Seite 27: Fazit

Sapphire war einer der ersten AMD-Partner, der uns gleich zum Start der neuen Radeon R9 270X mit entsprechenden Ablegern abseits der Referenz versorgen konnte. Im Gegensatz zu früher bestreitet man bei seiner Radeon R9 270X Vapor-X und Radeon R9 270X Toxic zumindest vom Design her ganz andere Wege. Während die Vapor-X-Version mit einer blau-schwarzen Optik auf sich aufmerksam macht, setzt man bei der Toxic-Variante auf ein für den Hersteller eher untypisches schwarz-oranges Design. Obendrein dürfte das Kühlsystem zu den mächtigsten Modellen zählen, die wir bislang von Sapphire zu Gesicht bekommen haben. 

Doch die beiden Modelle der bislang zweitschnellsten Radeon-R9-Grafikkarte sollen sich nicht nur beim Kühlsystem und damit in Sachen Effizienz und Geräuschkulisse von der Referenz und Konkurrenz absetzen. Auch die höheren Taktraten von 1.100/1.450 bzw. 1.150/1.500 MHz sollen zu einer höheren Performance beitragen. 

Dies ist Sapphire mit seiner Radeon R9 270X Vapor-X auch gelungen. Dank der etwas höheren Taktraten, Chip und Speicher rechnen jeweils 50 MHz schneller, fällt die Leistung etwas höher aus, als wir es bisher von der Radeon R9 270X gewohnt waren - gleiches gilt aber auch für die Leistungsaufnahme. Bis zu 332,8 Watt zog unser Testsystem mit der Sapphire-Karte aus der Steckdose. Mit der AMD-Vorlage waren es knapp sechs Watt weniger - ein kleiner Anstieg im Hinblick auf die ebenfalls höhere Leistung. Dafür aber kann die Leistung des Kühlsystems überzeugen. Selbst unter Volllast erzeugen die beiden 85-mm-Lüfter einen Schalldruck von gerade einmal maximal 48,1 dB(A). Zum Vergleich: Die Referenz-Karte von AMD durchbrach hier die 50-dB(A)-Marke mit 51,8 dB(A) schon sehr deutlich. 

Etwas weniger gefallen hat uns das Overclocking-Potential. Hier erreichte die Sapphire Radeon R9 270X Vapor-X mit 1.205/1.585 MHz nur durchschnittliche Werte - zumindest, wenn man das Ergebnis mit der älteren, aber fast baugleichen Radeon HD 7870 oder aber der Radeon R9 270X Toxic des eigenen Hauses vergleicht. Auch der Lieferumfang fiel recht spartanisch aus. Neben einer Schnellstart-Anleitung lieferte Sapphire lediglich noch eine Treiber-CD und alle nötigen Adapter für die Stromversorgung und die Anschlüsse der Grafikkarte mit. Andere Hersteller zeigen sich da etwas großzügiger und liefern ganze Spielepakete mit. Eigentlich sollte es die im Rahmen des Never-Settle-Pakets auch für die neuen Grafikkarten geben - doch hierzu wollte sich bislang noch kein einziger Hersteller äußern - ein Gutschein lag unseren Testmustern jedenfalls nicht bei. 

Sapphire Radeon R9 270X Vapor-X
Modell Sapphire Radeon R9 270X Vapor-X
Straßenpreis etwa 200 Euro
Partnummer -
Homepage

www.sapphiretech.com/

Technische Daten
GPU Curacao XT
Fertigung 28 nm
Transistoren 2,08 Milliarden
GPU-Takt (Base Clock) 1.050 MHz
GPU-Takt (Boost Clock) 1.100 MHz
Speichertakt 1.450 MHz
Speichertyp GDDR5
Speichergröße 2.048 MB
Speicherinterface 256 Bit
Speicherbandbreite 185,6 GB/Sek.
DirectX-Version 11.2
Shadereinheiten 1.280 (1D)
Texture Units 80
ROPs 32
Pixelfüllrate 35,2 Gigapixel/Sek.
SLI/CrossFire CrossFire X
Lautstärke
Idle-Modus 37,1 dB(A)
Last-Modus 48,1 dB(A) 
Leistungsaufnahme
Idle-Modus 106,4 Watt
Last-Modus 332,8 Watt
Temperaturen
Idle-Modus 32 °C
Last-Modus 64 °C

