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Das be quiet!-Flaggschiff Dark Base Pro 900 im Test - Fazit

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Seite 8: Fazit

Der Aufwand, der in die Entwicklung des Dark Base Pro 900 geflossen ist, muss enorm gewesen sein. Das Flaggschiff-Modell ist nicht einfach nur irgendein üppiger Tower mit viel Platz für High-End-Hardware und üppigen Kühlmöglichkeiten. Es ist vielmehr geradezu ein Multifunktionswerkzeug von einem Gehäuse, es präsentiert sich äußerlich mit hochwertigen Materialien, es hat jede Menge be quiet!-DNA und dazu auch noch einige ganz bemerkenswerte Features.   

Doch der Reihe nach. Auf den ersten Blick erinnert das funktionale Design des Gehäuses deutlich an die bekannten Silent Base-Modelle. Sieht man genauer hin, spielt das Dark Base Pro 900 dank der Materialien aber in einer anderen Liga. Es bleibt im Kern zwar ein Stahlgehäuse, äußerlich präsentiert es sich aber mit edlen, gebürsteten Aluminiumpanelen und vor allem mit dem riesigen Echtglaswindow. Der Premiumanspruch wird so bestens nach außen transportiert. So schlicht das Design auch sein mag, hat be quiet! doch auch Wert auf Details gelegt. Die USB 3.0-Ports zeigen sich tiefschwarz. Der Schieberegler für die Lüftersteuerung passt nicht ins Bild, also wird er hinter der Fronttür versteckt. Nun könnte sich mancher Nutzer an der Kunststoffplatte im Deckel stören, doch der Qi-Charger gehört zu den Innovationen des Gehäuses. Dazu zählt auch die vielseitige Lüftersteuerung. Sie ermöglicht nicht nur das stufenlose Regeln von gleich bis zu acht Lüftern, sondern kann zusätzlich noch im Automatikmodus über das PWM-Signal des Mainboards geregelt werden. be quiet! nutzt die Platine gleich auch noch, um die beiden mitgelieferten LED-Streifen anzubinden. Neben verschiedene Beleuchtungsfarben hat der Nutzer auch die Option, die Beleuchtung auszuschalten. 

be quiet! wäre aber nicht be quiet!, wenn das Dark Base Pro 900 nicht auch auf geringe Lautstärke hin optimiert worden wäre. Natürlich sticht besonders der Einsatz von gleich drei neuen 140-mm-SilentWings 3-Lüftern mit PWM-Steuerung hervor. Ihr Einsatz ist ein hervorragendes Beispiel für Synergie: be quiet! profitiert hier ganz klar von den Erfahrungen aus dem Kühlungsbereich - und so profitieren auch die Nutzer des Gehäuses. In Kombination mit Lüftersteuerung, silent-optimiertem Aufbau, den neu entwickelten Schalldämmmatten und der Festplattenentkopplung ist das Dark Base 900 ein waschechtes Silentgehäuse. Das ist gerade bei einem solchen Enthusiastengehäuse alles andere als selbstverständlich, denn in diesem Segment wird meist der Kühlleistung höchste Priorität eingeräumt. Das führt uns dann aber gleich zu einem der wenigen Kritikpunkte: Das Dark Base Pro 900 wurde so konsequent auf Silent getrimmt, dass die werkseitige Kühlleistung nur mittelklassig ist. Natürlich stehen zahlreiche optionale Lüfter- und Radiatorenplätze zur Verfügung. Allein durch den schalloptimierten Aufbau dürfte die Kühlleistung aber kaum auf das Niveau eines vergleichbaren Gehäuses mit offenerem Aufbau zu steigern sein. Hier muss letztlich der einzelne Nutzer entscheiden, was ihm wichtiger ist - maximale Kühlleistung ohne Rücksicht auf Verluste oder ein solcher nervenschonender Kompromiss, wie ihn be quiet! bietet.

Auch der zweite wichtige Kritikpunkt ist letztlich nur die Kehrseite eines großen Vorteils. Die extreme Modularität macht das Gehäuse an einigen Stellen auch komplizierter. be quiet! weist deshalb ganz zurecht darauf hin, dass das Dark Base Pro 900 kein Gehäuse für Einsteiger, sondern für Enthusiasten ist. Während wir meist Gehäuse testen, zu denen man die passende Hardware kaufen muss, sieht es beim be quiet!-Flaggschiff etwas anders aus. Innerhalb gewisser Einschränkungen des (aufgeblasenen) Midi-Tower-Formats passt sich das Gehäuse den Komponenten an. Es ist kein kompromissloses Gehäuse - wer z.B. ein E-ATX-Mainboard nutzen möchte, muss die HDD-Käfige näher an die Front setzen und kann nicht mehr HDD-Käfige und Frontradiator gemeinsam nutzen. Wer einen leistungsstarken und massiven Deckelradiator nutzt, kann zwar das Mainboard nach unten setzen, büßt dafür aber Erweiterungskartenplätze ein. Im Dark Base Pro 900 geht also nicht alles gleichzeitig. Für sich genommen gibt es aber viele Nutzungsmöglichkeiten, die sonst oft nur in noch größeren Gehäusen geboten werden.     

