Seite 23: Fazit

Der Test der ASUS ROG Strix GeForce RTX 2080 Ti OC und MSI GeForce RTX 2080 Ti Duke 11G OC zeigt einmal mehr, wie eng es zwischen den Custom-Modellen und der Founders Edition hinsichtlich der Leistung geworden ist. Die werksseitige Übertaktung der GeForce RTX 2080 Ti Founders Edition liegt bei 90 MHz. ASUS und MSI legen noch einmal 30 MHz drauf, was einem Taktplus von gerade einmal 2 % entspricht. Entsprechend gering sind die Abstände in den Benchmarks. Schaut man sich die absoluten Werte an, kämpfen die Founders Edition und MSI GeForce RTX 2080 Ti Duke 11G OC um die Plätze, während die ASUS ROG Strix GeForce RTX 2080 Ti OC häufiger an der Spitze zu finden ist.

Die Differenzierung muss also wieder einmal über die Kühlung erfolgen und hier machen wir mit den Temperaturen den Anfang. Die Founders Edition kommt auf 77 °C, liegt damit also unterhalb des Temperaturlimits. Per Luft die GPU-Temperatur weiter zu reduzieren macht nur bedingt Sinn. Die ASUS ROG Strix GeForce RTX 2080 Ti OC kommt in Idealfall auf 63 °C, ruft dann aber nicht die ideale Leistung ab. Bei identischem OC-Takt messen wir bis zu 73 °C. Die MSI GeForce RTX 2080 Ti Duke 11G OC kommt auf eine GPU-Temperatur von 74 °C.

Die Idle-Temperaturen sind bei Stillstand der Lüfter sowohl bei der Variante von ASUS als auch MSI mit rund 45 °C etwas höher, lässt man die Lüfter hingegen weiter drehen, wird die Temperatur auf 31 °C reduziert. Das Abschalten der Lüfter im Idle-Betrieb hat natürlich gerade hinsichtlich der Lautstärke große Vorteile, weil die Karten dann quasi keinerlei Geräusch von sich gibt. Unter Last sind sowohl die ASUS ROG Strix GeForce RTX 2080 Ti OC als auch die MSI GeForce RTX 2080 Ti Duke 11G OC etwas lauter als die Founders Edition. Die Abstände sind aber denkbar eng.

Beim Stromverbrauch stechen beide Modelle negativ hervor. Im Vergleich zur GeForce RTX 2080 Ti Founders Edition können wir uns den enormen Mehrverbrauch noch nicht erklären, arbeiten aber mit den Herstellern als auch intern an einer Analyse.

Das Overclocking ist bei den Turing-Karten ein schwieriges Thema, da eigentlich nur ein höheres Power-Limit gepaart mit einer guten Wasserkühlung für den Praxiseinsatz das Maximum an Leistung erwarten lässt. MSI sieht für die GeForce RTX 2080 Ti Duke 11G OC ein Power-Limit von 250 W vor, welches sich auf +12 % erweitern lässt, entsprechend landen wir bei 280 W. Die ASUS ROG Strix GeForce RTX 2080 Ti OC belässt es bei 260 W, gibt aber +25 % Spielraum und somit sind hier bis zu 325 W möglich. Im Zusammenspiel mit der Kühlung ermöglicht damit nur das Modell von ASUS ein substantielles Overclocking.

Am Ende dürfte natürlich der Preis eine entscheidende Rolle spielen. Die MSI GeForce RTX 2080 Ti Duke 11G OC ist mit 1.290 Euro geringfügig teurer als die Founders Edition, liegt hinsichtlich der Leistung auf einem ähnlichen Niveau, kann aber die Lüfter im Idle-Betrieb abschalten. Auch die Kühlung ist in etwa vergleichbar.

Bei der ASUS ROG Strix GeForce RTX 2080 Ti OC sieht dies schon anders aus, denn hier müssen 1.499 Euro auf den Tisch gelegt werden und für den Aufpreis erwartet der Nutzer dann natürlich auch einen Mehrwert. Auch das Modell von ASUS schaltet den Lüfter ab und bietet einige Zusatzfunktionen. Ob ein eigenes PCB-Design im Hinblick auf die Limitierungen beim Overclocking ausschlaggebend ist, sehen wir zumindest als kritisch an. Spannungsmesspunkte und ein Hardwareschalter für die RGB-Beleuchtung sind vielen sicherlich auch keine 250 Euro Aufpreis wert. Insofern ist die ASUS ROG Strix GeForce RTX 2080 Ti OC schwer einzuordnen und nur für denjenigen etwas, dem es nichts mehr ausmacht ob er nun 1.250 oder 1.500 Euro investiert.

Positive Aspekte der ASUS ROG Strix GeForce RTX 2080 Ti OC:

  • niedrige Temperaturen
  • Abschalten der Lüfter im Idle-Betrieb mit dem Q-BIOS
  • leise im Idle-Betrieb mit drehenden Lüftern
  • verbesserte Spannungsversorgung
  • höheres Overclocking-Potenzial
  • RTX- und NGX-Funktionen bieten in Zukunft Zusatzeffekte in der Darstellung

Negative Aspekte der ASUS ROG Strix GeForce RTX 2080 Ti OC:

  • hoher Preis
  • etwas zur Laut unter Last
  • RTX- und DLSS-Funktionen müssen weitere Verbreitung finden
  • kaum Mehrleistung gegenüber der GeForce RTX 2080 Ti Founders Edition

Positive Aspekte der MSI GeForce RTX 2080 Ti Duke 11G OC:

  • 4K-Auflösung problemlos möglich
  • hochwertige Strom- und Spannungsversorgung
  • Abschalten der Lüfter im Idle-Betrieb
  • RTX- und NGX-Funktionen bieten in Zukunft Zusatzeffekte in der Darstellung

Negative Aspekte der MSI GeForce RTX 2080 Ti Duke 11G OC:

  • RTX- und DLSS-Funktionen müssen weitere Verbreitung finden
  • kaum Mehrleistung gegenüber der GeForce RTX 2080 Ti Founders Edition