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Umsatzwarnung: Apple erwartet deutlich abgeschwächtes Weihnachtsgeschäft

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apple-logoIn den letzten Wochen gab es bereits einige Anzeichen: Nun hat Apple in einem überraschend offenen Brief an seine Investoren am Mittwochabend eine Umsatzwarnung herausgegeben, in der die Prognosen für das Weihnachtsgeschäft massiv nach unten korrigiert wurden. Ging der Konzern bei der Bekanntgabe seiner letzten Quartalszahlen vor etwa 60 Tagen noch von einem Umsatz in Höhe von 89 bis 93 Milliarden US-Dollar für das Weihnachtsquartal aus, erwartet man jetzt nur noch 84 Milliarden US-Dollar.

Für Apple und viele andere Hersteller und Händler ist das Weihnachtsquartal das wichtigste überhaupt, Apple sorgte hier in den letzten Jahren Jahr für Jahr für neue Rekorde, was vorerst vorbei zu sein scheint. Die Gründe dafür sind vielschichtig, einige davon nennt Konzern-Chef Tim Cook in seinem Schreiben sogar selbst: Demnach soll die iPhone-Nachfrage stärker nachgelassen haben als bisher erwartet, vor allem in China sollen die Absatzzahlen deutlich niedriger ausgefallen sein. Tim Cook führt das auf eine abschwächende Konjunktur in China, auf die Stärke des US-Dollars aber auch auf den Handelskonflikt zwischen den USA und China, der hauptsächlich von US-Präsident Donald Trump angestachelt wurde, zurück. 

Aber auch in entwickelten Regionen, die nicht weiter aufgezählt wurden, soll die Nachfrage nach iPhone-Geräten in den letzten drei Monaten stark rückläufig gewesen sein. Smartphone-Nutzer behalten ihre Geräte länger als noch in den Anfangsjahren, schließlich reicht selbst ein Einstiegs-Gerät aus, um die wichtigsten Funktionen wie Telefonie, SMS, WhatsApp, Internet und Co. nutzen zu können. Lediglich neue Kamera-Technik und höhere Akku-Laufzeiten rechtfertigen einen Neukauf. Mit einer ähnlichen Entwicklung haben auch andere Hersteller wie Samsung zu kämpfen. 

Das neue iPhone XS (Max) und iPhone XR brachten hier laut vieler Kritiker nur geringfügige Besserungen, die den abermals stark gestiegenen Anschaffungs-Preis nicht rechtfertigen würden. Mit seinem Batterieaustausch-Programm, das zum Jahreswechsel beendet wurde, hat Apple womöglich auch selbst dazu beigetragen, dass viele Anwender die Nutzungsdauer ihres alten Geräts kostengünstig verlängern konnten. Apple musste damit aber auf die Kritik reagieren, Geräte mit altersschwachen Akkus bewusst zu drosseln

Für Apple ist der Absatz-Einbruch beim iPhone ein herber Schlag, machte das Smartphone zuletzt bis zu 60 % der gesamten Erlöse aus. Apple versuchte in den letzten Wochen mit zahlreichen Rabatt-Aktionen entgegenzusteuern, die durchaus als erstes Indiz für einen Absatzrückgang gewertet werden konnten. 

Es gibt auch positive Entwicklungen

Tim Cook hatte am Mittwoch jedoch nicht nur negative Nachrichten für die Investoren: So konnte der Konzern den Service-Bereich, aber auch den Absatz von Mac- und iPad-Geräten sowie der Apple Watch, die vor allem im Weihnachtsgeschäft großen Anklang bei den Kunden fanden, im Jahresvergleich deutlich steigern. Teilweise dürfte das aber auch darauf zurückzuführen sein, dass Apple einige Geräte wie das MacBook Air oder den Mac mini einige Jahre unangetastet ließ und ihnen erst vor wenigen Wochen zeitgemäße Hardware spendierte. 

Die Aktionäre waren am Abend nach Veröffentlichung der Gewinnwarnung gänzlich geschockt: Die Apple-Aktie gab im nachbörslichen Handel zeitweise acht Prozent ab und das obwohl der Kurs in den letzten Wochen schon deutlich nachgegeben hatte. Vom Rekordhoch im September, das bei 201,85 Euro markiert wurde, ist das Papier mit derzeit rund 128 Euro weit entfernt. Damit erweist sich auch das milliardenschwere Aktien-Rückkaufprogramm zumindest temporär als teures Verlustgeschäft für Apple.

Die Billionenmarke an der Börse, die Apple an der Wall Street als erstes privatwirtschaftliches Unternehmen im September genommen hatte, wurde inzwischen wieder abgegeben. Aktuell kommt der Konzern nur noch auf einen Börsenwert von rund 750 Millionen US-Dollar.