be quiet! Dark Base Pro 900

Mit Blick auf den Preis besetzt be quiet! regelrecht eine Marktnische. Premiumgehäuse mit Aluminium und Echtglas sind typischerweise deutlich teurer. Erinnert sei an In Wins 909 und Lian Lis PC-X510. Beides Modelle der 400-Euro-Klasse, beide auch noch etwas edler als das Dark Base Pro 900, aber beide weniger vielseitig und weniger praktisch als das be quiet!-Modell. Eher vergleichbar wäre das Top-Modell von Phanteks, das Enthoo Primo. Es spielt in der gleichen Preisklasse, kombiniert ebenfalls ein Stahlgerüst mit Aluminiumpanelen und konnte im Test als kompromissloses Kühlmonster mit einem Herz für Wasserkühlungsnutzer überzeugen. Auf die ganzen Silentoptimierungen des be quit!-Modells muss man aber verzichten. Und platzeffizienter ist das Dark Base Pro 900 ohnehin. Weil das Enthoo Primo auch schon einige Jahre auf den Markt ist, fehlen ihm zudem aktuelle Trend-Features wie RGB-Beleuchtung und Echtglas-Window. Beides wird das zukünftige Phanteks-Flaggschiff Enthoo Elite bieten. Bei einem geplanten Kaufpreis von 699 Dollar spielt es preislich aber gleich mehrere Ligen höher. Aus dem Angebot an wasserkühlungsfreundlichen Phanteks-Modellen dürfte letztlich das Enthoo Evolv ATX Tempered Glas der ernsthafteste Gegenspieler sein. Es zeigt sich in gewagterem Design, mit noch höherem Aluminiumanteil und mit Echtglaswindow. Radiatoren werden zwar "nur" maximal bis zum 360-mm-Format unterstützt und auf 5,25-Zoll-Laufwerke muss verzichtet werden, dafür bleibt das 190 Euro teure Phanteks-Modell aber kompakter und leichter. Auf manch besonderes Feature des Dark Base Pro 900 muss dafür aber genauso verzichtet werden wie auf die Silent-Optimierung.

Der Aufwand zahlt sich aus - be quiet! hat mit dem Dark Base Pro 900 ein würdiges Silent-Flaggschiff entwickelt und die Messlatte gleich in mehreren Punkten höhergelegt. Als sehr leises, wertiges und ungemein flexibles Premiumgehäuse verdient es sich unseren Excellent-Hardware-Award. 

be quiet! Dark Base Pro 900

Positive Aspekte des be quiet! Dark Base Pro 900:

  • extrem anpassbar, für einen (großen) Midi-Tower dadurch sehr vielseitig
  • wertiges Erscheinungsbild mit Aluminiumpanelen und Echtglasseitenteil, gute Verarbeitungsqualität auch im Inneren
  • drei 140-mm-SilentWings 3 vorinstalliert 
  • hervorragende Lüftersteuerung und weitere Silentmaßnahmen, insgesamt als Silent-Gehäuse überzeugend
  • viel Platz für hohe Kühler und lange Grafikkarten
  • Qi-Ladestation und mehrfarbige LED-Streifen inklusive

Negative Aspekte des be quiet! Dark Base Pro 900:

  • durch Silent-Auslegung nur mittelklassige Kühlleistung
  • Hardwareinstallation und Gehäuseumbau zeitaufwändig, teilweise kompliziert

 

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Kommentare (457)

#448
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Registriert seit: 11.10.2013

Flottillenadmiral
Beiträge: 5942
Zitat Thrawn.;25301760
Nabennarr, wenn du den Predator Nachfolger erhälst würde ich mich über Rückmeldung oder ein User Review sehr freuen.


Ich geb bescheid, Review dann im Profil unter Homepage!

Zitat Thrawn.;25301760

Bin rade dabei meine Silent Loop 280mm ins Fratal R5 zu bauen, passtja leider nur vorne rein bei mir. Nur Mach ich den Radi mit reinlbasenden Lüftern vorne geht die Hitze direkt auf die Graka...
Anders würde aber das gesamte Kühlkonzept zusamemnbrechen, (vorne und vorne unten 3x140er reinblasend, oben und hinten oben 3x 140er rausblasend)
Was würdet ihr machen ?


Erstmal vorn reinblasend montieren und gucken, ob die GPU Temp wirklich relevant ansteigt und dadurch nachteile entstehen. Die Abwärme der meisten CPUs ist ja doch recht überschaubar und die Abluft des Radis ja nicht so extrem aufgeheizt. Ist zumindest immer noch deutlich Kühler als die GPU an sich
#449
Registriert seit: 21.11.2009

Gefreiter
Beiträge: 47
Also zum Thema 5,25 Gitter, wieso nehmen die nicht das gleiche Filtermaterial? Denn dieses Lochblech ist doch SEHR provisorisch ! Klar kriegt man es "kostenlos" nur die paar Cent hätte man doch investieren können bzw. bei der Planung des Gehäuses hat man doch auch an einen Rahmen für dritten Lüfter gedacht. Wo ist da der Gedanke mit dem Filter verschwunden?

