Seite 1: MSI GS65 Stealth Thin im Test: Schick, schnell, aber auch sehr heiß

msi gs65 thin 8rf-teaserDer Schlankheits- und Schönheits-Wahn im Bereich der Gaming-Notebooks geht weiter. Nachdem NVIDIA mit seinen Max-Q-Grafikkarten quasi den Grundstein gelegt hatte, ASUS mit seinem ROG Zephyrus GX501 mit gutem Beispiel voran ging und auch Gigabyte mit seinem Aero 15X v8 auf den Trend aufsprang, hat nun auch MSI einen äußerst kompakten und leichten Gaming-Boliden mit schicker, schlichter Optik und besonders schmalen Bildschirmrändern im Programm. Wie sich das GS65 Stealth Thin 8RF gegen die Konkurrenz schlägt, das erfährt man in diesem Hardwareluxx-Artikel. 

Sowohl das ASUS ROG Zephyrus GX501, als auch das Gigabyte Aero 15Xdas Acer Predator Triton 700 und jetzt auch das MSI GS65 Stealth Thin 8RF haben eines gemeinsam: Sie bieten allesamt Leistung satt, um auch die neusten Spielekracher problemlos in den höchsten Grafikeinstellungen auf den Bildschirm zu bringen, sind aber trotzdem äußert kompakt und leicht, um auch als täglicher Wegbegleiter zu dienen. Obendrein weichen sie von der aggressiven Gamer-Optik ab und machen dank schlichter Design-Struktur und hochwertiger Materialwahl einiges her, um auch den anspruchsvollen Workaholic auf ihre Seite zu ziehen. Sie sind also echte Allrounder, die für nahezu jeden Einsatzzweck gerüstet sind. 

Seit der Vorstellung der neuen Coffee-Lake-H-Prozessoren, die erstmals auch Sechskern-Prozessoren in High-End-Notebooks salonfähig machten, bietet MSI ein entsprechendes Gerät an. Das MSI GS65 Stealth Thin 8RF bringt es gerade einmal auf Abmessungen von 357,7 x 247,7 x 17,9 mm und ist damit äußerst kompakt, das Gewicht beläuft sich auf vergleichsweise leichte 1,88 kg. Trotzdem hat das Gerät im Inneren einiges zu bieten: Als Basis dient natürlich der neue Sechskern-Chip von Intel, konkret setzt man auf den Core i7-8750H. Dazu gibt es 16 GB DDR4-Arbeitsspeicher und eine 512 GB große SSD für Daten. Platz für ein zweites Laufwerk ist jedoch nicht vorhanden. Bei der Grafik überlässt man dem Käufer die Wahl zwischen einer NVIDIA GeForce GTX 1060 und einer GeForce GTX 1070 Max-Q. Das Display misst trotz der kompakten Bauweise 15,6 Zoll in der Diagonalen und löst mit Full-HD-Auflösung auf. Zum Einsatz kommt stets ein flottes IPS-Panel mit 144 Hz – ideal für Gamer.

Für unseren Test versorgte man uns natürlich mit einem seiner Flaggschiff-Modelle, welches in unserer Konfiguration von MSI für etwa 2.300 Euro angeboten werden dürfte – zumindest kommt die Variante mit der Bezeichnung "0016Q2-019" unserem US-Modell am nächsten, kann aber auch mit einer schnelleren PCI-Express-SSD aufwarten, während unser Modell nur über SATA angebunden wird. Angetrieben wird das Testgerät von einem Intel Core i7-8750H, einer NVIDIA GeForce GTX 1070 Max-Q und insgesamt 16 GB RAM sowie 512 GB an Flashspeicher für das Betriebssystem und die wichtigsten Programme.

