[Sammelthread] Der Gehalts- und Arbeitsplatzthread

SAP Concur kenne ich auch noch - Katastrophe.

Gerade trudelte noch eine Absage ein - und ich bin doch irgendwie froh drum. Bei den Gesprächen gingen irgendwie immer mehr Alarmglocken an. Die Größte war wohl, dass es nur die Mitarbeiterebene und darüber den einen Geschäftsführer gibt, sonst nichts. Wie der 35 Leute führt so, keine Ahnung.
 
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Da gibt's bestimmt Fachexperten, die dann die "Nicht-Experten" inhaltlich führen dürfen. Natürlich für nen feuchten Händedruck.
Anschiss, aka personelle Führung, gibt's dann vom GF.
Verwaltet wird das von der Sekreteuse, aka der Frau vom GF.

Geht doch nichts über schlanke Führungsstrukturen. :d
 
Ich denke das Problem ist B2B-IT im Großunternehmen. Gutbezahlte Vertriebler, gutbezahlte EInkäufer, niemand muss Verantwortung übernehmen, solange das Kerngeschäft iwie läuft.
Ich würd jetzt gern was anderes sagen, aber selbst wenn ich mir anschaue wie das bei uns intern läuft, kann ich dem nur zustimmen :shot: Das ist dann so die SAP Experience?


US-Cloud ist n sehr interessantes Thema imho aktuell, bei uns siehts da auch sehr düster aus. Ganze Geschäftsbereiche (auch meiner) bauen grundsätzlich drauf auf, Geschäftsführung geht auf Nachfragen dazu eigentlich kaum ein. Also konkret gar nicht, gibt dann irgendwelches Palaver von wegen das wir ja jetzt anbieten, AI für Kunden bei uns zu hosten.

Was das heißt wenn das orange Riesenbaby im nächsten Tantrum wirklich mal M$ hier lahmlegt oder um den Faktor 100 verteuert, werden wir sehen. Datenschutz brauchen wir glaub ich gar nicht drüber reden :fresse:
 
Ist ähnlich wie bei der damaligen Bumsagentur, deswegen waren alle Alarmglocken an.
 
Ja hört sich furchtbar an.
 
mit etwa 20 Jahren SAP Erfahrung bei Partnern und dem Konzern selbst:

SAP ist ein Standardsoftware Vendor - irgendwie ist das nie Teil der Diskussion. D.h. SAP Software soll 80% von Kundenanforderungen abbilden (durch Standards; Templates; Customizing...), der Rest ist out-of-scope. Erfahrungsgemäß geht es in Pro/Contra SAP Meta-Ebenen-Diskussionen um:
- die 20% der Features, die nicht im SAP Standard Scope sind
- die Bedienung / Userexperience

Ich hatte in meiner Berufserfahrung primär mit deutschen und EU-Unternehmen in diversen Rollen/Funktionen zu tun: kleine Feuerwehreinsätze Fachberater; GoLives; Manager SteerCo; Projektsponsor; Projektmanager. Wirklich sehr simplifiziert muss ich sagen, dass die öffentliche Kritik oder Wahrnehmung an SAP eben nicht das komplette Bild betrachtet oder eigentlich ursächlich beim Kunden liegt.
Meine (noch mal: sehr simplifizierte) Beschreibung sollte im Allgemeinen und für die letzten 15 Jahre gültig sein. Natürlich gab es in diesem Zeitraum unzählige Integrationsprobleme oder strange Featurediskussionen; primär durch Zukäufe (Concur; Success Factors; Ariba; Qualtrics..); Technologiewechsel (Netweaver/ECC6.0/AnyDB -> HanaDB; S/4HANA; BTP; Joule....) und eben der unfassbar schieren Größe und global-wirtschaftlichen Bedeutung von SAP.

Selbst als jemand, der wenig Berührung mit SAP hat, kann man anerkennen, wie weites gehend störfrei und geräuschlos 84% des weltweiten Handelsvolumen IT-seitig generiert wird.
 
Wir bauen gerade unseren eigenen SAP Klon, und das ist ne noch größere Shitshow als das Original.

Man muss aber einfach auch mal sagen (der Beitrag über mir hats ja schon angedeutet), dass die Bedienbarkeit von SAP der allerletzte Schrott ist.

Concur treibt mir jedenfalls auch regelmäßig Tränen in die Augen.
 
Mangels anwenderfreundlicher Bedienung im ERP wird bei uns geplant viel mehr über API's zu managen. Das wird dann alles vieel besser.

Ich weiß nicht, ob ich der Einzige bin, der daran denkt, dass die API auch wieder nur eine Middleware ist und man auch da wieder ein Frontend für die Anwender benötigt was teilweise noch entwickelt werden muss, was dann ja aber total anwenderfreundlich sein wird, da die Anwender selbst die Anforderungen an die Software festlegen.

Wenn ich dann aber die Masse der Anwender betrachte, die einfach nur solange irgendwo drauf drücken bis das rauskommt was sie selbst brauchen (und einen Sch****) drauf geben, ob das auch richtig ist, kommen mir doch arge Zweifel.

Statt also nur eine (große) Baustelle zu haben (ERP) wird für jede Abteilung und jeden Bereich etwas eigenes entwickelt. Ich freu mich schon drauf dann demnächst etliche Baustellen zu bearbeiten. :LOL:

7 von 10 Anwendern verstehen nicht mal wie man sich ordnungsgemäß von Terminalservern abmeldet, speichern Dokumente lokal und nicht im DMS oder auf zentralen (dazu eingerichteten) Ablagebereichen. Warum es wichtig ist für alle Bereiche unterschiedliche Passwörter zu haben und es keine gute Idee ist meiner Vertretung meine Passwörter (z.B. Anmeldedaten an den PC) zu geben, ist ebenfalls eine weit verbreitete Wissenslücke.
 
Erfahrungsgemäß gibt es 3 Arten der MA (wird jetzt reißerisch :fresse2: )

Art 1: Alter: ca. 50+. ist nicht mit Technik aufgewachsen und musste eine steile Lernkurve hinlegen und verstehen die technischen Zusammenhänge nicht.
Art 2: Alter: ca. 35-40. Sind mit Technik aufgewachsen und spielen im privaten auch den technischen Support. Sie mussten die technischen Zusammenhänge lernen.
Art 3: Alter ca. 20-25. Neueinsteiger. Können nur wischen und haben kein Interesse/Ahnung von technischen Zusammenhängen

Und schon bist du bei deinen 7/10 die nix verstehen :fresse:
 
Warum es wichtig ist für alle Bereiche unterschiedliche Passwörter zu haben
Ich finde das kann man den Usern nicht vorwerfen in ner Firma, zumindest nicht wenn man keine vernünftigen Passwortmanager ausgibt (und sie natürlich ein Kennwort nutzen dass sie nicht auch Privat noch überall verwenden). Sehe da eher die Firma in der Pflicht ein vernünftigstes SSO Konzept zu haben mit 2FA. Alleine für jedes Tool einen einzelnen Zugang zu mangen ist doch schon ein Albtraum aus Compliance Sicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Da gibt's bestimmt Fachexperten, die dann die "Nicht-Experten" inhaltlich führen dürfen. Natürlich für nen feuchten Händedruck.
Anschiss, aka personelle Führung, gibt's dann vom GF.
Verwaltet wird das von der Sekreteuse, aka der Frau vom GF.

Geht doch nichts über schlanke Führungsstrukturen. :d
Habe ich ziemlich exakt so schon mal erlebt vor vielen Jahren, inkl Sekreteuse als Frau vom Chef, war nicht lange da :d
 
@Icke
Ich weiß jetzt was du meintest mit, Mitarbeiter muss man wollen.
Den ersten mussten wir nach 4 Monaten nun entlassen. Trotz diverser Schulungen, war da kein Fortschritt. Bei der Frage nach Preisen wusste derjenige keine Antwort, aber die Inhalte das Arbeitsvertrages waren komplett verinnerlicht.
Hatte jetzt einen nagelneuen Firmenwagen seit etwas mehr als einem Monat und ist trotz 3 Wochen krank in der Zeit mit dem Wagen über 3000 Kilometer privat gefahren. Übergeben mit 10 Kilometer.
Bei der Übergabe dann heute zusätzlich eine fette Beule mit abgeplatztem Lack, die ganz plötzlich da war. Account im Auto aber schon zurückgesetzt und damit auch die Aufzeichnungen.

