Seite 2: Die Toshiba TR200 im Detail

Auch wenn die Toshiba TR200 kein OCZ mehr in Namen trägt – ganz verschwunden ist die Marke auch von diesem Laufwerk nicht, denn auf dem Gehäuseaufkleber befindet sich noch das bekannte OCZ-Logo.

Das Innere der Toshiba TR200 ist weitgehend unspektakulär. Auf der Vorderseite befinden sich der Controller und vier Speicherbausteine, auf der Rückseite vier weitere. Was fehlt ist ein externer DRAM-Cache.

Die meisten Controller verwenden hier ein LPDDR3-Modul um Verwaltungsdaten zwischenzuspeichern und so eine höhere Performance zu erreichen, doch ist auch der Verzicht auf einen zusätzlichen Cache keine Neuheit: Bereits der inzwischen praktisch nicht mehr erhältliche SandForce-Controller hat auf ein Design ohne externen Cache gesetzt.

Die Toshiba TR200 kommt mit einer dreijährigen Garantie. Die Garantie endet vorzeitig, sollte die vom Hersteller spezifizierte Schreiblast (TBW) überschritten werden. Die folgende Tabelle zeigt einen Vergleich der TBW-Werte verschiedener SATA-SSDs.

Maximale Schreiblast (TBW)
Kapazität / GB120-128240-275480-525960-1.0002.000
Samsung 750 EVO 35 TB 70 TB 100 TB - -
Toshiba TR200 - 60 TB 120 TB 240 TB -
Samsung 850 EVO - 75 TB 150 TB 150 TB 300 TB
Crucial MX300 - 80 TB 160 TB 360 TB 400 TB
Samsung 960 EVO - 100 TB 200 TB 400 TB -
Western Digital Blue - 100 TB 200 TB 400 TB -
Intel SSD 600p 72 TB 144 TB 288 TB 576 TB -
ADATA SX8000 80 TB 160 TB 320 TB 640 TB -
Samsung 960 PRO - - 400 TB 800 TB 1,2 PB
Zotac Sonix SSD - - 698 TB - -
Corsair MP500 175 TB 349 TB 698 TB - -

Die praktische Relevanz des TBW-Werts ist allerdings eher gering, denn zum Einen erreicht man diesen Wert selbst als Power-User kaum, zum Anderen ist davon auszugehen, dass der Speicher ein Vielfaches der spezifizierten Schreibvorgänge aushält. Den Herstellern geht es beim TBW-Wert vor allem darum, den Einsatz in Servern und Enterprise-Umgebungen einzuschränken.

Wie bei praktisch jedem Laufwerk gehört auch bei der Toshiba TR200 ein Pseudo-SLC-Cache zur Ausstattung. Ein Teil des Speichers wird mit nur einem statt drei Bits programmiert, was die Performance kurzfristig steigert. Wie groß der Einfluss des SLC-Caches ist, hängt nicht zuletzt davon ab, wie sich das Laufwerk verhält, wenn dieser Cache voll ist. Denn dann ist der Controller gezwungen, die ankommenden Daten direkt in den langsameren TLC-Speicher zu schreiben.

Am einfachsten lässt sich der SLC-Cache untersuchen, wenn das Laufwerk sequenziell mit Daten gefüllt wird. Ist der Cache voll, bricht die Performance ein.

de TOSHIBA TR200 0.csv 500

Nach diesem Test ist der SLC-Cache der Toshiba TR200 ungefähr 14 GB groß. Danach bricht die Geschwindigkeit ein, weil die Zellen direkt mit drei statt nur mit einem Bit programmiert werden müssen.