noch keinen Preis nennen.

Wir haben das System ohne CPU und Speicher für unseren Test erhalten. Hinzu kommen also Kosten für CPU, GPU und Speicher sowie für das Betriebssystem.

ECS Liva P500 H610
Hardware
Prozessor: Intel 12th, 13th & 14th Gen Core Prozessor für Sockel LGA1700
maximal 65 W TDP (Intel Core i5-14400 vorinstalliert)
Mainboard:ECS H610H7-IS1
Arbeitsspeicher: 2 x SO-DIMM DDR5, bis zu 128 GB (32 GB vorinstalliert)
Grafikkarte: 1x PCIe x16 Gen5
maximal 225,5 x 123,2 x 40,1 mm
maximal 75 W TGP (ohne Netzteil)
Zusätzlicher 240-W-Adapter für GPUs über 75 W
Massenspeicher: 1x M.2 2280 SATA3/PCIe Gen3 x 4 NVMe-SSD (1 TB vorinstalliert)
1x SATA 2,5-Zoll-HDD
Soundkarte: Onboard
Netzteil: 180 W extern
Kühlung und Gehäuse
Gehäuse: Liva P500
250 x 200 x 95 mm
CPU-Kühler:Luftkühlung
Sonstiges
Sonstiges: VESA-Halterung
Software
Software: (Windows 11 Pro)
Preis
Gesamtpreis: 759 Euro

Für unseren Test haben wir den ECS Liva P500 H610 mit einem zehn Kerne starken Intel Core i5-14400F aus der Raptor-Lake-Generation bestückt und diesem eine Intel Arc A380 im Low-Profile-Format mit 6 GB Videospeicher zur Seite gestellt. Die macht zwar keine großen Sprünge, dürfte für Gelegenheitsspieler dennoch ausreichend schnell sein, zumal Beschleunigungstechniken wie XeSS unterstützt werden. Dazu gibt es insgesamt 32 GB DDR5-Arbeitsspeicher mit 5.600 MHz und eine NVMe-SSD mit 2 TB Speicherplatz. 

Wie sich das System im Arbeits- und Spielealltag schlägt, das klärt dieser Hardwareluxx-Test auf den nachfolgenden Seiten. Wir haben den ECS Liva P500 H610 durch unseren altbekannten Benchmark-Parcours geschickt und ihn auf Herz und Nieren getestet. 

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