Seite 4: BIOS und Overclocking

BIOS

Zum Testzeitpunkt wurden wir von MSI mit einer aktuelleren BIOS-Version versorgt, als zu dieser Zeit auf der Webseite angeboten wurde. Es handelt sich um die Version 7C71v113, bei der MSI weitere Optimierungen für die Turbo-Modi vorgenommen hat. Mittels M-Flash konnten wir das BIOS ohne Probleme aufspielen.

Bei der UEFI-Oberfläche orientiert sich MSI am bekannten Bild. Natürlich setzt MSI hauptsächlich auf die Farben Rot und Schwarz. Unterschieden wird dabei weiterhin zwischen dem EZ- und Advanced-Modus. Auf dieser Übersichtsseite (EZ-Mode) erhält der Anwender Informationen über die CPU, den installierten Arbeitsspeicher, die angeschlossenen Storage-Geräte und über die Lüfter. Zusätzlich existieren Shortcuts zum M-Flash-Feature, zur Favorites- und Hardware-Monitor-Seite und zusätzlich Buttons, um die RGB-LED-Beleuchtung, die Debug-LED und die CPU-Fan-Warnung zu aktivieren beziehungsweise zu deaktivieren. Anders gestaltet wurde der Game-Boost-Bereich, für den MSI nun sowohl eine CPU- und XMP-Schaltfläche für die Aktivierung und Deaktivierung vorgesehen hat. Die breite Leiste oberhalb vom EZ-Mode wird auch im Advanced-Mode angezeigt, zu dem wir nun kommen.

Bei der Advanced-Oberfläche wird das neue MEG-Logo genutzt. Ganz oben auf der rechten Seite werden zu jedem Zeitpunkt das installierte Prozessormodell, dessen Taktfrequenz und die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Takt angezeigt. Unter der Uhrzeit und dem Datum kann die aktuell vorliegende BIOS-Version abgelesen werden. Darunter lassen sich ganz bequem die Boot-Prioritäten per Drag & Drop-Verfahren festlegen. Auf der linken Seite erhält der Anwender einen ersten Überblick über die CPU- und Mainboard-Temperatur.

Der erste Punkt der insgesamt sechs "Settings" stellt neben dem "System Status" die "Advanced"-Einstellungen bereit. Letzteres ist bereits grundlegend bekannt. Dort lassen sich alle Board-bezogenen Einstellungen finden, die die Onboard-Komponenten betreffen. Die Punkte "Boot", "Security" und "Save & Exit" sind dabei selbsterklärend. Das Hauptaugenmerk des Boards ist zweifelsohne das Overclocking. Die extrem umfangreichen OC-Funktionen sind im Menüpunkt "OC" zu finden. MSI lässt für den Overclocking-Enthusiasten kaum Wünsche offen. Dazu aber gleich mehr. Das integrierte M-Flash-Feature hat auch beim heutigen Testkandidaten einen eigenen Menüpunkt erhalten. Entweder lässt sich das aktuelle BIOS auf einen Datenträger speichern oder andersherum von einem Datenträger aus aktualisieren. Genauso ist es den Overclocking-Profilen ergangen. Insgesamt können sechs verschiedene OC-Konfigurationen hinterlegt werden. MSI hat auch dieses Mal an eine Import- und Export-Funktion gedacht.

Der vorletzte Punkt ist der "Hardware Monitor", der wichtige ausgelesene Daten aufzeigt wie eben die Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehgeschwindigkeiten. Zusammen mit dem CPU-FAN-Header können in der Summe fünf Lüfter gesteuert werden. Jeder Lüfter kann in vier Stufen einer automatischen oder manuellen Lüfterkurve angepasst werden. Der letzte Menüpunkt umfasst den "Board Explorer", der übersichtlich aufzeigt, in welchem Slot oder an welchem sonstigen Anschluss welche Komponente installiert ist. Dies erspart den Blick ins eigene Gehäuse und dient rein dem Komfort. Generell ist es auch möglich, die meistgenutzten Funktionen auf insgesamt fünf Favoritenseiten abzuspeichern. Mittels eines Rechtsklicks auf die jeweilige Funktion wird ein kleines Kontextmenü geöffnet, in dem der Anwender anschließend diese Funktion auf eine der fünf Seiten ablegen kann.

