Seite 2: Die Samsung SSD 980 im Detail

Die Eckdaten der neuen Samsung-SSD sind grundsätzlich schnell erklärt. Mit dem eigenentwickelten ARM-Speichercontroller namens "Pablo" der Bezeichnung S4LR033SZHZ42 A2014 setzt der koreanische Speicherspezialist etwas überraschend auf PCIe3 mit vier Lanes. Die SSD ist damit typischerweise auf Bandbreiten von maximal 3.500 MB/s beschränkt, was jedoch im Alltag kaum Auswirkungen haben dürfte und bei der 980 sowieso relativ zu sehen ist, da lediglich das größte Modell mit einer Kapazität von 1 TB diese Geschwindigkeit lesend erreicht. Schreibend reicht es hier auch bei unserem Testexemplar zu lediglich 3.000 MB/s, Vorsicht ist bei dem kleinsten Modell mit 250 GB Kapazität geboten, das nur mit 1.300 MB/s lesend spezifiziert ist. 

Wie schon im Vorfeld berichtet wurde, greift der verwendete Controller auf keinen DRAM zu, sondern muss mit Host Memory Buffer (HMB) auskommen. Samsung nennt hier passend zur "Value"-Zielgruppe Kosteneinsparungen als entscheidenden Vorteil, da die SSD damit dennoch SATA-Massenspeichern überlegen sei. Die Grundidee von HMB ist dabei nicht neu, sondern bereits mit dem Protokoll-Update NVMe 1.2 eingeführt, das Samsung bereits bei der 960 EVO nutzte (die Samsung 980 ist genau genommen mit NVMe 1.4 spezifiziert). In der Vergangenheit wurden auch von uns bereits einige SSDs getestet, die HMB statt DRAM verwendeten, vor allem allerdings aus dem günstigeren LowEnd oder OEM-Bereich in Form der Western Digital WD_Blue SN550 oder der Toshiba BG4

Im Unterschied zu SSDs mit DRAM wird hier ein kleiner Teil des Arbeitsspeichers für die SSD reserviert, um dort einen Teil der Mapping Tabelle verfügbar zu halten. Üblicherweise nutzen HighEnd-SSDs dafür einen eigenen Speicher, auf den der Controller zugreift, und dimensionieren diesen mit etwa 1 GB DRAM pro Terabyte Speicherplatz. Die Samsung 980 nutzt dafür 64 MB im Arbeitsspeicher und lässt den Rest des "Speicherveichnisses" auf der SSD selbst liegen. Was zunächst nicht unbedingt schlecht klingt, kann jedoch im Alltag spürbare Konsequenzen haben. Die Latenzen, die sich letztlich bei diesem Umweg addieren und durch den Abruf des NANDs entstehen, verlängern die Ladezeiten deutlich. User berichten daher vor allem bei voll beschriebenen DRAM-less SSDs von regelrechten "Hängern" bei Zugriffen. 

Der verbaute NAND wird als "V-NAND 3bit MLC" beschrieben, wobei von Samsungs aktuellem TLC-NAND mit mehr als 100 Layern auszugehen ist. Diese Eigenschaft teil die Samsung SSD 980 damit mit ihrer Pro-Schwester, wobei dies wohl weitestgehend die einzige Gemeinsamkeit ist - vom Namen abgesehen natürlich. Denn auch die Art, wie die 980 den Speicher füllen lässt, unterscheidet sich empfindlich von der Pro-Version. Hat letztere wie zuletzt praktisch alle aktuellen Samsung-SSDs noch einen festen, zugesicherten SLC-Cache nutzen können, fällt dieser bei der 980 nun weg. Samsung setzt also lediglich einen (Pseudo-)SLC-Cache ein, der als "Intelligent TurboWrite 2.0" zwar je nach Szenario deutlich größer ist als bei der 970 EVO, jedoch eben entsprechend viel freien Speicherplatz voraussetzt. Für die Modelle mit 250 GB, 500 GB und 1 TB bedeutet dies 45 GB, 122 GB und 160 GB Speicher, ehe der TLC-NAND direkt als solcher beschrieben wird. 

