Seite 2: Leistung, Laufzeit, Kühlung

Der Blick auf das Gehäuse zeigt, dass beim MSI GS73VR 7RG-003 Stealth Pro 4K keinerlei Abstriche bei der Verarbeitungsqualität gemacht werden müssen. Wie es um die Leistungsfähigkeit der Hardware bestellt ist und wie die Kühlung ausfällt, schauen wir uns nun näher an.

Systemleistung

Wie in den meisten Gaming-Notebooks werkelt auch im MSI GS73VR 7RG Stealth Pro ein Intel Core i7-7700HQ. Während in den sparsamen Ultrabooks schon ein neuer Kaby-Lake-Refresh-Prozessor zum Einsatz kommt, basiert dieser noch auf der normalen Kaby-Lake-Architektur. Die H-Modelle wurden von Intel allerdings auch noch nicht auf Kaby Lake Refresh umgestellt, womit MSI hier auf die neueste Generation setzt. Der Intel Core i7-7700HQ läuft somit im 14-nm-Verfahren vom Band und bringt es auf vier Rechenkerne, die dank SMT-Support jeweils zwei Threads zur gleichen Zeit abarbeiten können. Dabei machen sich die vier Rechenkerne mit einem Basis- und Turbo-Takt von 2,8 bis 3,8 GHz ans Werk und können auf einen klassenüblichen 6 MB großen L3-Cache zurückgreifen. Der Zwischenspeicher in zweiter Reihe bringt es hingegen auf eine Größe von 2 MB, der Daten- und Instruktionscache in der ersten Reihe fasst jeweils 32 KB an Daten.

Die maximale Leistungsaufnahme gibt Intel mit 45 W TDP an. Diese Grenze wird von unserem Testmuster in der Praxis unter Volllast auch ausgereizt. Eine integrierte Intel HD Graphics HD 630 gibt es beim Core i7-7700HQ ebenfalls, die wäre für ein Gaming-Notebook jedoch viel zu langsam.

An den Speichercontroller der Kaby-Lake-CPU hat MSI zwei SODIMM-Module angeschlossen, die im schnellen Dual-Channel-Modus mit einer Taktfrequenz von 2.400 MHz betrieben werden und es auf eine Gesamtkapazität von 16 GB bringen. Damit erreicht das MSI GS73VR 7RG-003 Stealth Pro 4K eine Speicherbandbreite von 23,15 GB/s. Die M.S-SSD bringt es auf eine durchschnittliche Lese- und Schreibgeschwindigkeit von sehr guten 3.198,7 bzw. 1.667,8 MB/s. Die zusätzliche 2-TB-Festplatte ist hingegen nicht ganz so schnell. Sie liest und schreibt Daten mit 139,7 respektive 122,5 MB/s – für aktuelle Spieletitel ist das natürlich noch schnell genug.

Damit bringt es das MSI GS73VR 7RG-003 Stealth Pro 4K im Komprimierungstest von 7-Zip auf sehr gute 21.085 MIPS und leistet damit überdurchschnittliches, denn vereinzelt scheitern Gaming-Notebooks schon an der 20.000er-Marke. Der Intel Core i7-7700HQ schließt die beiden Rendervorgänge von Cinebench R11.5 und Cinebench R15 im Multicore-Setting jeweils mit 8,19 und 735 Punkten ab und liegt damit im guten Durchschnitt. Ausreißer nach unten gibt es bei der Alltagsperformance unseres heutigen Gaming-Notebooks damit nicht. 

Cinebench 15

CPU

Punkte
Mehr ist besser

PCMark 10

Home

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Gaming-Leistung

Ein Highlight des MSI GS73VR 7RG Stealth Pro ist natürlich die Grafikkarte. Hier setzt MSI auf die zweitschnellste Max-Q-Lösung, welche gegenüber den regulären Pascal-Chips weiter auf Effizienz und Sparsamkeit getrimmt wurde. Im Vergleich zur regulären Variante soll sie aufgrund reduzierter Taktraten nur etwa 10 bis 15 % langsamer arbeiten, gegenüber der GeForce GTX 1060 jedoch kräftig zulegen.