Auch die Sapphire Radeon R9 270X Toxic stimmt uns positiv. Zwar ist sie mit einer Gesamtlänge von 31,4 cm deutlich länger als so manch eine andere High-End-Grafikkarte, dafür ist das verbaute Kühlsystem, das für diese Abmessungen hauptsächlich verantwortlich ist, auch sehr mächtig und leistungsstark. Satte drei Axiallüfter mit einem Durchmesser von 85 bis 70 mm kümmern sich um den Abtransport der Abwärme, die auch von drei bis zu zehn Millimeter dicken Kupfer-Kapillaren abgeführt wird. Damit blieb die Sapphire Radeon R9 270X Toxic selbst unter Volllast angenehm laufruhig und erzeugte einen Schalldruck von maximal 48,7 dB(A). Die AMD-Vorlage wurde hier mit 51,8 dB(A) schon deutlich lauter. Auch die Temperaturen blieben weit von gefährlichen Marken entfernt. Unser Testmuster heizte sich auf maximal 64 °C auf.

Die hohe Leistung des Kühlsystems sowie die hochwertigen Bauteile dürften der Sapphire Radeon R9 270X Toxic auch zu einem deutlich besseren Overlocking-Potential verholfen haben. Wir konnten aus Chip und Speicher 1.255 bzw. 1.605 MHz herauskitzeln und damit die Leistung noch einmal deutlich erhöhen. 

Sapphire Radeon R9 270X Toxic
Modell Sapphire Radeon R9 270X Toxic
Straßenpreis etwa 220 Euro
Partnummer -
Homepage

www.sapphiretech.com/

Technische Daten
GPU Curacao XT
Fertigung 28 nm
Transistoren 2,08 Milliarden
GPU-Takt (Base Clock) 1.100 MHz
GPU-Takt (Boost Clock) 1.150 MHz
Speichertakt 1.500 MHz
Speichertyp GDDR5
Speichergröße 2.048 MB
Speicherinterface 256 Bit
Speicherbandbreite 192,0 GB/Sek.
DirectX-Version 11.2
Shadereinheiten 1.280 (1D)
Texture Units 80
ROPs 32
Pixelfüllrate 36,8 Gigapixel/Sek.
SLI/CrossFire CrossFire X
Lautstärke
Idle-Modus 37,4 dB(A)
Last-Modus 48,7 dB(A) 
Leistungsaufnahme
Idle-Modus 107,3 Watt
Last-Modus 340,2 Watt
Temperaturen
Idle-Modus 33 °C
Last-Modus 64 °C

 

Alternativen? ... Gibt es bislang noch keine. Nicht weil die beiden Sapphire-Ableger zu den besten Modellen ihrer Art gehören, sondern vielmehr weil die Radeon R9 270X noch taufrisch ist und wir bislang kaum vergleichbare Ableger testen konnten. Aufgrund der starken Ähnlichkeit zur Radeon HD 7870 könnten wir hier die PowerColor Radeon HD 7870 Devil empfehlen. Dann gibt es auch ein Never-Settle-Paket mit dazu - zumindest solange bis AMD endlich Nägel mit Köpfen macht und die neuen Pakete offiziell vorstellt. 

 

Persönliche Meinung

Sapphire bestreitet mit seiner Radeon R9 270X Vapor-X und seiner Radeon R9 270X Toxic neue Wege - nicht nur was das Design der Kühlsysteme anbelangt, sondern auch deren Leistungsumfang. Vor allem die Sapphire Radeon R9 270X Toxic gefällt mir optisch sehr gut. Die für den Hersteller sonst untypische Farbgebung weiß durchaus zu gefallen. Etwas stört mich nur die Größe des Kühlsystems, doch dafür werde ich mit einem angenehm leisen Betriebsgeräusch und sehr guten Temperaturen und nicht zuletzt mit einem sehr guten Overclocking-Potential entlohnt.

Etwas Kritik gibt es von mir aber doch: Die Never-Settle-Pakete sind bei den neuen Radeon-R9- und -R7-Karten noch nicht mit dabei. AMD behält hier bislang noch Stillschweigen und vertröstet mit etwas Geduld. Da bleibt nur der Griff zur älteren Radeon-HD-7000-Generation zu empfehlen, zumal sich die technischen Änderungen doch sehr sehr in Grenzen halten - doch dafür kann Sapphire nichts.... (Andreas Stegmüller)