Edle Optik, verbesserungswürdige Verarbeitung

Trotz seiner leistungsfähigen Gamer-Hardware will das MSI GS65 Stealth Thin 8RF kein typisches Gaming-Notebook sein, sondern auch für all diejenigen interessant sein, die auch unterwegs auf eine hohe Rechenpower zurückgreifen möchten. Das wird vor allem beim Design deutlich. Während die großen Gaming-Boliden des Herstellers in den letzten Jahren immer wieder mit einer aggressiven Optik auf sich aufmerksam machten, ist das Stealth Thin ungewöhnlich schlicht. Die eckigen Kanten am Gehäuse gibt es nicht mehr und auch die dicken Lufteinlässe fehlen. 

Stattdessen setzt man auf ein schlicht schwarzes Metall-Chassis, das hier und da mit goldenen Farbakzenten aufgelockert wird. Dazu zählen die Ränder am Bildschirmdeckel, aber auch die Streben an den eher dezenten Lufteinlässen an den beiden Seiten. Natürlich ist auch das Logo vergoldet. MSI setzt hier auf sein bekanntes Drachen-Emblem. Ein Indiz dafür, dass es sich trotz der edlen Optik um ein echtes Gaming-Notebook handelt. 

Mit einer Bauhöhe von nur 17,9 mm ist das MSI GS65 Stealth Thin etwas dünner als das Gigabyte Aero 15X v8, aber auch etwas dicker als das ASUS ROG Zephyrus GX501. Für ein Gaming-Notebook dieser Leistungsklasse ist das äußerst kompakt. Beim Gewicht, das MSI mit gerade einmal 1,88 kg angibt, schlägt man die Konkurrenz im wahrsten Sinne des Wortes mit Leichtigkeit. Das Gigabyte-Modell bringt rund 2,0 kg auf die Waage, beim ASUS-Gerät sind es weitere 300 g mehr. Bei der Verarbeitung kann das MSI GS65 Stealth Thin jedoch nicht ganz mit der Konkurrenz mithalten.

Zwar setzt man auf ein hochwertiges Metall-Gehäuse, dieses lässt sich jedoch vor allem im Bereich des Power-Knopfes direkt über der Tastatur, aber auch im Bereich der Lüftungsschlitze an der Unterseite recht einfach eindrücken und neigt zu Knack- und Knarz-Geräuschen. Die beiden Displayscharniere sind ebenfalls viel zu leichtgängig, was störende Nachwackler im Zug oder Flugzeug verursacht. Scharfe Kanten oder störende Spaltmaße gibt es jedoch nicht.

Für ein Notebook, für das über 2.000 Euro auf den Ladentisch gelegt werden müssen, kann man da schon mehr erwarten. Die Verarbeitungsqualität gegenüber unserem Vorserien-Gerätes hat sich leider nicht merklich verbessert.

Aufgrund der schmalen Bildschirm-Ränder von unter 5 mm schafft es MSI, ein 15,6-Zoll-Display in einen 14-Zoll-Formfaktor zu packen. Dieses löst mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten auf und ist ein schnelles IPS-Panel mit 144 Hz. G-Sync gibt es zugunsten von NVIDIAs Optimus-Technologie jedoch nur über die beiden Videoausgänge. Aus Platzgründen musste jedoch der sonst übliche Nummernblock eingespart werden.

Die Tasten sind mit 16 x 16 mm erfreulich groß und im Abstand von etwa 3 mm angebracht. Das ermöglicht ein treffsicheres Tippen. Wie schon bei den Modellen der GE- und GS-Serie setzt man auf die Expertise von SteelSeries. Die Chiclet-Tasten verfügen über einen knackigen Druckpunkt bei mittlerem Hub und erlauben insgesamt ein angenehmes Tippgefühl. Dabei werden sie über eine RGB-Hintergrundbeleuchtung angenehm beleuchtet, die sich für jede Taste einzeln über die SteelSeries-Engine-Software einstellen lässt. Ab Werk setzt MSI auf eine schlichte, einfarbige Beleuchtung, deren Orange-Gold-Mix an die kleinen Farbakzente am Gehäuse erinnert. Das optische Gesamtbild ist somit stimmig.

Schlichte RGB-Tastatur und gutes Touchpad

Da unser Testmuster über ein US-Layout verfügt, bei dem die Enter-Taste nur einzeilig ausfällt und Y und Z vertauscht sind, können wir über das Layout nur wenig sagen. Die deutsche Version ist recht ähnlich zum US-Modell, wobei die Windows-Taste im Gegensatz zu vielen anderen MSI-Notebooks wieder nach links gerückt ist, was wir immer wieder kritisiert hatten. Auf ein Standard-Layout aber setzt man noch immer nicht.

Das Touchpad des GS65 Stealth Thin 8RF hinterlässt, wie man es bei MSI gewohnt ist, einen guten Eindruck. Dieses ist mit 105 x 71 mm ausreichend groß dimensioniert, leicht nach links gerückt und verfügt über gute Gleiteigenschaften, wenngleich die Oberfläche zu stark angeraut ist. Präzision und Zuverlässigkeit sind hervorragend und das auch an den Rändern und in den Ecken. Alle erdenklichen Multitouch-Gesten werden problemlos verstanden. Dedizierte Tasten für den linken und rechten Mausklick gibt es nicht, dafür klickt das Touchpad laut und gibt ein gutes Feedback ab.

Mit einer Bauhöhe von nur 17,9 mm ist das MSI GS65 Stealth Thin für ein High-End-Gaming-Notebook ausgesprochen schlank. Trotzdem fällt die Kühlung vergleichsweise unauffällig aus und das obwohl ein Intel Core i7-8750H und eine NVIDIA GeForce GTX 1070 in der Max-Q-Version verbaut sind. Um die Kühlung kümmern sich insgesamt drei Radiallüfter, die ihre Frischluft jeweils über die Seiten anziehen und an der Rückseite aufgewärmt wieder nach draußen befördern. 

Anschlussseitig hat das MSI GS65 Stealth Thin alles zu bieten, was das Gamer-Herz begehrt. Etwas ärgerlich ist der Wegfall des SD-Kartenlesers, welchen MSI wohl aus Platzgründen eingespart hat. Auf der rechten Seite bietet das Gerät zwei USB-3.1-Schnittstellen, zwei vergoldete 3,5-mm-Klinkenbuchsen für den Anschluss eines Headsets und die Gigabit-Ethernet-Schnittstelle, welche natürlich über Killer-Funktionalität verfügt und somit den Spiele-Traffic priorisiert verarbeitet. Ganz hinten ist nach den teilvergoldeten Lüftungseinlässen noch ein Kensington-Lock vorhanden.

Gegenüberliegend gibt es einen weiteren USB-Port sowie eine moderne Typ-C-Schnittstelle. Dank Coffee Lake H arbeiten im Übrigen alle USB-Ports nach USB-3.1-Gen2-Geschwindigkeit, die Typ-C-Buchse kommt obendrein mit dem Thunderbolt-3-Protokoll zurecht und erlaubt so Übertragungsraten von bis zu 40 GBit/s. Für die Videoausgabe stehen einmal HDMI und DisplayPort zur Verfügung. 

Fest verbaute Hardware ohne Wartungsklappe

Mit Strom versorgt wird das MSI GS65 Stealth Thin stationär über ein externes Netzteil mit einer Ausgangsleistung von 180 W. Wie das gesamte Notebook ist auch dieses vergleichsweise kompakt und mit nur etwa 420 g erstaunlich leicht. Für unterwegs muss ein fest verbauter 82-Wh-Stunden Akku genügen. Er soll das Gerät immerhin bis zu acht Stunden mit Strom versorgen können. 

Eine Wartungsklappe gibt es jedoch nicht. Für ein Speicher-Upgrade muss somit die gesamte Unterseite abgenommen werden. Die beiden Speicherbänke sind zwar schon belegt, jedoch ließe sich ein weiteres M.2-Laufwerk unterbringen.