Ärgere mich aber eher über mich selbst, auf solch einen Blender reingefallen zu sein.
 
Autsch - Jetzt verstehe ich langsam wieso in der Probezeit oft ein Auto über Langzeitmiete gemietet wird für neue Mitarbeiter.

Was genau hat der Mitarbeiter für Aufgaben gehabt? Hab das alles nicht so verfolgt hier.
 
Vertrieb. Entwickeln der Vertriebsstrategie, Ansprache von Interessenten, generieren von Leads, Präsentation, Angebotserstellung etc.
Das ist alles nicht passiert bzw. hab ich es dann gemacht.

Dafür sind unsere anderen 3 Kollegen absolut top. Knien sich rein, helfen wo sie können und machen starke Fortschritte.
Will ja nicht nur meckern.
1 Kollege davon hat mich im Vertrieb unterstützt und komischerweise kamen jetzt 3 Aufträge.
Geht es jetzt weiter so bergauf, gibt es dann für alle einen Bonus als Überraschung zu Weihnachten.
 
Knien sich rein, helfen wo sie können und machen starke Fortschritte.
Augen zu und durch. Paar gute bleiben immer hängen, wenn Du lange genug Lehrgeld zahlst und die Branche es hergibt. In meiner Branche war es mit Angestellten einfach ein völliger Rohrkrepierer: Wer das Business fachlich wirklich schnallt, lässt sich nicht anstellen, sondern macht es selber. Die es nicht wirklich schnallen, konnte ich nicht brauchen. Aber Dank Claude brauche ich zum Glück eh immer weniger Zuarbeit. 👍🤭
 
Zum Glück ist das noch so, das es in der Branche vorwärts geht. Es ist aber nicht mehr wie zu Corona, wo die Kunden von alleine kamen. Man muss schon aktiv Vertrieb machen.

Mit Claude bin ich momentan dabei zu testen, ob die Realisierung damit zumindest in Teilen beschleunigt werden kann. Sieht gar nicht so schlecht aus. Ist schon wild, wenn man ihm Dokus, Schnittstellen-Beschreibungen und Quellcode für Transportpakete gibt, wie gut das klappt. Nicht immer zuverlässig, aber dafür baue ich einen Skill.

Personal benötigt man dennoch, die Kunden wollen schon mit einem Menschen das Projekt besprechen oder wenn sie Hilfe benötigen.
 
Also Mischung aus Consulting und Systemhaus? Aber schon spannend, dass der Vertriebsoverhead bei sowas bei 1/4 Angestellten liegt
 
Das find ich ja mal sehr sinnvoll. Ich versuche bei uns auch Papier aus den Büros verschwinden zu lassen. Das klappt aber eigentlich nur wenn man bestimmte Mitarbeiter gleich mit verschwinden lässt. Aber jede externe Firma, die wir hierzu mal angesehen haben, will einfach nur ihre veralteten Prozesse vermarkten.

Digitales signieren können einige nicht ohne sich das selbst in 3facher Ausfertigung auf den Schreibtisch zu legen. Jede Bestellung will per Hand unterschrieben werden. Aber wenn man die Leute mal fragt, wann sie das letzte mal ne Amazon-Bestellung unterschrieben haben, wird man nur blöd angeschaut.