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#450
Registriert seit: 04.08.2015

Kapitän zur See
Beiträge: 3119
Habe die alten Slotblenden genommen und mit nem Dremel alles rausgefräst, bis auf den Rahmen quasi - dann einfach Filter nach Wahl kaufen und drankleben ;)

Ärgerlich bei einem 250€ Case, aber naja ... das Blech ist nen schlechter Scherz seitens be quiet.
#451
Registriert seit: 10.08.2007

Fregattenkapitän
Beiträge: 3015
Zitat Alashondra;25307539
Habe die alten Slotblenden genommen und mit nem Dremel alles rausgefräst, bis auf den Rahmen quasi - dann einfach Filter nach Wahl kaufen und drankleben ;)

Ärgerlich bei einem 250€ Case, aber naja ... das Blech ist nen schlechter Scherz seitens be quiet.


Hättest Du ein Foto hierzu?
#452
Registriert seit: 04.08.2015

Kapitän zur See
Beiträge: 3119
Ähm kann ich machen, ist aber noch nicht fertig weil ich auf den Filter warte :D

Ich habe einfach alles außer dem umlaufenden Rahmen rausgenommen - kann ich nachher hier mal posten wenn ich daheim bin.
Das geht prinzipiell auch mit ner Bohrmaschine für den Anfang und dann einer kleinen Säge und Feile sofern kein Dremel vorhanden ist ;)
#453
Registriert seit: 10.08.2007

Fregattenkapitän
Beiträge: 3015
Schade das es keinen 3 Fach Staubfilter zum nachkaufen gibt oder einen für oben ähnlich dem unteren.
Hier hätte sich BeQuiet auch im nachhinein mehr Mühe geben können.

Aber das heben die sich für das Nachfolgergehäuse auf....
Wie beim Fractal Design S/R5 (kein Staubfilter für den Deckel...)
#454
Registriert seit: 04.08.2015

Kapitän zur See
Beiträge: 3119
Ja wie gesagt ich finde es lächerlich.

Man hätte einfach einen neuen Rahmen "entwickeln" müssen, welcher in die 4 vorhandenen Slots greift (2 links und 2 rechts) und da nen X durchziehen und den Filter drüberklatschen ...

Was macht man? Man nimmt sich ne Slotblende und nagelt ein Blech hinter ... und dafür brauchen sie 6 Monate -.--
#455
Registriert seit: 21.11.2009

Gefreiter
Beiträge: 47
Zitat
Die neuen High-End PC Gehäuse von be quiet! bieten unschlagbare Flexibilität sowie herausragende Kühlleistung und einen leisen Betrieb.
Das ist der Tenor von BeQuiet, Flexibel und leise ist es ja, aber herausragende Kühlleistung?Denke wir sind uns einig das der Deckel und die Tür mit mehr Zeit die Aussage von BeQuiet bestätigen würden! Denn meiner Meinung nach und das was ich bisher so verfolgt habe, sind die beiden genannten Komponenten der Hauptgrund.
#456
Registriert seit: 04.08.2015

Kapitän zur See
Beiträge: 3119
Naja wenn du oben nen 420er und vorne nen 360er und dann unten noch nen 140er Radiator einbaust kriegst du das Teil richtig leise und kühl ... also gehen tut das :D
#457
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Registriert seit: 11.10.2013

Flottillenadmiral
Beiträge: 5942
Zitat HotSock;25307944
Das ist der Tenor von BeQuiet, Flexibel und leise ist es ja, aber herausragende Kühlleistung?Denke wir sind uns einig das der Deckel und die Tür mit mehr Zeit die Aussage von BeQuiet bestätigen würden! Denn meiner Meinung nach und das was ich bisher so verfolgt habe, sind die beiden genannten Komponenten der Hauptgrund.


Ja bei Decken/Tür haben die teilweise gepatzt was die vielen Löcher angeht, wo Fehlluft durchgeht. Aber das ist nur ein Aspekt. Kühl und leise beißt sich leider nach wie vor, vor allem wenn es Geräusche abseits der Lüfter geht. Ich kenne jedoch wenige Gehäuse, die so effektiv alle andere Geräusche (Lagergeräusche, eletronische Geräusche etc) schluckt, wie das DBP900. Dafür muss ein Case einfach "zu" sein.

Entweder oder! Zumal das DBP ja jetzt keine Hitzkammer ist, es wird nur nicht ganz so kühl wie andere Produkte. Ist dafür leiser. Maximale Kühlleistung noch nie die Prämisse des Herstellers, das sollte eigentlich angekommen sein bei den Leuten
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