Auch dieses Mal konnte das UEFI von MSI auf ganzer Linie überzeugen. Sämtliche ausgewählte Einstellungen wurden problemlos und korrekt umgesetzt. Der Anwender hat dabei die Auswahl, ob er sich per Maus und/oder mit der Tastatur durch die Menüs bewegt.

Overclocking

Auf dem MSI MEG Z490 ACE erhält der Anwender eine sehr leistungsstarke CPU-Spannungsversorgung mit 16 Intersil-MOSFETs mit jeweils 90A. Für die VCore zeigen sich daher 16 Spulen verantwortlich und im BIOS sind zahlreiche Einstellungen verfügbar.

MSI erlaubt beim MEG Z490 ACE eine Veränderung des BCLK von 10,00 MHz bis 655,25 MHz. Die Intervalle betragen auch hier feine 0,012/0,013 MHz. In Sachen CPU-Spannung hat der Anwender jede Menge Optionen. So stehen ihm die Modi Override, Offset, Adaptive und auch Adaptive + Offset zur Verfügung. Im Override- und Adaptive-Modus lässt sich die Spannung von 0,600 V bis 2,155 V in 0,005-V-Schritten einstellen. Im Offset-Modus fällt der Spielraum mit -0,990 V bis +0,990 V ebenfalls sehr ansprechend aus. Neu ist der Advanced Offset Mode: Mit den festen Multiplikatoren 8, 25, 35, 43, 46, 48, 50 und 51 kann der Anwender unterschiedliche Offset-Werte hinterlegen, negativ oder positiv.

Bei den RAM-Teilern reicht es von DDR4-800 bis DDR4-8400, wobei ein Betrieb mit einer derart hohen Taktfrequenz sehr unwahrscheinlich ist.

Die Overclocking-Funktionen des MSI MEG Z490 ACE in der Übersicht
Base Clock Rate 10,00 MHz bis 655,25 MHz in 0,012/0,013-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,600 V bis 2,155 V in 0,005-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,990 V bis +0,990 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,600 V bis 2,200 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SA-Spannung 0,600 V bis 1,850 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-IO-Spannung 0,600 V bis 1,750 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-PLL-Spannung 0,600 V bis 2,200 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung - nicht möglich -
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen CPU PLL OC, CPU PLL SFR, Ring PLL SFR, SA PLL SFR, MC PLL SFR, CPU ST, CPU STG, DRAM VREF
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 60 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans, LLC Level 1-8

Aufgrund der hohen Kern-Temperaturen, war auch beim MSI MEG Z490 ACE mit dem Core i7-10700K bei 5 GHz Schluss. Doch im Vergleich zum Gigabyte Z490 Vision G (Hardwareluxx-Test) konnten wir die VCore im BIOS auf 1,265 Volt fixieren. Zusammen mit dem Load-Line-Calibration Mode 2 wurde die VCore unter Last leicht angehoben und lag dann laut CPU-Z bei 1,277 V. Durch die niedrige Effektiv-Spannung lagen die Kern-Temperaturen bei um die 90 °C, doch weit von der TJ Max war dies natürlich nicht mehr entfernt.

Wer sich Gedanken um den kleinen 30-mm-Lüfter am VRM-Kühler macht, kann ganz beruhigt sein. Während der Overclocking-Session sprang der Lüfter zu keinem Zeitpunkt an. Falls doch, lässt sich der Lüfter im BIOS glücklicherweise mit einer manuellen Lüfterkurve steuern. Doch bei einer VRM-Kühler-Temperatur von rund 60 °C ist der Einsatz des Lüfters auch noch nicht verpflichtend, wobei die Spannungswandler selbst natürlich noch ein Stück heißer unterwegs sind.

Als Arbeitsspeicher verwenden wir das 16-GB-Patriot-Viper-Steel-Kit mit DDR4-4133, das gerade für die LGA1200-Plattform eine gute Basis darstellt. Das XMP wurde vom MSI MEG Z490 ACE problemlos in die Tat umgesetzt. Anschließend haben wir uns an die manuelle Übertaktung gemacht. Dabei konnten wir maximal 4.300 MHz bei CL17-18-18-36 herauskitzeln, womit wir etwas straffere Werte als mit dem Gigabyte Z490 Vision G erreicht haben. Zwar konnte das System auch mit 4.400 MHz booten, stabil war dies jedoch trotz erhöhter Latenzen keineswegs. Auch brachte die Spannungserhöhung bei VCCIO und VCCSA leider nichts.