Seite 12: Fazit

Der AMD Ryzen 7 3800X hat einen schweren Stand bzw. sehr starke Gegner in den eigenen Reihen. Zwar schließt er leistungsmäßig die Lücke zwischen dem Ryzen 7 3700X und dem Ryzen 9 3900X, doch macht er dies nicht besonders effizient. Die Leistung legt gegenüber dem nächst kleineren Modell nur im einstelligen Prozentbereich zu, der Stromhunger steigt hingegen um gut 30 % an. Der Effizienz-Vorsprung der kleineren Modelle und der Zen-2-Architektur verfliegt. 

Das liegt daran, dass sich der schnellste Ryzen 7 in einer höheren TDP-Klasse einsortiert, das dadurch gewonnene Potential jedoch nicht ausschöpfen kann. Trotz der höheren TDP erreicht auch dieses Modell seinen maximalen Boost-Takt nur selten und liegt in der Praxis nur gut 100 MHz über dem Ryzen 7 3700X, welcher laut Datenblatt mit deutlich sparsameren 65 W auskommt. In der Regel sind nur etwa 4,35 GHz drin. Der Ryzen 9 3900X profitiert zwar immerhin von vier zusätzlichen Kernen, taktet aber ebenfalls etwas niedriger, was die Single-Core-Leistung drückt. 

Zieht man dann noch den Preis heran, so bezahlt man für den Ryzen 7 3800X mit derzeit etwa 390 Euro gut 60 Euro mehr und bekommt dafür letztendlich nur ein sehr geringes Leistungsplus bei einer deutlich höheren Leistungsaufnahme. Neukäufer der Ryzen-Plattform sollten also besser zum kleineren Modell greifen oder gleich etwas mehr ausgeben und zum zwölf Kerne starken Ryzen 9 3900X greifen. Er kostet jedoch schon deutlich über 500 Euro.

Vielleicht wird sich preislich in den nächsten Wochen noch etwas tun, wenn AMD endlich den Ryzen 9 3950X vom Stapel lässt, seine neuen Threadripper-Prozessoren der dritten Generation auf den Markt wirft und auch Intel mit seinen Core-X-Modellen nachlegt. 

Insgesamt bietet der Ryzen 7 3800X für seinen Preis zu wenig und ist weniger effizient. Die höhere TDP-Klasse macht sich an keiner Stelle sinnvoll bemerkbar.

Preise und Verfügbarkeit
AMD Ryzen 7 3800X
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Ab 389,00 EUR
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