Hab den Eindruck man kommt technisch sehr weit, aber die Anwender mitzunehmen ist das größte Problem. Ich bräuchte ein Dutzend oder besser 3 Dutzend Consultants die hinter den Sachbearbeitern mit dem Rohrstock stehen und kräftig auf die Finger klopfen wenn die was ausdrucken wollen. :LOL:
 
@flxmmr
In kleiner Form schon, verkaufen die Lizenzen und die Dienstleistung. Wir haben unsere 4 Themen die wir machen, die gut, für andere Themen gibt es dann andere die es besser können.
Wir sehen das an unseren Konkurrenten. Große Systemhäuser mit großem Bauchladen nehmen die Themen mit rein, haben aber nicht so richtig die Ahnung und der Kunde ist unzufrieden. Zugleich werden viele davon zur Zeit von Investoren aufgekauft und der Service wird immer schlechter, bei steigenden Preisen.
Seit ein paar Wochen werden die Anfragen von solchen Kunden mehr.
Dennoch benötigt man den Vertrieb, gerade wenn es nicht die eigene Stärke ist.

@SCFrame
Diese Situation finden wir bei jedem unserer Kunden vor. Ich hab selbst in Summe 6 Jahre im ÖD und bei einer Krankenkasse gearbeitet. Also der Inbegriff für „Haben wir immer schon so gemacht.“
Das war schon ein kleines Stahlbad, was einem jetzt hilft.

Wichtig ist die Personen nicht abzuhängen. Das ist mühselig, aber lohnt sich. Dafür sind wir in der Testphase dann auch für einen Tag (oder mehr wenn verlangt) vor Ort, um Fragen zu beantworten, Dinge nochmal zu zeigen usw.

Mal ein plakatives Beispiel. Eine Person hat bemängelt, dass sie nicht mehr sieht was sie geschafft hat am Tag, wenn die Briefe nicht mehr am Arbeitsplatz gedruckt werden.
Wir haben dann kurz gezeigt wie man sich eine Ansicht erstellt, wo ich dann sehe was ich am Tag geschafft habe.
Gibt sicher viele die das belächelt hätten und nicht drauf eingegangen wären, aber die Person war nachher Multiplikator im positiven Sinne, obwohl vorher komplett dagegen.
 
Auf jeden Fall ein spannendes Thema für das ich mich auch begeistern könnte. Find ich gut, dass du dich da selbstständig gemacht hast. Das wird noch sehr lange Thema bleiben.

Auch wenn die Technik schnell voranschreitet. Die Menschen (ich eingeschlossen) sind mit Veränderungen eher langsam.
 
Art 3: Alter ca. 20-25. Neueinsteiger. Können nur wischen und haben kein Interesse/Ahnung von technischen Zusammenhängen
Müssen doch nur den KI-Knopf drücken, wenn mal etwas durch den KI-Supportchat durchrutscht. ^^
 
Naja, teures Lehrgeld mit über 45k die mich das jetzt gekostet hat.
Ich versteh das auch immer nicht, wie Firmen so sehr vom offentlichlichen wegschauen können. Gut, jetzt bist du selber die Aufsicht und hast es immernoch schnell genug gemerkt. Aber du hast auch dir direkte Rückmeldung in deinem Geldbeutel. Viele Firmen ignorieren trotz ANzeichen sowas oft garnicht. Und das erschreckt mich immer wieder. Und wehe es geht um den Staat, der schaut ja meist extra mit aller Kraft an allem vorbei, was mal genauerer Untersuchung bedarf.

Ja sorry, die Aussage treibt das Thema hier jetzt nicht unbedingt voran.
 
Offensichtlich hat er da auch nen Fehler gemacht aber ich finde es gut, dass er darüber hier transparent spricht. Sicher extrem ärgerlich wenn man in seiner Startup Phase in mutmaßlich gutes Personal investiert und dann so einen Schwätzer bekommt der alles macht, außer arbeiten.
 
Ich hab das bei vorherigen Arbeitgebern auch gesehen, wie da manchmal gar nicht reagiert wird. Leicht gemacht habe ich mir die Entscheidung nicht, letzten Endes geht es immer um einen Menschen, es bringt aber niemanden etwas wenn sonst alle ihren Job verlieren.
Wie @Tundor schrieb, in unserer Phase sitzt das Geld eben nicht locker und solche Fehlentscheidungen sind bitter.
 
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