Die NVIDIA GeForce GTX 1070 Max-Q basiert weiterhin auf der 7,2 Milliarden Transistoren starken GP104-GPU, die im 16-nm-FinFET-Verfahren bei TSMC vom läuft und mit Blick auf die Einheitenzahl fast 1:1 dem Desktop-Gegenstück entspricht. Während Letztere mit 1.920 Shadereinheiten bestückt ist, bringt es die Max-Q-Lösung auf derer 2.048 Rechenwerke. Die Taktraten für Chip und Speicher fallen jedoch deutlich niedriger aus. Laut GPUz arbeitet der Grafikchip unseres Testmusters mit einem Basis- und Boost-Takt von 1.101 bzw. mindestens 1.266 MHz. In der Praxis werden problemlos 1.278 MHz erreicht. Insgesamt aber taktet die Max-Q-Variante noch einmal etwas niedriger als die reguläre Notebook-Version. Das Modell von Gigabyte erreicht hier gut und gerne 1.500 MHz. 

Beim Speicherausbau gibt es gegenüber der Desktop-Variante und der regulären GeForce GTX 1070 keine weiteren Anpassungen. Auch die Max-Q-Version unseres MSI GS73VR 7RG Stealth Pro kann auf einen 8 GB großen GDDR5-Videospeicher zurückgreifen, welchen die beiden Hersteller über ein 256 Bit breites Interface binden. Zusammen mit einem Takt von 2.002 MHz erreicht die Grafiklösung somit eine Speicherbandbreite von 265,3 GB/s.

Die neuesten Spielekracher sind für die NVIDIA GeForce GTX 1070 Max-Q und damit für das MSI GS73VR 7RG-003 Stealth Pro 4K keine allzu großen Probleme. In Full-HD-Auflösung und damit in 1.920 x 1.080 Bildpunkten laufen Spiele wie Grand Theft Auto 5, The Witcher 3, Call of Duty: WWII oder Wolfenstein 2 stets mit über 60 Bildern pro Sekunde über den Bildschirm. Wer hingegen in der nativen 4K-Auflösung mit 3.840 x 2.160 Bildpunkten spielt, der sollte je nach Benchmark und Spiel die Grafikeinstellungen etwas reduzieren, ansonsten sind in einigen Titeln nur noch etwa 25 FPS möglich. Für ein High-End-Notebook mit diesen kompakten Abmessungen und der schlichten Optik sind das aber noch immer sehr gute Werte. 4K bzw. UHD bleibt die Königsdisziplin bei aktuellen Grafikkarten.

Call of Duty: WWII

1.920 x 1.080 – Extra Settings

107.6 XX


86 XX
Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

The Witcher 3

1.920 x 1.080 - High Settings

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

GTA V

1.920 x 1.080 - High Settings

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Die Software-Ausstattung

Sehr lobenswert! Mit Ausnahme einer Demo-Version von Microsoft Office 365 sind auf unserem Testgerät zum MSI GS73VR 7RG Stealth Pro keinerlei unnötigen Software-Programme, Demoversionen oder gar Bloatware-Programme installiert. Im Gegenteil: Auf dem Gerät findet sich einiges an sinnvoller Software. Ein Highlight ist das MSI-eigene Dragon Center. Darüber lassen sich einige der wichtigsten Systemparameter auslesen und einstellen. So gibt das Tool nicht nur Auskunft über die Auslastung von CPU, GPU, Festplatte und Speicher und listet deren Temperaturen übersichtlich auf, sondern erlaubt auch auf den Leistungsmodus Einfluss zu nehmen, oder aber die Lüftergeschwindigkeit auszulesen. 

