Seite 7: Fazit

Wenn wir zuletzt RGB-Gehäuse im Preissegment bis 100 Euro getestet haben, fiel das Fazit zwiespältig aus. Eine effektvolle Beleuchtung bieten die meisten dieser Modelle. Allerdings haben Gehäuse wie Aerocool Tor, Enermax StarryFort SF30, Kolink Phalanx oder auch das MSI MAG Vampiric 010 auch klare Einschränkungen. Zum Teil kompensieren die Hersteller die RGB-Beleuchtung durch Sparmaßnahmen wie Einweg-Slotblenden. Bei den Modellen von Aerocool, Enermax und Kolink stört außerdem besonders, dass die Lüfter wegen spezieller Anschlüsse nicht oder nur eingeschränkt geregelt werden können.

Dass Corsair mit dem iCUE 220T RGB Airflow ein auffällig beleuchtetes RGB-Gehäuse für (knapp) unter 100 Euro anbietet, mahnt deshalb zu Skepsis. Allerdings zeigt die Masse an günstigen RGB-Gehäusen gerade, wie wichtig es ist, dieses Segment abzudecken. Und im Großen und Ganzen gelingt Corsair das auch tatsächlich besser als den angesprochenen Konkurrenten. 

Der Midi-Tower zeigt sich in einem frischen Design und kann nicht nur im üblichen Schwarz, sondern auch in Weiß geordert werden. Das Lochmuster in der Front ist (beleuchtetes) Gestaltungselement und erleichtert gleichzeitig den drei Frontlüftern die Arbeit. Diese Lüfter können mit ihren 3-Pin-Anschlüssen unkompliziert geregelt werden. Die Kühlleistung fällt dabei trotz der einseitigen Lüfterverteilung relativ hoch aus. Das RGB-Beleuchtungssystem mit vormontiertem Corsair-Controller kommt vor allem Nutzern entgegen, die noch kein Mainboard mit RGB-Anschluss haben. Denn zur Beleuchtungssteuerung werden nur ein freier USB 2.0-Pfostenanschluss und die iCUE-Software benötigt. Corsairs eigene RGB-Lösung wird aber dann zum Nachteil, wenn die RGB-Lüfter mit anderen RGB-Systemen synchronisiert werden sollen. 

Auf auffällige und störende Sparmaßnahmen wie Einweg-Slotblenden und fix vernietete HDD-Käfige verzichtet Corsair - auch das ist ein klarer Pluspunkt gegenüber manchem Konkurrenzmodell. Allerdings sind die Platzverhältnisse nicht besonders großzügig. Bei extrem hohen CPU-Kühlern und besonders langen Grafikkarten stößt man an die Grenzen des Gehäuses. Und auch für das (optisch gelungene) Kabelmanagement bleibt nicht viel Platz. Dazu müssen stellenweise Kompromisse gemacht werden: Gerade der modulare HDD-Käfig wird sowohl für einen 360-mm-Frontradiator als auch für ein längeres Netzteil weichen müssen. Ein großer Frontradiator reduziert zudem den ohnehin nicht gerade üppigen Platz für die Grafikkarte. Einen klaren Vorteil haben diese Limitierungen aber: Das iCUE 220T RGB Airflow fällt relativ kompakt und platzsparend aus. 

Wer für rund 100 Euro ein effektvoll beleuchtetes RGB-Gehäuse mit modernem Design und zeitgemäßem Innenraum sucht, sollte über das iCUE 220T RGB Airflow zumindest nachdenken. Gegenüber den meisten günstigeren RGB-Gehäusen wirkt es insgesamt stimmiger. Und im Vergleich mit anderen Corsair-Gehäusen mit RGB-Beleuchtung ist es regelrecht günstig. Wir zeichnen es letztlich mit unserem Preis-Leistungs-Award aus.  

Positive Aspekte des Corsair iCUE 220T RGB Airflow:

  • frisches Design, wahlweise Weiß oder Schwarz, immer mit Glasseitenteil 
  • drei SP120 RGB PRO-Lüftern und RGB-Steuerung Lighting Node CORE inklusive
  • ab Werk gute Kühlleistung, Lüfter lassen sich herunterregeln
  • 360/280-mm-Frontradiator und 240-mm-Deckelradiator (mit Einschränkungen) möglich
  • modularer HDD-Käfig, werkzeuglose Montage für 3,5-Zoll-Laufwerke
  • Staubfilter für Front, Deckel und Netzteil; bis auf den Frontfilter unkompliziert zu entnehmen

Negative Aspekte des Corsair iCUE 220T RGB Airflow:

  • Platzverhältnisse stellenweise etwas knapp (dafür kompakt und platzsparend)
  • keine werkzeuglose Montage der Erweiterungskarten, keine HDD-Entkopplung