Seite 8: Fazit und Empfehlungen

Unser Test zeigt: Durch die Vielfalt an Kombinationsmöglichkeiten gibt es nicht das einzige perfekte Speicherkit, sondern für jeden Anwendungsfall das Richtige. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, auf den eigenen Bedarf zu schauen. Möchte man auf den maximalen Takt gehen, muss auch die Auswahl von Mainboard und CPU stimmen, und man muss eventuell auch ein paar Prozessoren durchtesten, um von einem Kit oberhalb von 4.000 MHz tatsächlich profitieren zu können. Denn auch wenn der Speicherpreis momentan wieder nach unten tendiert, kosten derart selektierte Module eine Menge Geld.

Meistens macht es eher Sinn, nicht auf den allerhöchsten Takt zu setzen, sondern sich im Bereich zwischen 3.600 und 4.000 MHz umzusehen. Hier ist es je nach Hardware auch noch möglich, niedrige Timings einzustellen - und vielleicht sogar eine niedrige Command Rate. In dem Fall erreicht man meistens eine identische oder sogar höhere Performance, als wenn man das System auf mehr als 4.000 MHz quält. Preislich sind Kits mit 3.600 MHz auch schon in einer anderen Liga. Insofern ist hier momentan sicherlich der Sweet Spot der aktuellen DDR4-Kits zu suchen. 

Mit und ohne RGB ist die nächste Entscheidung: Wem das Blinken gefällt, der muss entscheiden, welchem Mainboardhersteller er die Treue schwören möchte, denn nur ein synchronisiertes RGB-System sieht am Ende gut aus. Dabei fallen dann viele Hersteller raus, und nicht jeder macht es so wie Team Group und macht die eigenen Kits fit für sämtliche verfügbare Software am Markt. Das ist bereits ein Vorteil, der neben der ordentlichen Performance der Kits zieht. Und da das Kit auch eines der preisgünstigsten am Markt ist, bekommt das Team Group T-Force Xcalibur DDR4-3.600 Kit unsere erste Empfehlung im Test. 

Einen Dreikampf um die Performancekrone lieferten sich hingegen Patriot mit den Viper 4 Steel, die mit 4.133 MHz ja schon mit einer extremen Taktrate ins Rennen gehen, und die Newcomer von Inno3D, die iChill RGB Aura Black. Bei Letzteren konnten uns die Timings insbesondere überzeugen, und auch die Leistung war bei 1t Command Rate sehr hoch. Insofern platziert sich Inno3D genau richtig als Newcomer und liefert gleich gute Performance ab. 

Einen Nachteil haben die beiden Kits natürlich: Der Preis ist hoch. Bei Inno3D ist das wahrscheinlich der Neueinführung geschuldet, hier wird der Preis sicherlich in der nahen Zukunft noch sinken. Bei den Patriot Viper 4 Steel mit 4.133 MHz ist das eher unwahrscheinlich, da diese hochgetakteten Module schwer zu selektieren sind. Wir haben für dieses Kit zwar noch keinen Preis, preiswert werden sie aber wohl eher nicht. Sollte man beide Module zu einem guten Kurs finden, kann man hier bedenkenlos zuschlagen. 

Das Gigabyte Aorus-Kit bringt eine Besonderheit mit, die es für RGB-Fans mit Gigabyte-Mainboard interessant macht: Die Dummy-Module sind eine interessante Zugabe, um ein System optisch von zwei auf vier Speichermodule aufzuwerten. Mehr als ein optisches Gimmick sind sie natürlich nicht. Lässt man den RGB-Effekt aussen vor, so sind die 3.200-MHz-Module eher Standardkost: Sie machen genau das, was Gigabyte verspricht, versteckte Leistungsreserven sind aber auch schnell aufgebraucht. Dazu kostet das Kit knapp 60 Euro mehr als beispielsweise die G.Skill- oder Team-Group-Module.

Optisch besonders sind auch die G.Skill Trident Z Royal. Mit einem Kaufpreis unter 200 Euro für das 16-GB-Kit liegen sie als Variante mit 3.200 MHz auf einem sehr attraktiven Preisniveau, allerdings bietet es sich eventuell an, lieber eine 3.600- oder 4.000-MHz-Variante zu wählen. Diese sind dann natürlich auch deutlich teurer, aber die Performance wird deutlich besser sein als bei unserem Einsteiger-Kit in die Serie. Auch hier war die Performance absolut in Ordnung, aber im Vergleich zur Konkurrenz konnte die G.Skill-Serie nicht ihre Vorzüge zeigen. So ist nur die Optik zu bestaunen, wenn der besondere RGB-Effekt gewünscht wird.

Alle RGB-Effekte kann man übrigens auch noch einmal in unserem Video sehen, das wir auf YouTube im Vorfeld des Tests veröffentlicht haben:

So kommen wir jetzt zu unserem Fazit: Unser Sweet Spot sind Module um 3.600 MHz - deshalb konnten auch die Kits von Gigabyte und G.Skill in diesem Vergleich weder einen Preis-Leistungsaward noch einen Excellent Hardware-Award absahnen. Preislich liegen sie aufgrund ihrer Besonderheiten im Markt auf einem zu hohen Niveau, von der Performance her konnten sie im Vergleich zu den 3.600-MHz-Kits nicht auftrumpfen.

Hier hingegen können Inno3D mit dem iChill RGB Aura Black, Team Group mit den T-Force Xcalibur RGB und auch Patriot Gaming mit den Viper 4 Steel 4.133 MHz punkten. Besonders überzeugen konnte uns von diesen drei Modulen die Inno3D iChill RGB Aura Black, die mit niedrigsten Timings unterwegs waren, selbst bei hohen Taktfrequenzen. Nur preislich können sie noch nicht überzeugen. Das machen die T-Force Xcalibur RGB von Teamgroup besser, die mit 189 Euro hier im Vergleich ein Schnäppchen darstellen und zudem auch noch die benutzerfreundlichste RGB-Implementierung haben. Die Patriot Viper Gaming 4 Steel sind nominell die schnellsten im Test, sollten aber am Ende auch bei knapp 250 Euro Kaufpreis liegen - der Vorteil zu den Team Group, die auch noch RGB mitbringen, konnten wir nicht messen. Wem das Design der Viper 4 Steel gefällt, sollte also eher den Blick auf eine DDR4-3600-Variante von Patriot werfen.

In diesem Roundup ausgezeichnet werden von uns deshalb die Team Group T-Force Xcalibur RGB: