Seite 3: Gehäuse, Tastatur und Touchpad

Optisch zeigt sich das MSI GT76 Leopard 10UE erstaunlich schlicht. So setzt man durchgehend auf eine schwarz-graue Farbgebung, selbst auf dem Bildschirmdeckel gibt es nur ein leicht schimmerndes Hersteller-Logo. Insgesamt belaufen sich die Abmessungen auf 397 x 284 x 25,9 mm, womit der Gaming-Bolide zwar etwas kompakter als so manches Desktop-Replacement ausfällt, jedoch nicht ganz so kompakt wie die aktuellen Trend-Geräte ist. Es handelt sich um einen waschechten Gaming-Boliden. Das Gewicht fällt mit 2,9 kg ebenfalls nicht gerade leicht aus.

Die Verarbeitung ist, wie man es von MSI inzwischen gewohnt ist, hervorragend. Das Metallgehäuse erweist sich als ausgesprochen stabil, selbst auf stärkeren Druck hin gibt das Gehäuse an keiner Stelle nach. Alle Spaltmaßen sind hervorragend herausgearbeitet, scharfe Ecken oder Kanten gibt es nicht. Die beiden Displayscharniere zeigen sich sehr verwindungssteif, ermöglichen aber trotzdem eine bequeme Einhand-Bedienung. Eine Wartungsklappe, über die man schnellen Zugriff auf den Speicher gehabt hätte, gibt es beim neuen GP76 Leopard nicht. Dafür finden sich an der Unter- sowie Rückseite zahlreiche Lüftungsschlitze für die Kühlung. MSI setzt auf ein Hingeforward-Design, bei dem der Bildschirm etwas nach vorne gerückt auf der Baseunit angebracht ist und der dadurch frei gewordene Platz im hinteren Bereich voll für die Kühlung genutzt werden kann.

Für die Kühlung zeichnet sich die Cooler-Boost-5-Technik verantwortlich. Dabei setzt MSI auf ein Zwei-Kammersystem mit jeweils eigenen Lüftern für Prozessor und Grafikkarte. Insgesamt kümmern sich sechs dicke Kupfer-Heatpipes um den Abtransport der Abwärme, nach außen wird diese über die Seiten, Rückseite und Unterseite befördert. Arbeits- und Massenspeicher lassen sich einfach austauschen, der Akku ist jedoch fest verbaut, was einen Austausch erschwert. Allgemein muss hierfür die gesamte Unterseite abgenommen werden, was in der Praxis jedoch recht einfach von der Hand geht.

Anschlüsse

Auf Seiten der Anschlüsse hat das MSI GP76 Leopard 10UE eigentlich alles zu bieten, was das Gamerherz begehrt. Auf der Rückseite stellt der 17-Zöller besonders klobige Anschlüsse wie den 2,5-GBit/s-Port, HDMI oder den proprietären Ladenanschluss für das externe 230-W-Netzteil bereit. Auch eine moderne TypC-Schnittstelle nach USB 3.2 Gen2 ist dort untergebracht.

Auf der rechten Geräteseite gibt es zwei weitere USB-Schnittstellen nach Typ-A, gegenüberliegend finden sich eine dritte Buchse sowie eine 3,5-mm-Klinkenbuchse für den Anschluss eines Headsets. Hier wären zwei separate Anschlüsse sicherlich die bessere Lösung gewesen. Einen Kartenleser hat man leider gänzlich ausgespart. Lediglich ein Kensingtonlock für den Diebstahlschutz ist noch angebracht. Drahtlos wird per WiFi 6 und Bluetooth kommuniziert. Thunderbolt 3 gibt es nicht.

Tastatur und Touchpad

Bei der Tastatur hat sich MSI einmal mehr mit SteelSeries zusammengetan. Beide Hersteller setzen auf einfache Chiclet-Tasten, die jedoch über einen spürbaren Druckpunkt bei mittlerem Hub verfügen und so selbst längere Schreibphasen auf dem 17-Zöller bequem möglich machen. Die Tasten sind mit 15 x 15 mm ausreichend groß dimensioniert und in der Regel im Abstand von 3 mm angebracht. Für eine gute Ablesbarkeit in dunklen Räumen sorgt die integrierte RGB-Hintergrundbeleuchtung, die sich sogar für jede Taste einzeln konfigurieren lässt. Sie ist sehr gleichmäßig und leuchtstark. 

Schade, dass MSI abermals nicht auf ein Standard-Layout setzt, was im Praxisalltag ein wenig Umstellung erfordert, denn die Enter-Taste fällt etwas kleiner aus, die Pfeiltasten sind direkt im Layout integriert und die linke FN-Taste wird gänzlich ausgespart. Die Beschriftung wirkt stellenweise etwas überladen und lässt sich somit schlecht ablesen. Dafür ist ein vollwerter Nummernblock mit von der Partie, wenngleich die Tasten hier etwas kleiner ausfallen.

Der Mausersatz bringt es auf Abmessungen von 106 x 67 mm und ist leicht nach links versetzt, direkt unterhalb der SteelSeries-Tastatur positioniert. Das Klickpad erlaubt den linken und rechten Mausklick direkt im Touchpad, dedizierte Maustasten gibt es nicht. Die glatte Oberfläche ermöglicht eine schnelle und präzise Umsetzung von Multitouchgesten, verliert an den Ecken und zu den Rändern hin jedoch etwas an Präzision. Zudem muss man vergleichsweise viel Kraft aufwenden, um einen Mausklick zu betätigen. Ambitionierte Spieler dürften ohnehin einen echten Gaming-Nager via USB anschließen.