Seite 2: Leistung, Laufzeit, Kühlung

Der Blick auf das Gehäuse zeigt, dass beim XMG P407 Pro keinerlei Abstriche bei der Verarbeitungsqualität gemacht werden müssen. Wie es um die Leistungsfähigkeit der Hardware bestellt ist und wie die Kühlung ausfällt, schauen wir uns nun näher an.

Systemleistung

Herzstück unseres heutigen Testkandidaten ist ein Intel Core i7-7700HQ, welchen Intel erst zu Beginn des Jahres offiziell vorstellte und das bisherige Skylake-Flaggschiff der 6000er-Generation ablöst. Gefertigt wird dieser zwar weiterhin im 14-nm-Verfahren, kleinere Änderungen innerhalb der Architektur sollen allerdings für einen weiteren Performance- und Effizienz-Anstieg beitragen. Der Intel Core i7-7700HQ verfügt jedenfalls über vier Rechenkerne, die dank des HyperThreading-Features bis zu acht Threads gleichzeitig verarbeiten können. Dabei machen sie sich mit einem Basis- und Turbo-Takt von 2,8 bis 3,8 GHz ans Werk und bekamen damit gegenüber des Core i7-6700HQ ein ordentlich Taktplus in Höhe von 200 bzw. 300 MHz spendiert. Trotzdem bleibt die maximale Leistungsaufnahme laut Intel bei 45 W bestehen. Dazu gibt es einen 8 MB großen L3-Cache sowie einen 1 MB großen L2-Zwischenspeicher. Der Daten- und Instruktionscache in erster Reihe fast jeweils 32 KB pro Core an Daten. 

xmg p407pro cpuz

An den Speichercontroller angeschlossen werden zwei DDR4-Module im SO-DIMM-Format, die natürlich im schnellen Dual-Channel-Modus zusammengeschaltet werden und sich in unserem Fall mit einer Geschwindigkeit von 2.400 MHz ans Werk machen. In unseren Tests erreicht das XMG P407 Pro damit eine Speicherbandbreite von 28,93 GB/s, was etwas über dem Durchschnitt anderer Geräte dieser Preis- und Leistungsklasse liegt. Zusammen mit dem Intel Core i7-7700HQ, welcher es in den beiden Cinebench-Benchmarks auf 8,19 bzw. 740 Punkte bringt, werden so im Komprimierungstest von 7-Zip fast 21.000 MIPS erreicht, was dank des Prozessors ebenfalls leicht über dem Durchschnitt liegt. Andere Geräte scheitern hier schon an der 20.000er-Marke. 

Cinebench 15

CPU

Punkte
Mehr ist besser

Die Samsung-SSD, welche wir mit einer Kapazität von 256 GB von Schenker Technologies hinzustecken ließen, wird natürlich per M.2-Slot angeschlossen und über das NVMe-Protokoll angesprochen. Das erlaubt besonders hohe Datenübertragungsraten. In unserem Test erreicht das Flashspeichermodul eine durchschnittliche Leserate von satten 3.295 MB/s. Geschrieben wird immerhin noch mit knapp über 1.500 MB/s. Für die eigene Spielesammlung dient als Datengrab eine zusätzliche Magnetspeicher-Festplatte. Das 2,5-Zoll-Laufwerk wird per SATA III angeschlossen und bringt es in unseren Tests auf eine Übertragungsgeschwindigkeit von knapp über 95 MB/s. Für ein Modell dieser Art keine schlechten Werte. 

PCMark 8

Creative

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Gaming-Leistung

Auch wenn Intel die integrierte Grafikleistung seines Kaby-Lake-Prozessors abermals nach oben setzte, hat sich Schenker Technologies bei seinem XMG P407 Pro für eine dedizierte Lösung entschieden. Wie die CPU wurde auch die GeForce GTX 1050 Ti erst zu Beginn des Jahres offiziell in Dienst gestellt. Bislang gab es die Pascal-Grafikkarten mobil nur bis hin zur NVIDIA GeForce GTX 1060. Die kleinere GeForce GTX 1050 Ti setzt auf den GP107-Chip, welcher mit 3,3 Milliarden Transistoren weniger komplex ausfällt und damit die maximale Leistungsaufnahme auf nur noch 75 W drückt. Zur Verfügung stehen zwei Graphics Processing Cluster, die sich wie gewohnt in Streaming-Multiprozessoren und ALUs aufteilen. Die 768 Rechenwerke teilen sich hier in sechs Shadercluster mit jeweils 128 Shadereinheiten auf, was fast einer Halbierung gegenüber dem nächst schnelleren Modell entspricht. An jeden SMM gekoppelt werden weiterhin acht TMUs, womit 48 Textureinheiten erhalten bleiben. 

Kleinere Abstriche müssen beim Speicherausbau gemacht werden. Hier hat man das ehemals 256 Bit breite Interface auf die Hälfte beschnitten und damit zwei 64-Bit-Controller gestrichen. Dafür setzt man weiterhin auf schnelle GDDR5-Chips. An jeden 32-Bit-Controller werden wie gewohnt acht Rasterendstufen angeschlossen, womit der GeForce GTX 1050 Ti 32 ROPs zur Verfügung stehen. Gefertigt wird der Chip nicht mehr im 16-nm-FinFET-Verfahren bei TSMC, sondern im 14-nm-Prozess bei Samsung. Gravierende Unterschiede bei der Leistungsaufnahme ergeben sich dadurch nicht, wie unsere vergangenen Tests gezeigt haben. 