Über das App-Portal lassen sich häufig genutzte Programme mit nur einem Klick starten, die RGB-Hintergrundbeleuchtung lässt sich ebenfalls über das Dragon Center konfigurieren. Jedoch kann die Tastatur nur noch in drei Zonen unterteilt werden, innerhalb derer Farbe und Effekt bestimmt werden können. Im Systemtuner kann die Lüftergeschwindigkeit und damit die Lautstärke reguliert oder der Nahimic Audio Enhancer aktiviert werden. Sogar die Windows-Taste kann gamerfreundlich abgestellt werden. Wer mag, kann die Anwendung auch mit seinem Smartphone koppeln und somit die wichtigsten Parameter bequem vom Smartphone aus überwachen und regulieren. 

Ansonsten hat MSI die Tools für die beiden Killer-Netzwerkchips, die Thunderbolt-3-Software, das Tool für den Nahimic-Audio-Enhancer und True Color, womit sich die Farbtemperatur des Displays optimieren lässt, vorinstalliert. Ein Recovery-Medium lässt sich natürlich ebenfalls noch erstellen.

Teilweise hohe Temperaturen

Ein typisches Problem der GS-Serie von MSI bleibt: Die hohen Temperaturen. Prozessor und Grafikkarte werden unter Last sehr heiß. Die NVIDIA GeForce GTX 1070 Max-Q erreicht während unserer Tests Höchsttemperaturen von 70 °C, der Intel Core i7-7700HQ wird sogar bis zu 94 °C heiß. Gedrosselt wird allerdings nur bedingt. Während der Prozessor stets mit 2,8 GHz arbeitet und sich damit strikt an die Vorgaben des Chipriesen hält, geht der Grafikprozessor deutlich in die Knie. Unter praxisferner Volllast sinkt der Takt auf etwa 580 MHz ab. Immerhin: In Spielen sind meist 1.278 MHz problemlos machbar.

Die heißen Temperaturen sind stellenweise auf der Oberseite spürbar. Im zweiten Quadranten auf der Unterseite und damit genau zwischen Grafikkarte und Prozessor erreicht das Gerät eine Oberflächen-Temperatur von über 45 °C. Im Schnitt werden im Lastbetrieb zwischen 29 und 32 °C erreicht. Im Bereich der Tastatur liegt die wärmste Stelle immerhin bei knapp 35 °C. Im Leerlauf fallen die Oberflächen-Temperaturen natürlich ein gutes Stück niedriger aus. Hier haben wir durchschnittlich 25 bis 27 °C gemessen.

Die hohe Geräuschkulisse der GS-Reihe bleibt dem Max-Q-Modell ebenfalls erhalten. Schon im normalen Office-Betrieb ist unser Testmuster des GS73VR 7RG Stealth Pro mit 38,7 dB(A) vergleichsweise laut, wenn auch noch nicht störend. Im Spielebetrieb steigt die Lautstärke auf bis zu 47,2 dB(A) an, im absoluten Worst-Case-Szenario sind es 48,6 dB(A). Damit ist das Gerät etwas leiser als so manch anderes High-End-Notebook der Gaming-Klasse.

Wenig Ausdauer im Akku-Betrieb

Die durchaus stromhungrigen Komponenten zollen vor allem bei den Laufzeiten ihren Tribut. Während unser Testmuster des MSI GS73VR 7RG Stealth Pro noch 218 Minuten und damit knapp über 3,5 Stunden durchhält, sinkt die Laufzeit im Spielebetrieb auf nur noch rund 55 Minuten. Der Grund: MSI setzt auf einen vergleichsweise schwachbrüstigen 6-Zellen-Akku mit 51,3 Wh. Voll aufgeladen ist der Stromspender nach etwa zwei Stunden. Dann zieht der 17-Zöller je nach Anforderungsgebiet zwischen 13,8 und 157,4 W aus der Steckdose. Dank Max-Q sind diese Werte gegenüber einigen Konkurrenzmodellen erfreulich niedrig.