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Benchmarks: NVIDIA GeForce GTX 1080 Max-Q ist 9 bis 12 Prozent langsamer

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nvidia Mit seinem Max-Q-Design besiegelte NVIDIA vor etwas mehr als drei Wochen im Rahmen der Computex 2017 das Ende der klobigen und lauten Gaming-Notebooks – so zumindest der Plan. Mithilfe angepasster Grafikchips, die in einem besonders effektiven Bereich betrieben werden, sollen Gaming-Notebooks noch dünner und leiser werden, aber noch immer ausreichend Leistung bieten, um die aktuellen Spielekracher ruckelfrei auf den Bildschirm zu zaubern.

Von der NVIDIA GeForce GTX 1080, GeForce GTX 1070 und der NVIDIA GeForce GTX 1060, welche ohnehin schon fast 1:1 den Desktop-Ablegern entsprechen, wird es demnächst deswegen jeweils eine sparsamere Variante geben.

NVIDIA wird hier zum einen die Chips vorselektieren, zum anderen aber auch Vorkehrungen über den Treiber treffen. Vor allem senkt man die TDP teils deutlich ab. Im Falle der GeForce GTX 1080 soll Max-Q nicht wie bisher 150 W benötigen, sondern sich je nach Kühlung mit 90 bis 110 W begnügen. Um die neuen TDP-Grenzen einzuhalten, werden die Max-Q-Chips deutlich im Takt gesenkt. Während eine reguläre GeForce GTX 1080 im Boost mindestens 1.733 MHz erreicht, wird sich die Max-Q-Variante mit Geschwindigkeiten von 1.278 bis 1.468 MHz ans Werk machen.

Um die GPUs in dieser Form betreiben zu können, müssen sie in einen bestimmten Betriebsbereich gebracht werden. Dazu werden Takt und Spannung reduziert. Natürlich sorgt dies auch für eine etwas geringere Leistung. Nimmt der Nutzer aber beispielsweise eine um 10 % geringere Leistung hin, kann dies die Effizienz um 50 % steigern.

Gegenüberstellung der GPU-Modelle
Modell TGP Basis-Takt Boost-Takt Effizienzsteigerung
GeForce GTX 1080 150 W 1.556 MHz 1.733 MHz -
GeForce GTX 1080 Max-Q 90 - 110 W 1.101 - 1.290 MHz 1.278 - 1.468 MHz x1,5
GeForce GTX 1070 115 W 1.442 MHz 1.645 MHz -
GeForce GTX 1070 Max-Q 80 - 90 W 1.101 - 1.215 MHz 1.265 - 1.379 MHz x1,33
GeForce GTX 1060 80 W 1.404 MHz 1.670 MHz -
GeForce GTX 1060 Max-Q 60 - 70 W 1.063 - 1.265 MHz 1.341 - 1.480 MHz x1,25

Das Versprechen ist also: Der Leistungsverlust gegenüber den bisherigen Varianten soll nicht mehr als maximal 10 % betragen. Wie die ersten Benchmarks, die der Hardwareluxx-Redaktion vorliegen, zeigen, wird NVIDIA sein Versprechen tatsächlich einhalten können. Der Leistungsverlust wird sich je nach Benchmark auf etwa 9 bis 12 % belaufen.

Erreicht eine reguläre NVIDIA GeForce GTX 1080 im FireStrike-Benchmark rund 16.500 Punkte, sind es bei der Max-Q-Variante noch etwa 15.050 Punkte. Damit kommt die GeForce GTX 1080 Max-Q leistungsmäßig näher an die GeForce GTX 1070 heran als an ihren eigentlichen Namensgeber. Der Abstand zum nächst kleineren Modell beträgt gerade einmal etwas weniger als 3 %. Im Unigine-Superposition-Benchmark fällt die Leistung der Max-Q-Karte sogar fast komplett auf die einer NVIDIA GeForce GTX 1070 zurück und bricht um etwa 12 % ein.

Futuremark 3DMark

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Unigine Superposition

1080P Extreme

Punkte
Mehr ist besser

Die Ergebnisse decken sich mit denen, die Acer zur Vorstellung seines Predator Triton 700 im April gemacht hatte. Damals fiel zwar noch nicht der Begriff „Max Q“ und man verglich sich lediglich mit bestehenden Geräten mit ähnlicher Bauhöhe, versprach aber, dass das Gerät etwa 17.000 Punkte in Futuremarks 3DMark 11 erreichen würde. Da inzwischen bekannt ist, dass die Geräte mit einer GeForce GTX 1080 Max-Q ausgerüstet sein werden, können wir sie grob mit den Werten aus unserer internen Testdatenbank vergleichen. Geräte mit regulärer GeForce GTX 1080 erreichen hier rund 19.500 Punkte und sind damit gut 10 % schneller – wie eben von NVIDIA versprochen.

Verwirrung beim Namen

Da die neuen Max-Q-Karten später nicht gesondert gekennzeichnet werden – nicht einmal das Max-Q-Label sollen entsprechende Notebooks laut einiger Herstelleraussagen tragen dürfen – ist dies durchaus zu kritisieren. Der Kunde kauft ein Notebook mit GeForce GTX 1080, bekommt unter Umständen aber nur die Leistung einer GeForce GTX 1070 und kann das vor dem Kauf nicht erkennen. Eine entsprechende Kennzeichnung wäre hier durchaus wünschenswert. An sich aber ist Max Q eine tolle Sache: Man bekommt ein schlankes Gaming-Notebook mit einer Bauhöhe von maximal 19 mm, das bei einer Lautstärke von etwa 40 dB(A) einiges an 3D-Performance abrufen kann.

Die Benchmark-Ergebnisse stammen aus Herstellerkreisen, wurden von uns kaufmännisch gerundet und auf Geräten mit nahezu gleicher Hardware-Konfiguration angefertigt. Als Basis diente hier jeweils ein aktueller Kaby-Lake-Prozessor, der auf 2.400 MHz schnellen Arbeitsspeicher zurückgreifen konnte.

Beachtlich ist außerdem, dass Max Q trotz der beengten Abmessungen deutlich kühler bleibt. Im Worst-Case-Szenario, welches mit Furmark simuliert wurde, erreicht der Grafikchip nur etwa 82 °C, während eine reguläre GeForce GTX 1080 gut 6 °C wärmer wird.

Erste Geräte mit Max-Q werden eben das Acer Predator Triton 700 und das ASUS ROG Zephyrus GX501 sein. Auch Gigabyte und MSI werden entsprechende Geräte anbieten.