Bei den Taktraten fährt NVIDIA gewohnt ein hohes Level, unser Testmuster erreicht sogar noch höhere Werte, womit Schenker Technologies leicht an der Taktschraube gedreht hat. Während sich die NVIDIA-Vorlage hier mit einem Basis- und Boost-Takt von 1.354 bzw. 1.493 MHz ans Werk macht, bringt es die Grafiklösung in unserem Testmuster auf Taktraten von 1.623 bzw. 1.750 MHz – letztere liegen in der Praxis auch durchaus an. Den 4 GB großen GDDR5-Videospeicher lässt man aber weiterhin mit seinen gewohnten 1.752 MHz arbeiten, womit eine Bandbreite von 112,1 GB/s erreicht wird. 

xmg 407pro gpuz

Aktuelle Spieletitel wie Grand Theft Auto 5, DiRt Rally, The Witcher 3 oder Shadow of Mordor sind für die NVIDIA GeForce GTX 1050 Ti und damit für das XMG P407 Pro größtenteils kein Problem, wenngleich die Leistung zum nächst größeren Modell doch recht deutlich absinkt und ein Spielen in 1080p nicht mehr durchgehend möglich ist. The Witcher 3 läuft dann nur noch mit etwa 40 FPS über den Bildschirm, genau wie Mittelerde: Shadow of Mordor. Anders sieht das in 720p aus: Hier sind stets ruckelfreie Frameraten möglich.

Tomb Raider

Native Auflösung – High Settings

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

GTA V

Native Auflösung - High Settings

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

The Witcher 3

Native Auflösung – High Settings

Bilder pro Sekunde
Mehr ist besser

Die Software-Ausstattung

Wie man es von Schenker Technologies gewohnt ist, verzichtet man auch beim XMG P407 Pro auf die Installation unnötiger Demoversionen und Bloatware. Die Windows-10-Installation ist sauber, lediglich ein paar Tools für die System-Komponenten sind vorinstalliert. Mit dabei ist unter anderem das "Control Center". Darüber lässt sich der aktuelle Leistungszustand einstellen und damit Einfluss auf die Leistungsaufnahme, aber auch auf die Lüftergeschwindigkeiten nehmen. Im Silent-Modus beispielsweise läuft das System bis zum Erreichen bestimmter Temperatur-Werte passiv und damit völlig lautlos. Alternativ lässt sich der Stromsparmodus aktivieren, bei dem beispielsweise die Funkmodule abgeschaltet und die Helligkeit des Displays reduziert wird. Ebenfalls ein- und abgestellt werden können über das "Control Center" die integrierte Full-HD-Webcam sowie das Touchpad. Letzteres ist besonders praktisch, wenn man ohnehin über eine Gaming-Maus spielt. Dann werden unbeabsichtigte Eingaben über das Touchpad nicht mehr getätigt. Die Lüftergeschwindigkeit lässt sich aber auch von Hand einstellen. Die Funktionstasten der Tastatur lassen sich außerdem als Makro-Tasten umfunktionieren. Deren Konfiguration ist über das "Flex Key"-Tool möglich. Ansonsten ist ein Tool vorinstalliert, worüber der X-Fi-Chip konfiguriert werden kann. 

Niedrige Oberflächen-Temperaturen

Probleme bei der Kühlung konnten wir während unserer Tests beim XMG P407 Pro keine feststellen. Zwar wird der GP107-Chip der Grafikkarte unter Volllast mit 87 °C vergleichsweise heiß und auch der Intel Core i7-7700HQ erreicht eine Kern-Temperatur von bis zu 79 °C, dafür bleiben die Oberflächen-Temperaturen im Rahmen. Hier haben wir auf der Unterseite durchschnittlich etwa 29,32 °C unter Last gemessen, wohingegen es im Bereich des Topcase mit rund 28,3 °C etwas kühler bleibt. Die wärmste Stelle befindet sich mit 35,6 °C im fünften Quadranten und damit direkt unterhalb der Tastatur. Im normalen Office-Betrieb fallen die Temperaturen mit maximal 31,1 °C ein gutes Stück niedriger aus. 

Wer das XMG P407 Pro im normalen Multimedia-Modus betreibt, zwingt das Kühlsystem im Leerlauf zur Arbeit. Dann erzeugt unser Testmuster eine Geräuschkulisse von 33,8 dB(A), was für ein Notebook dieser Leistungsklasse erfreulich leise ist. Wer den Silent-Modus über das "Control Center" aktiviert, kann das System sogar eine zeitlang passiv und damit völlig lautlos betreiben. Unter Last dreht Kühlung deutlich auf und erreicht rund 48,7 dB(A). Das ist zwar nicht wirklich leise, jedoch laufruhiger als bei den meisten anderen Gaming-Notebooks. Im Hinblick auf die kompakten Abmessungen durchaus passable Ergebnisse.

bench temp oberseite

Kaum Ausdauer

Mit Strom versorgt wird das XMG P407 Pro im Akku-Betrieb von einem 45-Wh-Stunden-Akku. Obwohl dieser auf dem Papier nicht wirklich kapazitätsstark ist, hält unser Testgerät erstaunlich lange durch, was wohl der effizienten Kaby-Lake- und Pascal-Architektur zuzuschreiben ist. Im normalen Office-Betrieb lässt sich das Gerät bei mittlerer Helligkeit (120 cd/m²) rund 288 Minuten und damit fast fünf Stunden lang ohne Steckdose betreiben. Im Spielebetrieb sinkt die Ausdauer allerdings deutlich. Dann sind nur noch rund drei Stunden möglich.