In unserem Test konnten wir die von Samsung genannten 160 GB sogar leicht übertreffen, nach 163 GB brach die Schreibrate auf letztlich etwa 400 MB/s ein und verblieb auch bis zum Ende der Messung so. 

Ohne zugesicherten SLC-Cache verwundert auch unser Testergebnis mit 80% Laufwerksfüllung nicht. Zwar kann die Samsung SSD 980 zu Beginn kurz eine hohe Transferrate erreichen, doch letztlich bricht die Rate sofort auf die 400 MB/s Schreibleistung ein. 

Erfreulich, aber wenig überraschend: Es gibt es keinerlei thermische Probleme mit der Samsung 980. Wie schon bei der Pro-Version scheint es auch bei unserem Testexemplar keine allzu hohe Verlustleistung zu geben, sodass die SSD auch nach zehn Minuten Dauerfeuer zu keinerlei Leistungseinbruch neigte. Samsung verwendet jedoch für den Fall der Fälle wie gewohnt ein kupfer-basiertes Etikett, das die Abwärme verteilen soll. 

Neben fünf Jahren Garantie spezifiziert Samsung die 980 identisch zur 980 Pro was die TBW-Angaben betrifft. Während die Werte an sich nicht unbedingt schlecht sind, wird im Vergleich zur Konkurrenz dennoch deutlich, dass diese mittlerweile zum Teil ein Vielfaches in ihren Garantiebedingungen aufnehmen. Zwar gilt ein weites Mal der Zusatz, dass ein Erreichen der TBW-Angaben nicht mit dem Defekt des Speichers einhergeht, jedoch sind großzügigere Regelungen natürlich immer willkommen. 

Maximale Schreiblast

Modell

240 - 280 GB400 - 512 GB800 - 1.024 GB1.500 - < 4.000 GB>= 4.000 GB
Samsung SSD 980150 TB300 TB600 TB--
Western Digital WD_Black SN850
-300 TB
600 TB1,2 PB-
HP SSD EX950
-320 TB
650 TB1,4 PB-
Corsair MP400
--200 TB
400 TB800 TB - 1,6 PB
TeamGroup T-Force Cardea C440
--1,8 PB
3,6 PB
-
Samsung SSD 980 PRO
150 TB300 TB600 TB1,2 PB-
Crucial P5
150 TB
300 TB
600 TB
1,2 PB
-
TeamGroup T-Force Cardea Zero Z340
380 TB800 TB1,66 PB--
Samsung SSD 870 QVO
--370 TB720 TB 
1,44 - 2,88 PB
Kingston DC1000M
--1,7 PB
3,4 PB - 6,7 PB
13,5 PB
Kioxia Exceria Plus
-200 TB
400 TB800 TB-
Kioxia Exceria
100 TB
200 TB400 TB--
Kioxia Exceria SATA
60 TB
120 TB240 TB--
Gigabyte Aorus RAID SSD 
---4 x 700 TB-
Western Digital WD Blue 3D NAND SATA SSD100 TB
200 TB400 TB500 TB 
600 TB
Corsair Force Series MP600-900 TB
1,8 PB3,6 PB
-
Seagate FireCuda 520 SSD
-
850 TB
1,8 PB
3,6 PB
-
Seagate FireCuda 510 SSD
-
-
1,3 PB
2,6 PB
-
Toshiba RC500
100 TB
200 TB
-
-
-
Intel Optane SSD 905P-8,76PB17,52 PB27,37 PB-
Western Digital WD Black SN750200 TB300 TB
600 TB1,2 PB
-
Samsung SSD 970 EVO Plus-300 TB
600 TB
1,2 PB
-
Samsung SSD 860 EVO150 TB
300 TB
600 TB
1,2 PB
2,4 PB
Samsung 970 PRO
-600 TB
1,2 PB
--
Corsair MP510400 TB
800 TB
1,7 PB
3,12 PB
-