Seite 3: Taktverhalten und Package Power

Intel dreht mit Comet Lake-H nicht nur an der Taktschraube, sondern führt außerdem neue Boost-Mechanismen ein. Neu ist der Einsatz der Turbo Boost Max Technology 3.0 (TBMT), die man bereits 2016 mit den ersten Broadwell-E-Prozessoren einführte. Damit ermöglicht es der Chipriese, nicht nur einem einzigen Kern höhere Boost-Frequenzen zu erlauben, sondern gleich zwei. Dabei werden jeweils zwei Kerne individuell als "superior cores" ausgewählt, die dann gemeinsam mit den höchsten Boot-Taktraten arbeiten dürfen. 

Einen zusätzlichen Boost möglich macht zudem der Thermal Velocity Boost, der ebenfalls für zwei Kerne angelegt und in Abhängigkeit der Temperatur zusätzliche 200 oder 100 MHz hinzugeben kann. Liegt die Temperatur des Comet-Lake-H-Prozessors unterhalb von 65 °C, dürfen zwei Kerne zusätzliche 200 MHz anlegen. Liegt die Temperatur zwischen 65 und 85 °C, darf das Plus immerhin noch 100 MHz betragen. Als Basis dient natürlich weiterhin der Turbo 2.0, der in Abhängigkeit der Kern-Auslastung verschiedene Taktraten verteilt und einen maximalen Allcore-Turbo anlegt. Auf ihn aufliegend, können die beiden neuen Techniken ihre zusätzlichen Boost-Frequenzen anlegen. 

Eigentlich werden alle sechs neuen Comet-Lake-H-Prozessoren von Intel in der 45-W-TDP-Klasse einsortiert, womit sie trotz teils gesteigerter Kernanzahl und höherer Taktraten nicht höher eingestuft werden als bislang. Anders als vorher können die ODMs und Partner nun jedoch eine höhere TDP definieren und die Prozessoren damit ihn ihren Notebooks schneller arbeiten lassen. In der Spitze können sich die neuen Comet-Lake-CPUs bis zu 80 W genehmigen, müssen dann jedoch auf die von Intel angegebenen 45 W herunter geregelt werden. Diese Obergrenze kann von den Partnern jedoch auf 65 W angehoben werden, womit die Prozessoren weiter beschleunigt werden können. 

Gigabyte macht sich dies mithilfe seines AORUS Control Centers des AORUS 15G zunutze. In der Software können für den Intel Core i7-10875H insgesamt fünf verschiedene Leistungsprofile angelegt werden, wobei man keinerlei nähere Angaben dazu macht. Mithilfe von HWInfo konnten wir jedoch feststellen, dass die Regler vereinzelt Einfluss auf die Package Power nehmen und in den höheren Stufen sogar von der TDPup Gebrauch machen. Zwar erreicht die Package Power zu Beginn eines jeden Last-Szenarios bei allen fünf Leistungsprofilen einen Peak von etwa 84 W, beginnt dann jedoch zu drosseln. In der standardmäßigen zweiten Stufe sind das die von Intel spezifizierten 45 W, in der ersten wird die CPU sogar auf unter 40 W abgesenkt. In der darüber liegenden dritten, vierten und fünfte Stufe wird die maximale TDP kontinuierlich auf bis zu 62 W angehoben, was fast dem maximal Erlaubten von Intel entspricht. 

Im obigen Screenshot sieht man die fünfte TDP-Stufe des Gigabyte AORUS 15G. Hier erreicht der Intel Core i7-10875H anfänglich einen Peak von rund 100 W und liegt damit sogar über den 80 W, die von Intel spezifiziert sind. Danach geht es relativ schnell auf die 62 W zurück. Der Takt erreicht allerdings nur kurzzeitig mehr als 4,2 GHz und pendelt sich dann bei etwa 3,5 GHz ein. Ermittelt haben wir diese Werte bei einem aufwendigen Render-Vorgang.

Je mehr Durchläufe im Cinebench-R20-Benchmark gemacht werden, desto stärker bricht die Leistung später ein.

Performance Cinebench R20 Multicore
Profil Punkte Taktrate
1. Run 3.474 3,2 - 3,3 GHz
2. Run 3.343 3,2 - 3,3 GHz
3. Run 3.336 3,1 - 3,2 GHz
4. Run 3.334 3,1 - 3,2 GHz
5. Run 3.357 3,1 - 3,2 GHz
6. Run 3.347 3,1 - 3,2 GHz
7. Run 3.308 3,1 - 3,2 GHz