Seite 6: Overclocking und mehr Leistung dank dünnerem Chip

In der Fertigung bzw. dem Packaging nimmt Intel einige Maßnahmen vor, die die Leistung verbessern und ein Overclocking vereinfachen sollen. Bereits die Coffee-Lake-S-Prozessoren verfügten über einen dünneren Die, damit dieser die Abwärme besser an den Heatspreader abgeben kann. Ab Comet Lake-S waren die K-Modelle dann zudem allesamt verlötet, was Intel STIM (Soldered Thermal Interface Material) nennt.

Bei der 9. Core-Generation (Coffee Lake-S) betrug die Dicke des Siliziums 800 µm. Bei der 10. und 11. Core Generation (Comet Lake-S und Rocket Lake-S) waren es nur noch 500 µm.

Für Alder Lake-S reduziert Intel die Dicke um weitere 25 % auf 375 µm. Auch die Dicke der STIM-Schicht soll kleiner ausfallen. Um die Höhe beizubehalten, wird der Heatspreader entsprechend dicker.

Overclocking-Potenziel bleibt offen

Da wir heute noch keine Leistungsdaten veröffentlichen können, bleibt auch das Thema Overclocking noch weitestgehend im Nebel. Alle heute vorgestellten Modelle verfügen als K(F)-Modell aber über einen freien Multiplikator und weiteren Spielraum in dieser Hinsicht. Zusammen mit einem Mainboard mit Z690-Chipsatz ist laut Intel das Maximale Overclocking-Potential vorhanden. Ein Speicheroverclocking wird aber auch auf anderen Chipsätzen möglich sein – analog zur 500-Serie der Chipsätze.

Grundsätzlich wird das BIOS von Alder Lake-S folgende Multiplikatoren bzw. Frequenzvorgaben anbieten:

  • Performance Cores
  • Efficiency Cores
  • Ring/Cache-Takt
  • Takt der integrierten Grafikeinheit
  • Speichertakt
  • Base Clock BCLK

Natürlich wird es auch wieder möglich sein, AVX/AVX2 zu deaktivieren oder einen Offset einzustellen. SMT kann für die Performance-Kerne deaktiviert werden.

Wie viel Spielraum Alder Lake-S für das Overclocking bietet, wird sich noch zeigen müssen. Sowohl AMD als auch Intel treiben ihre Prozessoren schon recht nahe an das Maximum, was noch vertretbar möglich ist. Extreme Kühlmethoden können noch ein gewisses Potenzial freischaufeln, viel ist aber gerade bei den Core-i9-Modellen nicht mehr möglich.

Intel stellt auch eine neue Version des Extreme Tuning Utility vor. Die Version 7.5 bietet unter anderem die Unterstützung von Alder Lake und daher auch eine explizite Steuerung der Efficiency-Kerne, die dazugehörige Telemetrie sowie die Unterstützung des DDR5-Speichers. Wer sich nicht ins BIOS begeben möchte, der findet im Extreme Tuning Utility bereits einige der wichtigen Einstellungen.

Die bisherigen Funktionen wie die Einstellung des RAM-Taktes sowie der dazugehörigen Timings bleiben natürlich erhalten. Außerdem können vorhandene XMP-Profile für ein automatisches und dynamisches Overclocking verwendet werden. Je nach Last-Zustand kann das System zwischen dem jeweiligen JEDEC-Standard (DDR4-3200 und DDR5-4800) sowie dem gewählten XMP-Profil wechseln.